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Konzert

13.06.2019

Hommage an Victoria und Albert

„Khwaerthon–AB“ spielten und sangen in der Oettinger Sankt-Jakobskirche.
Bild: Friedrich Wörlen

Bayerns lutherischste Folk-Band „Khwaerthon.AB“ erinnert in Oettingen an zwei Vertreter des britischen Königshauses

„Khwaerthon.AB“ ist Bayerns lutherischste Folk-Band, bestehend aus drei Pfarrern (Alan Büching, Andreas G. Ratz, Frank Zelinsky) und einem „bekennenden Bassisten“ (Martin Hein). Auf ihrer „Europatour“ von Saalfeld in Thüringen nach Neuendettelsau sind die vier Multitalente auch in die Fürstenstadt Oettingen gekommen. Anlass war der zweihundertste Geburtstag von Queen Victoria und ihres Gemahls, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.

Wer diese Angabe für einen Kalauer oder eine Stilblüte gehalten hatte, war auf dem Holzweg: Die beiden Hochadelssprosse waren tatsächlich im gleichen Jahr geboren, und „Khwaerthon.AB“ machte aus ihnen zu Recht Hauptfiguren einer gemeinsamen Geburtstagshommage mit dem Titel „Victoria & Albert – eine Folk-Romanze“.

In wohlgesetzten Worten machte Andreas G. Ratz das Publikum mit den beiden innig verbundenen Biografien vertraut. Die späteren Eheleute hatten beide eine problematische Kindheit, waren einander in herzlicher Liebe zugetan und bildeten an der Staatsspitze ein unzertrennliches Gespann, das auf lange Jahrzehnte dem Vereinigten Königreich das Gepräge gab. Victoria empfand das Gebären und die Erziehung von Kindern als unzumutbar. Sie wurde trotzdem durch die große Zahl und die geschickte Verheiratung ihrer Nachkommen „die Großmutter Europas“.

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Ironie der Geschichte: Drei ihrer Enkel standen an der Spitze der Kriegsparteien im Ersten Weltkrieg. Der Prinzgemahl trat neben seinem Einsatz für Familie und Gemeinwesen auch als Dichter und Komponist in Erscheinung. Nebenbei führte er in der Royal Family den Weihnachtsbaum ein. Dunkle Kapitel wie die große Hungersnot in Irland wurden nicht ausgespart.

Die einzelnen Textabschnitte wurden durch adäquate Musikstücke unterbrochen beziehungsweise verbunden. Geige, Irische Bouzouki, Low Whistle, Melodeon, Französische Schäferpfeife, Gitarre, Ukulele, Bass und das einem Originalinstrument aus Papua-Neuguinea nachgebaute „Flipophon“ waren in wechselnder Besetzung zu hören, was zum Beispiel bei Mendelssohn-Bartholdy zu einem unerwarteten Klangbild führte.

Der keltisch inspirierte Name der Formation nimmt dem Vernehmen nach onomatopoetisch auf die eigentümliche Klangschönheit des Dudelsacks Bezug. Bei zwei passenden Gelegenheiten kam auch ein wohlklingendes Männerquartett zu Gehör, unter anderem mit einer Choralkomposition des Prinzgemahls, gefällig und ohne Verstoß gegen die Hörerwartungen und -gewohnheiten.

Der Vertreterin des Hausherrn, Saskia Diener, war es vorbehalten, bei der Verabschiedung der Künstler noch genealogische Verbindungen des Oettinger Fürstenhauses zum „Jubelpaar“ aufzudecken. Die historische Information, gewürzt mit musikalischer Unterhaltung und mit einem gewissen Augenzwinkern dargeboten, wurde mit anhaltendem Beifall quittiert und mit einer französischen Tanzmusik abgeschlossen.

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