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Kriminalität

14.07.2018

Im Ries werden deutlich mehr Fahrräder gestohlen

In Nördlingen sind seit Jahresbeginn knapp 60 Fahrräder gestohlen worden. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 69. Zwei Beamte der Polizei Nördlingen ermitteln seit Monatsbeginn vorwiegend in diesem Bereich. (Symbolbild)
Bild: Kaya

In den vergangenen Tagen wurden in Nördlingen Räder aus Garagen und Kellern entwendet. Beamte durchsuchten die Wohnung eines Nordriesers.

Wer sein Rad versperrt im Keller abstellt, der geht davon aus, dass es auch am nächsten Tag noch dort steht. Doch in Nördlingen wurden in den vergangenen Tagen selbst aus abgeschlossenen Kellerabteilen Fahrräder gestohlen. Zuletzt schlug ein Täter mitten in der Innenstadt, in der Eisengasse zu. Nach Angaben der Polizei wurde dort am Montag ein Rad aus dem Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses entwendet, es war abgeschlossen. Die Polizei ermittelt mit Nachdruck.

Insgesamt, so sagt Polizeichef Walter Beck, seien seit Jahresbeginn knapp 60 Fahrräder gestohlen worden. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr waren es 69. Auffällig sei, dass es seit Mai gehäuft Einbrüche in Keller und Tiefgaragen gegeben habe, so Beck auf Anfrage der Rieser Nachrichten. Seit Monatsbeginn seien zwei Kollegen vorwiegend mit diesen Diebstählen beschäftigt. Einer der Beamten war in der Vergangenheit bei der Durchsuchung der Wohnung eines 39-Jährigen aus dem Nordries dabei, damals wurden dort Fahrradteile gefunden. Dem Mann wurde kürzlich in Augsburg der Prozess gemacht. Gleich nachdem er das Gerichtsgebäude verlassen hat, soll er erneut ein Rad gestohlen haben, berichtet Beck.

In dieser Woche wurde die Wohnung des Verdächtigen erneut durchsucht, fünf Beamte der Polizei Nördlingen waren dabei im Einsatz. Der Mann habe sich eine professionelle Fahrradwerkstatt eingerichtet, berichtet Beck. Die Polizisten fanden in den Räumen wieder Fahrradteile und einen Kinderanhänger, der zuletzt im Wemdinger Viertel gestohlen worden war. Der Mann steht unter Verdacht, an den Diebstählen beteiligt gewesen zu sein, so Beck. In seiner Wohnung habe man ihn nicht angetroffen.

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Der Polizeichef rät, Fotos vom eigenen Fahrrad und von wertvollen Komponenten zu machen. Damit würden sich Einzelteile im Zweifelsfall zuordnen lassen. Zudem sei es hilfreich, wenn man die Rahmennummer kenne. Die finde man bei einem Großteil der Räder – etwa bei der Marke KTM – unterhalb des Drehlagers, erklärt Helmut Müller vom gleichnamigen Nördlinger Fahrradhandel. Teilweise seien Räder mit der Hausratsversicherung abgesichert, ein Blick in die entsprechende Police lohne sich. Für teure Räder, etwa die beliebten E-Bikes, bietet Müller eine eigene Vollkasko-Versicherung an. Die zahle auch, wenn man beispielsweise ein Loch im Reifen habe. Müller rät seinen Kunden, ein stabiles Schloss zu kaufen, mit dem man das Rad beispielsweise an ein Treppengeländer oder an einen Laternenmast anketten könne. So könnten Diebe das Fahrrad nicht einfach wegtragen und in einem größeren Fahrzeug abtransportieren. Ein Schloss mit einer Kette sei dabei sicherer als eines mit einem Draht, denn den könne man mit einem Bolzenschneider schnell durchtrennen.

Auch Müller wurden bereits Fahrräder gestohlen. Ein Mann habe sich vor ein paar Jahren für eine Probefahrt angemeldet, das Rad mitgenommen – zurück brachte er es aber nie. Ein Monteur kannte den mutmaßlichen Dieb. „Die Polizei hat das Fahrrad dann zerlegt in einem Karton wieder gefunden“, berichtet Müller.

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15.07.2018

Fazit dieses Artikels - Deutschland ist ein schwaches Land, das seine Bürger nicht gegen bekannte Mehrfach-Straftäter schützen kann.

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