Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Hetzblätter in Deiningen verteilt

Deiningen

12.12.2020

Hetzblätter in Deiningen verteilt

Masken zählen zu den Mitteln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Flugblätter in Deiningen verharmlosen diese nun.
Bild: Friso Gentsch, dpa (Symbol)

Mehrere Deininger geben an, dass Flugblätter in ihren Briefkästen landeten. Sie verharmlosen die Corona-Pandemie, bedienen rechte Narrative und verbreiten Verschwörungsmythen.

Mehrere Einwohner Deiningens berichten von Flugblättern, die ein Unbekannter in ihre Briefkästen gesteckt hat. Demnach habe ein Mann an mehreren Abenden in dieser Woche Zettel im Ort verteilt. In den Schriften, die unserer Redaktion vorliegen, wird das kürzlich im Bayerischen Landtag beschlossene Infektionsschutzgesetz als „strenger gefasst als das Ermächtigungsgesetz von 1933“ bezeichnet. So wie diese entbehren auch die folgenden Behauptungen auf dem Blatt meist jeglicher Beweise.

Dort ist die Rede von „Zwangsimpfungen durch die Hintertür“, „Ausschaltung der Parlamente“ oder „Totaler Überwachung“. Während die Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Donau-Ries, die für das Gesetz gestimmt haben, dort im Stile eines Prangers aufgelistet werden, bleiben der oder die Verfasser des Flyers unbekannt. Lediglich die E-Mail-Adresse einer Gruppierung aus Sachsen, die auf ihrer Internetpräsenz das Coronavirus verharmlost, ist dort zu lesen. Eine Anfrage unserer Redaktion, wer für die Flugblätter in Deiningen verantwortlich ist, blieb unbeantwortet.

Corona-Flublätter in Deiningen: Bürgermeister bemängelt Anonymität

Mit dieser Anonymität ist Wilhelm Rehklau nicht einverstanden. Auch der Deininger Bürgermeister erhielt einen derartigen Brief. „Ich kann verstehen, dass in der jetzigen Situation viele Menschen Sorge um ihre Zukunft oder ihren Arbeitsplatz haben“, sagt er. „Wenn man sich aber nicht dazu bekennt, kann man auch mit niemandem darüber sprechen.“

Klar ist: Trotz mehrerer Falschbehauptungen und Verschwörungsmythen ist der Inhalt des Schreibens durch die Meinungsfreiheit gedeckt. So lautet die juristische Einschätzung des Landratsamtes Donauwörth, wie Sprecherin Gabriele Hoidn mitteilt.

Desinformation auf Flugblättern in Deiningen

Die Verfasser des Schreibens warnen zudem vor dem Impfstoff, der bald zugelassen werden soll. Hierbei stellen die Verfasser mehrere Fragen, die offenbar Sicherheit und Wirkung des Impfstoffes infrage stellen sollen und teils bereits beantwortet sind – etwa welche Daten belegen würden, dass der Impfstoff die Krankheit zu 90 Prozent verhindere. Hier haben klinische Studien bezüglich des Impfstoffes des deutschen Pharmaunternehmens Biontech eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent nachgewiesen. Eine Anfrage unserer Redaktion nach einer genaueren Beurteilung der im Schreiben getroffenen Behauptungen ließ das Bayerische Gesundheitsministerium unbeantwortet. (cup)

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren