Konzert

12.10.2018

Hochkarätiger Jazz

Frank Roberscheuten und sein Quintett begeisterten die Besucher im Reimlinger Konzertstadl mit alten Jazzstandards in neuem Glanz.
Bild: Dieter Mack

Frank Roberscheuten und sein Hiptett begeistern im Reimlinger Kulturstadl

Mit viel Charme und Esprit, Humor und musikalischer Ausgereiftheit haben Frank Roberscheuten und sein Hiptett alten Jazzstandards neuen Glanz und neuen Schwung beim Galakonzert des Nördlinger Kulturforums im Konzertstadl in Reimlingen gegeben. Der erste Vorsitzende des Kulturforums, Hartmut Betz, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und dankte den Hauptsponsoren Raiffeisenbank Ries und Stadt Nördlingen für ihre Unterstützung. Ohne ihre Hilfe wären Konzerte und Veranstaltungen in dieser Form nicht möglich, hat sich doch das Kulturforum in seinem 25-jährigen Bestehen der Förderung und Etablierung kultureller Nischenprodukte verschrieben, wozu auch hochkarätige Jazzveranstaltungen zählen.

Und Freunde des kultivierten Jazz kamen an diesem Abend wahrlich auf ihre Kosten. Der niederländische Saxofonist Frank Roberscheuten ist bekannt dafür, dass er stets die „Besten“ um sich schart, wenn es auf die Bühne geht. Zudem wurde das Programm durch die charismatische Sängerin Shaunette Hildabrand um einen weiteren Höhepunkt bereichert. Einen ersten Höhepunkt aber setzte der Bandleader selbst. Allein schon der warme Klang seines Tenorsaxofons hatte etwas von „easy listening“, entspanntes Zuhören als Wohlfühlfaktor, und zeigte, dass die alten Standards durchaus lebendig, sozusagen „hip“ sein können. Er setzte seinem Saxofon keine Grenzen, ließ es schweben und glucksen und zauberte jubelnde Läufe und meditative Figuren in den Raum. Dazu gesellte sich der samtweich gespielte Kontrabass von Edwin Corzilius, der, wenn auch meist im Hintergrund dezent agierend, eine tragende Rolle in Sachen Rhythmus spielt. Zusammen mit dem Ausnahmeschlagzeuger Frits Landesbergen groovte sich die Gruppe absolut stilsicher durch alle Facetten des Jazz. Ein von ihm virtuos gespieltes Schlagzeugsolo wurde vom Publikum mit frenetischem Sonderapplaus bedacht. Fließende Akkorde, sanftmütig und auch mal dissonant zu einem raumgreifenden Klangbild verwoben, mit schier unendlicher Leichtigkeit aus den Fingern gleitend, zeugten von hoher Kunst am Klavier, gespielt von Olaf Polziehn. Seine Balladen waren ein Genuss für die Ohren und fügten sich lückenlos in die herbstlich-wohlige Stimmung im Konzertstadl.

Den Topzuschlag obendrauf gab es nur noch durch den Gesang der US-Amerikanerin Shaunette Hildabrand. Wunderbar der „Scat Gesang“ zusammen mit Frank Roberscheuten am Saxofon. Hier zeigte sie ihre ganze Klasse, und ihr tief greifendes Verständnis für alle Arten von Jazzmusik von einfühlsam intonierten Balladen bis hin zu rassigen Swing Nummern. Dabei avancierte sie nicht zum Star des Abends. Der eigentliche Star waren sie alle: das „Hiptett“, das Ensemble und seine Musiker, die nach zwei Zugaben einen eindrucksvollen Jazz Abend beendeten.

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