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Rieser Kulturtage

30.04.2018

Ich bin dann mal im Mittelalter

„Verirrt in der Wüste – Jerusalempilger vor 500 Jahren“ hatten die Oberstufenschüler des AEG Oettingen ihre Ausarbeitung über das Pilgerwesen überschrieben. Unser Bild zeigt die bei der Vorstellung für die Rieser Kulturtage anwesenden Akteure.
Bild: Peter Tippl

Am Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasium erfahren die Besucher, wie einst gepilgert wurde

Annähernd 120 Veranstaltungen werden im Rahmen der Rieser Kulturtage angeboten, es geht um Musik, Kunst, naturkundliche, archäologische und geschichtliche Themen. Das wissenschaftliche Seminar des Albrecht-Ernst-Gymnasiums beteiligte sich mit einer Betrachtung über das Pilgerwesen im Mittelalter an der Reihe. Veranschaulicht wurde das Thema mit Theatersequenzen, einem Film und einer Szenerie in der Aula des AEG.

„Herzlich willkommen im 16. Jahrhundert“ wurde das Publikum in der Aula von den angehenden Abiturienten begrüßt, die in flotter Sprache und abwechslungsreicher Darstellung in die Beweggründe, Hürden und Widrigkeiten des Pilgerwesens einführten. Das wissenschaftliche Seminar hatte sich in die Thematik mit lateinischen Texten eingearbeitet und dazu die Facharbeiten vorgelegt. „Keine Angst“, so eine Schülerin mit launischem Unterton zu Beginn, „Sie müssen die Pilgerbewegung nicht in lateinischer Sprache ertragen“. Nach Vorstellung der Charaktere, ein Schiffseigner aus Venedig war dabei, natürlich der Dominikanermönch Felix Fabri aus Ulm und ein Nürnberger Patrizier als Pilger, ein Eseltreiber, ein Mönch vom Sinai oder eine Kauffrau aus Ulm, stellten die Protagonisten in historischen Gewändern ihren Beitrag zu einer Pilgerreise vor. In einem Interview mit der Ulmer Kauffrau erklärte der Mönch sein Verlangen nach tieferem Verständnis der Schrift und Stillen der Neugierde als Beweggründe zum Pilgern. Die umfassenden, meist 40 oder 50 Seiten langen Kontrakte für eine Schiffsüberfahrt von Venedig ins Heilige Land wurden bei den Vertragsverhandlungen zwischen Pilger und Schiffseigner verdeutlicht. Gekonnt flossen in die Vorstellung auch Filmsequenzen ein, die von den Gymnasiasten in liebevoller Weise mit Playmobilfiguren aufgenommen und damit für das Publikum anschaulich wurden. Großen Beifall erhielten die Schüler für ihre glänzende und flott inszenierte Darstellung, zumal, so Christine Götz und Volker Schürer vom Arbeitskreis Schule, der Kurs schon lange abgeschlossen sei und die Schüler eigens für die Rieser Kulturtage das „Pilgern im Mittelalter“ noch einmal aufleben ließen.

Für die glänzende Unterhaltung und vielschichtigen Einblicke in das Pilgerwesen sprachen Götz und Schürer Lob und Respekt aus und dankten auch Seminarleiter Dr. Klaus Karrer für die liebevolle und engagierte Begleitung des Kurses. Die Akteure im wissenschaftlichen Seminar des AEG waren Pauline Reese, Anna-Lena Titze, Vanessa Weber, Lena Stimpfle, Lukas Maier, Nina Schäble, Selina Kettler, Hannes Faußner, Lea Schein, Jonathan Lachner und Verena Mielich.

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