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Wahlkampf

16.09.2018

Hofreiter fordert Ausstieg aus der Braunkohle

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Dr. Anton Hofreiter, sprach in Deiningen über die traditionellen Themen seiner Partei und warnte dabei vor einer zunehmenden Belastung der Erdatmosphäre durch Braunkohlekraftwerke.

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen spricht in Deiningen über den Klimaschutz und die Mobilitätswende. Was er in  Sachen Landwirtschaft fordert.

Bei der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag in der vergangenen Woche hatte sich Dr. Anton Hofreiter mit dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner noch ein scharfes Wortgefecht auf offener Bühne geliefert. Völlig entspannt und aufgeräumt präsentierte sich der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen dagegen bei einer Wahlveranstaltung am Wochenende in Deiningen, zu der ihn die Landtagskandidatin Eva Lettenbauer eingeladen hatte. Rund 70 Zuhörer waren in den Saal der Pizzeria Donau-Ries gekommen, um dem streitbaren Spitzenpolitiker aus München knapp zwei Stunden lang zuzuhören.

Anfangs glich die Rede des promovierten Biologen allerdings mehr einer Hochschulvorlesung zum Klimaschutz als einem beherzten Wahlkampfauftritt. Im zweiten Teil bezog er dann deutlich Stellung zu den umweltpolitischen Herausforderungen, die Politik und Gesellschaft zu bewältigen hätten. „Es geht schlichtweg um die Rettung unserer eigenen Lebensgrundlagen.“

Hofreiter bezeichnete die Belastung der Atmosphäre durch CO2 als weltweit größtes Klimaproblem. Entscheidend würden dazu die Braunkohlekraftwerke beitragen. Braunkohle sei die „schmutzigste Art“, Energie zu gewinnen, betonte der Grünen-Politiker und forderte einen sukzessiven Ausstieg aus der Braunkohleverstromung sowie die Stilllegung aller Kohlekraftwerke.

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Eine umweltfreundliche Alternative dazu böten Windkraft- und Fotovoltaikanlagen. Würden diese alternativen Energien entsprechend weiter ausgebaut, benötige man keine Kohlekraftwerke mehr. Windstrom und Sonnenenergie könnten den gesamten Energiebedarf in Deutschland decken. Komme es einmal zu Engpässen, müssten Gaskraftwerke zur Stromproduktion temporär einspringen. Im Übrigen sei die Fotovoltaik inzwischen zu einer der günstigsten Energieformen geworden.

Neben dem Kohleausstieg bedürfe es zur Rettung des Klimas einer umweltfreundlichen Mobilitätswende – weg von umweltschädlichen Verbrennungsmotoren hin zu alternativen Antrieben bei den Fahrzeugen. Wenn man bedenke, dass 70 Prozent des fossilen Rohstoffs Erdöl im Bereich der Mobilität verbrannt würden, bedürfe es hier einer radikalen Kehrtwende, sagte Hofreiter. Zu einer Mobilitätswende gehöre auch die Nutzung der Bahn. Allerdings müsse diese dringend ihre aktuellen Probleme lösen, indem sie sich auf ihr Kerngeschäft, die Kunden von A nach B zu bringen, konzentriere. Um das Bahnfahren attraktiv zu machen, müssten die Züge zudem pünktlicher werden, es müsse ein Taktfahrplan kommen, um die Anschlusszüge zu erreichen, und die Schienennetze müssten ausgebaut werden.

Ohne die Bauern pauschal verurteilen zu wollen, sieht Hofreiter die Landwirtschaft als Hauptverursacher für das teilweise dramatische Artensterben. Die industrielle Agrarwirtschaft habe die Lebensräume von Tieren und Pflanzen umgegraben, tot gespritzt und verdrängt. Das Artensterben gehe ungebremst weiter, solange keine ökologische Agrarwende eingeläutet werde. Konkret bedeute dies: Glyphosatausstieg, Reduktion von Pestiziden und ein Verbot von Neonikotinoiden, um das Bienensterben einzudämmen.

Weitere Themen des Abends waren die schlechte Breitbandversorgung in ländlichen Regionen und die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken, für die nach Ansicht Hofreiters der Staat mehr Geld zur Verfügung stellen müsse. (bs)

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