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Oettingen

20.12.2020

Heydecker blickt im Oettinger Stadtrat zurück: „Jetzt sind wir in der Politik gefordert“

Hat ein anstrengendes Jahr hinter sich: Oettingens neuer Bürgermeister Thomas Heydecker an seinem Schreibtisch im Oettinger Rathaus.
Bild: Jochen Aumann

Plus Thomas Heydecker fasst sein erstes Jahr als Bürgermeister Oettingens zusammen und beleuchtet auch die positiven Seiten 2020. Gemeinsam mit dem Stadtrat verabschiedet er den Stadtbaumeister.

In seiner Bürgerinfo, die anstelle der jährlichen Bürgerversammlungen als YouTube-Video online veröffentlicht wurde, hat Thomas Heydecker bereits all die abgeschlossenen und anstehenden Projekte der Stadt zusammengefasst. Im Rückblick in der letzten Stadtratssitzung des Jahres lässt der Oettinger Bürgermeister die positiven Seiten dieses Jahres Revue passieren. Abschiedsworte richten Heydecker und der Stadtrat an den scheidenden Stadtbaumeister Klaus Obermeyer.

Eigentlich sei mit einem Wort alles gesagt, meint Heydecker: „ Corona.“ Die Lage sei für alle außergewöhnlich, stelle Alltag und Gewohnheiten auf den Kopf. Morgens, so erzählt er von seinem Jahr weiter, seien Inzidenzwerte diskutiert oder über die neuesten, mitunter auch fragwürdigen, Corona-Regeln debattiert worden. Doch Heydecker will das C-Wort schnell hinter sich lassen und fragt in die Aula der Oettinger Mittelschule: „Hat sich nicht auch viel Positives ereignet?“

Letzte Stadtratssitzung in Oettingen 2020: Es gibt auch Gutes

Es sei viel Geld in die Digitalisierung der Schulen geflossen, um diese gut aufzustellen. Einige Mitglieder seien Großeltern geworden, zählt Heydecker weiter auf. Kinder seien zum Schulabschluss begleitet worden. Im Gremium gebe es zudem vier neue Räte. Heydecker zitiert den englischen Schriftsteller, Philosophen und Politiker Francis Bacon: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Er wolle jeden der Anwesenden ermutigen, daran zu denken, wie viele große und kleine Glücksmomente jeden Tag zu erfahren seien und dass man dafür dankbar sein könne. „Wie wir dieses Jahr in Erinnerung behalten dürfen, hängt von uns ab, auch wie wir in das neue Jahr gehen“, sagt Heydecker weiter.

Er sei alles andere als ein Traumtänzer und sehe die Probleme der Einzelhändler und Gastronomen. Ihm sei bewusst, was 2020 für das Vereinsleben bedeute. Die Nachwuchssorgen seien größer geworden. Das kulturelle Leben habe gelitten. Heydecker fordert die politischen Entscheidungsträger auf: „Jetzt sind wir in der Politik gefordert, neue Initiativen, neue Projekte und Lösungen zu finden und eine positive Grundhaltung zu zeigen und diese Stimmung zu verbreiten.“ In den Geschäften habe er vor dem Lockdown eine Wir-lassen-uns-nicht-unterkriegen-Stimmung gespürt. Der Zusammenhalt sei etwas, „den unsere Gemeinde immer ausgemacht hat“, so Heydecker weiter, bevor er ein großes Danke an alle richtet.

Klaus Obermeyer, 20 Jahre lang Stadtbaumeister der Stadt Oettingen, geht in den Ruhestand.
Bild: Verena Mörzl

Schließlich verabschiedet sich Heydecker von Stadtbaumeister Klaus Obermeyer, der nach mehr als 20 Jahren bei der Stadt in den Ruhestand geht. Heydecker sagt an ihn gerichtet, dass er in der Sitzung als Zuschauer oder zukünftiger Stadtrat immer herzlich willkommen sei. Obermeyer habe zu einer Zeit begonnen, als Johannes Rau Bundespräsident war, die städtischen Rechnungen in D-Mark bezahlt wurden und Dieter Paus (SPD) Bürgermeister der Stadt Oettingen war. Heydecker erinnert sich daran, dass er selbst vor 15 Jahren mit dem Stadtbaumeister in einer Triathlon-Staffel gewesen sei. „Damals hat unser Team sehr gut funktioniert.“ Er habe Obermeyer in der kurzen Phase dieses Jahr als kollegial, freundlich, gut gelaunt kennen und schätzen gelernt, der nie um eine fachliche Antwort verlegen gewesen sei und seine persönlichen Anliegen hinten angestellt hätte. Heydecker sei sich sicher, dass dem Oettinger zu jeder noch so versteckten Stelle eine Anekdote einfalle. Der Bürgermeister wünscht ihm im Namen aller Weggefährten alles Gute, bevor ihm von der Stadt und dem Stadtrat Präsente überreicht werden.

Obermeyers wünscht dem Stadtrat "Glück in den Entscheidungen"

Auch Klaus Obermeyer richtet abschließend Worte an das Gremium. „Die Entscheidung, in den Ruhestand zu treten, ist mir nicht leicht gefallen. Ich habe nie bereut, mich bei der Stadt zu bewerben.“ Trotz politischen Turbulenzen und Wirbel in der Verwaltung sei er mit allen gut ausgekommen. Der Wechsel im Bauamt sei nun eine Chance, neue Wege zu gehen. Obermeyer dankt den Mitarbeitern im Bauamt und sagt mit Blick auf seinen Nachfolger: „Wenn er meinen Rat haben will, kann er den auch im Ruhestand haben. Aber ich dränge mich nicht auf.“ Er wendet sich auch an den Stadtrat: „Ich wünsche dem Rat Glück in den Entscheidungen.“

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