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Geburtstag

25.05.2019

Immer für eine Überraschung gut

Möttingens Bürgermeister feiert seinen 60. Geburtstag.
Bild: Seiler

Möttingens Bürgermeister feiert seinen 60. Geburtstag. Kürzlich hat er angekündigt, nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren zu wollen

Wenn Möttingens Bürgermeister Erwin Seiler morgen seinen 60. Geburtstag feiert, blickt er mit einem gewissen Stolz auf mehr als 40 Berufsjahre zurück. 20 Jahre bei der Schwaben-Präzision in Nördlingen, zuletzt als Meister, 13 Jahre in den Werkstätten der Lebenshilfe Donau-Ries, wo ihm die berufliche Bildung ein großes Anliegen war und seit elf Jahren Rathauschef in seiner Heimatgemeinde.

Offenheit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit sind dem Appetshofener wichtige Eigenschaften, die er für sich in Anspruch nimmt und auch von seinen Mitmenschen erwartet. Er verfügt zudem über ein ausgeprägtes soziales Gewissen, ihm ist das Schicksal anderer nicht egal. Seine Jahre bei der Lebenshilfe haben ihn in dieser Hinsicht entscheidend geprägt.

Seiler gilt darüber hinaus als zuhörend, ausgleichend und stets konsensorientiert. Von guten Argumenten lässt er sich gerne überzeugen, wenngleich ihm von manchen Zeitgenossen eine gewisse Sturheit attestiert wird. Er ist ein liberal denkender, im christlichen Glauben verwurzelter Mensch, dem Extreme ein Graus sind. Auch ist Selbstkritik für ihn kein Fremdwort. Nicht zu nahe tritt man ihm, wenn man ihn als nicht gerade herausragenden Rhetoriker bezeichnet. Seine Stärken liegen vielmehr im persönlichen Gespräch. Er ist außerdem ein ausdauernder und geschickter Verhandlungspartner, was in den zurückliegenden Jahren so mancher Behördenvertreter erfahren konnte. Selten fährt er aus der Haut. Wenn doch, könne es mitunter heftig werden, räumt er freimütig ein.

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Erwin Seiler ist immer auch für Überraschungen gut. Erst jüngst, als er sich entschieden hat, im kommenden Jahr nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren und sich 2020 ins Privatleben zurückzuziehen. Gerechnet hat mit diesem Schritt niemand, weder sein Gemeinderat, noch die Möttinger Bürger. Es sei eine wohlüberlegte Entscheidung gewesen, sagt er.

In seiner bisherigen Amtszeit gilt der Bau des neuen Bürgerzentrums als sein herausragender Verdienst. Ohne seine Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit wäre das bisher größte Infrastrukturvorhaben seit Bestehen der Gemeinde nicht umgesetzt worden. Das erkennen mittlerweile selbst seine Kritiker an, die ihm wegen des angeblich viel zu teuren Projektes das Leben schwer gemacht haben. Was entstanden sei, können sich selbst überregional sehen lassen, ist Seiler überzeugt. Großen Rückhalt hätten ihm in dieser schwierigen Phase seine Frau Irmi und die drei erwachsenen Kinder gegeben, wofür er ihnen sehr dankbar sei.

Sein letztes Amtsjahr will Erwin Seiler keinesfalls „auslaufen“ lassen, wie vielleicht manche vermuten würden, sondern „Gas geben“ wie bisher. Über die Zeit als Bürgermeister a. D. mache er sich noch keine Gedanken. Bange davor sei ihm jedenfalls nicht, versichert er.

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