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Lesung

13.11.2017

In Büchern und Liedern um die Welt

Shalamazl: Fünf Frauen und eine musikalische Weltreise: das sind Shalamazl. In Reimlingen nahmen sie das Publikum unter anderem mit nach Afrika, in die Türkei, in den Balkan ... und durchs Ries.
Bild: Jörg Hülsermann

Autorenclub und „Shalamazl“ vereinen, was auf den ersten Blick nicht so recht zusammenzupassen scheint

Wie passen Kinder, die in keine Schule gehen, kanadische und deutsch-französische Liebesgeschichten, afrikanische Rhythmen und Jodler zusammen? Antworten lieferten der Autorenclub Donau-Ries und die Band Shalamazl aus Monheim gemeinsam. Die Vhs Reimlingen hatte ins Gasthaus Braun eingeladen, der Reimlinger Krimiautor Günther Schäfer moderierte souverän und humorvoll. Fünf Musikerinnen, vier Autorinnen und drei Autoren lieferten Kostproben ihres Könnens.

Der Name Shalamazl, informierten die Musikerinnen, passt zur Klezmermusik, die Christa Ludwig, Moni Michel, Claudia Täschlein, Ruth Herde und Manu Mannes ziemlich gut drauf haben. „Massel ist der jiddische Begriff für Glück, davon kommt das Wort Schlamassel, das ist ja nichts Schönes“, so die Erklärung. „Da lieber Schall, also Shal-a-mazl, da denkt man an Musik!“ Glücksgefühle steckten auch in den Texten einiger Songs, etwa von der verschwundenen und wiedergefundenen Katz’ und der Liebe im hohen Alter.

Ein Shalamazl-Titel – Kawaheri – mutet afrikanisch an, der Text wurde allerdings regionalisiert. Plötzlich wimmelte er vor Rieser Ortsnamen: „I hear di, i hear di, von Al’re bis nach Eadi.“ Das passende Mundartgedicht dazu lieferte prompt – und ohne sich mit Shalamazl abgesprochen zu haben – der Bäumenheimer Manfred Wiedemann mit seinem „Die schwäbische Himmelsrichtunga“. Als die Lacher verebbt waren, folgte „Spätes Glück in Kanada“ aus Wiedemanns gleichnamiger Sammlung dreier Erzählungen. Die ernste Geschichte begleitet ein Paar, das sich über einen Unfall erst verliert und dann den Neuanfang in der Ferne plant.

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Auch ins Ausland, aber nach Italien, führt Irene Hülsermanns erster Roman „Reise ihres Lebens“, den die Schriftstellerin aus Donauwörth kurz und die Neugier weckend vorstellte. Die Mischung aus Familiensaga und Roadtrip ist mit vielen Reisetipps für Bella Italia plus Rezepten garniert. Auch Frankreich hatte seinen Auftritt in Form einer deutsch-französischen Liebesgeschichte aus der Nachkriegszeit – Gerhard Sagasser, der in Passau und Donauwörth wohnt, las den Text aus eigener Feder.

Doch auch hierzulande rührt sich viel, bewiesen die anderen Autoren. Zur „Mobilen Zeitreise“ lud Harald Metz aus Fünfstetten ein: Sein gleichnamiges Buch lässt seine Fahrerlebnisse vom Kinderwagen bis hin zu Oldtimer-Minis in Kurzgeschichten Revue passieren. Ulrike Karg aus Thierhaupten nahm das Publikum mit zum Kühlschrank-Kauf mit Hindernissen. Petra Quaiser aus Alerheim erinnerte an ihren ersten Schultag anno 1960 – als die Klassenzimmer doppelt so voll wie heute waren, aber gleichzeitig halb so laut. Dass auch ein Leben ganz ohne Schule möglich ist, wenngleich in Deutschland nicht legal, darüber referierte Petra Plaum aus Donauwörth. Die Journalistin hat mit Lucinde Hutzenlaub und Hendrik Lambertus das Sachbuch „Die beste Schule für mein Kind“ verfasst und berichtete, warum und wie manche Eltern ihre Kinder ganz ohne Unterricht erziehen.

Mit einem Jodler und einem Schlaflied entließen Shalamazl das Publikum in die Herbstnacht. Solche Weltreisen voller Erinnerungen und Gesellschaftskritik, zeigten alle sich einig, darf es in der Region ruhig häufiger geben. (pm)

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