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18.07.2010

Ihr genetischer Zwilling lebt in den USA

Nördlingen/Alerheim Nicht nur Feiern, sondern auch soziale Projekte in den Mittelpunkt stellen wollte die Vorstandschaft der Bude Alerheim zu ihrem 25-jährigen Jubiläum. So waren am Festtag Rotkreuzmitglieder sowie zwei ehrenamtliche Unterstützerinnen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) dabei. Neben Brigitte Lehenberger, die unter anderem die Schultypisierungs-Aktionen der Ludwig-Bölkow-Berufsschule und der Hans-Leipelt-Fachoberschule in Donauwörth betreut, kam auch Stammzellspenderin Nadja Rieß nach Alerheim. Sie konnte mit Vorstand Anja Rachinger fachsimpeln, denn Anja Rachinger ist eine der ersten der 20 Stammzellspender, die unter den derzeit 1600 Typisierten über die Berufsschule Donauwörth gefunden wurden.

Arzthelferin in Nördlingen

Die Nördlinger Arzthelferin Nadja Rieß weiß noch genau, dass sie sich am 7. Januar 2007 typisieren ließ. Nachdem immer wieder Patienten mit einem Feintypisierungsset der DKMS in die Praxis ihrer Hausärztin kamen, beschlossen auch die Arzthelferinnen, sich typisieren zu lassen und ließen sich die Typisierungssets von der DKMS zusenden.

"Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen erschrocken, als dann am 17. Oktober ein Brief von der DKMS kam, dass ich für einen Patienten als Spenderin in Frage käme, " erinnert sich die 31-jährige Nördlingerin. Es eilte so sehr, dass sie sofort zur Untersuchung ins Klinikum eingeladen wurde und schon am 7. November peripher über das Blut Stammzellen spendete. "Die angekündigten Grippesymptome bei der Stammzellstimulation waren erträglich, das kann jeder aushalten", berichtet sie den Interessierten beim Fest in Alerheim.

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Kontakt nach zwei Jahren

Nach zwei Jahren dürfen sich Patient und Spender kennenlernen, wenn beide dies wollen. Nachdem während der zwei Jahre Wartezeit die Informationen spärlich flossen, freute sich Nadja Rieß umso mehr, als sie vor fünf Wochen die Kontaktdaten "ihrer" Patientin, einer 52-jährigen Amerikanerin, erfahren durfte. Seitdem hat sie Kontakt per Mail mit ihr. "Es ist ein tolles Gefühl, den Menschen kennenzulernen, der jetzt dein genetischer Zwilling ist", meint Nadja Rieß glücklich. "Ich wünsche mir, dass sich noch viel mehr Menschen typisieren lassen, damit alle Patienten, die eine Stammzellspende brauchen, eine Chance zum Überleben zu haben."

"Genau diese schönen Erlebnisse sind der Grund, warum ich die DKMS ehrenamtlich seit acht Jahren unterstütze", so Brigitte Lehenberger. "Eine der Hauptaufgaben ist, Sponsoren für die vielen Schülerinnen und Schüler auch aus dem Landkreis Donau-Ries zu finden, die sich jedes Jahr bei den Schulaktionen typisieren lassen. Auch heuer stellten sich 561 Schüler an der Berufsschule und an der Fachoberschule Donauwörth als potenzielle Lebensretter zur Verfügung." Aus Alerheim haben sich seit 2003 28 Schüler typisieren lassen. (RN)

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