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Aschermittwoch

20.02.2015

In Ausnahmefällen Kirchenasyl

Schicksal von Flüchtlingen ist Thema in Dürrenzimmern

Seit Jahren gehört die Aschermittwochsveranstaltung des Evangelischen Bildungswerkes Donau-Ries zu den wenig verbliebenen dieser Art in unserer Gegend. Nichtsdestotrotz war auch die diesjährige wieder gut besucht und zeigte mit ihrer Themenwahl, dass sie nichts von ihrer Anziehungskraft und Aktualität verloren hat. So begrüßte Geschäftsführerin Christa Müller zahlreiche Besucher im Dürrenzimmerner Gemeindezentrum, die sich „Gedanken zur aktuellen Flüchtlingssituation“ von Thomas Prieto Peral anhörten. Da etliche von ihnen ehrenamtlich in der örtlichen Flüchtlingshilfe tätig sind, gab es abschließend eine vom Donauwörther Dekan Johannes Heidecker moderierte Diskussion. Letztlich kam dieser zu dem Schluss, dass 200000 Flüchtlinge machbar für Deutschland seien. Dazu gehöre neben der christlichen Nächstenhilfe in Ausnahmefällen auch einmal der zivile Ungehorsam des Kirchenasyls, so Peral.

Auch in Bayern ist mittlerweile vielerorts sichtbar, dass viele Menschen weltweit auf der Flucht sind vor Krieg, Terror und Armut. Kein Wunder, gab es doch seit dem Zweiten Weltkrieg mit mehr als 50 Millionen Menschen noch nie so viele Flüchtlinge wie im vergangenen Jahr, so der Referent der bayerischen Landeskirche im Nahen Osten und Verantwortliche für Aufnahmeprojekte in Bayern.

Er machte deutlich, dass die Probleme der Flüchtlinge in ihren Heimatländern meist mit Perspektivlosigkeit, Krieg und Verfolgung beginnen.

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So ist der Pfarrer aus Oberbayern mehrmals im Jahr im Nord-Irak, um dort für Muslime und Christen Projekte der Landeskirche zu koordinieren. Denn die beste Flüchtlingshilfe sei die, die es ermögliche, den Menschen in ihren Heimatländern zu bleiben, so der 48-Jährige nun in seinem aufrüttelnden Foto-Vortrag.

Der berichtete von den Schrecken der Terror-IS genauso wie von unmenschlichem Leid in Flüchtlingslagern, so groß wie Städte. Peral, bei der Landeskirche verantwortlich für die Nah-Ost-Arbeit mit den Schwerpunkten Irak, Syrien und Türkei zeigte auf, was man dort verwirklicht habe.

Dazu gehörten das Schaffen von sicheren Räumen für Frauen und Kinder, aber selbst der Bau von kleineren Kirchen. Schwer sei aber vor allem, den Menschen bei ihren Traumatas zu helfen, so Peral. (ben)

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