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Politik

29.01.2019

In Nördlingen gibt es ein neues Amt

In Nördlingen gibt es seit Anfang Januar neben dem Amt für Maßregelvollzug auch das Amt für öffentlich-rechtliche Unterbringung. Beide Ämter sind Teil des Zentrums Bayern Familie und Soziales.
Bild: Anja Ringel

Neben dem Amt für Maßregelvollzug ist nun eine weitere Abteilung des Zentrums Bayern Familie und Soziales in Nördlingen. Welche Aufgaben sie hat.

Sie kümmern sich um Personen, die in Psychiatrien untergebracht sind und überprüfen die Unterbringungen: Seit Anfang Januar gibt es in Nördlingen das Amt für öffentlich-rechtliche Unterbringung. Das neue Amt ist eine Abteilung des Zentrums Bayern Familie und Soziales und befindet sich genau wie das Amt für Maßregelvollzug in der Reimlinger Straße 2 bis 4. Leiterin beider Ämter ist die Nördlingerin Dr. Dorothea Gaudernack. Sie erklärt, dass beide Ämter jedoch inhaltlich unabhängig sowie organisatorisch und personell getrennt arbeiten.

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Das Amt für Maßregelvollzug gibt es seit 2016 in Nördlingen. Es ist die Fachaufsicht über den Maßregelvollzug in Bayern. Die neue Abteilung des Zentrums Bayern Familie und Soziales ist laut Gaudernack die Fachaufsicht über die öffentlich-rechtliche Unterbringung nach dem neuen Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz und ist für ganz Bayern zuständig.

„Wenn Menschen wegen einer psychischen Erkrankung eine Gefahr für sich selbst oder Dritte darstellen, kann eine Unterbringung in der Psychiatrie erforderlich werden“, erklärt die Leiterin. Das können laut Gaudernack Fälle sein, wie der in der Nördlinger Polizeistation vergangene Woche als sich ein Mann mit Benzin überschüttete und ein Feuerzeug in der Hand hielt. Der Mann sei daraufhin von der Polizei vorläufig in einen Klinik gebracht worden. In solchen Fällen entscheide danach ein Gericht über die weitere Unterbringung. Die rechtliche Grundlage für die sogenannte öffentlich-rechtliche Unterbringung finde sich in dem neuen Gesetz über Psychisch-Kranken-Hilfe.

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Das Amt soll Ansprechpartner für untergebrachte Personen sein

Als Fachaufsichtsbehörde soll das Amt Gaudernack zufolge unter anderem Ansprechpartner für untergebrachte Personen und deren Vertreter und Angehörige sein. Das heißt konkret, dass sich Patienten an die Fachaufsicht wenden können, wenn sie sich zum Beispiel über Beschränkungen während des Klinikaufenthalts beschweren möchten.

Die Mitarbeiterinnen des Amtes für öffentlich-rechtliche Unterbringung (von links): Alexandra Plenk, Leiterin Dorothea Gaudernack und Michaela Seybold.
Bild: Rudi Siegel


Zudem sollen die Mitarbeiter die Träger und Beschäftigten der Einrichtungen beraten und unterstützen. Eine weitere Aufgabe ist laut Gaudernack, dass das Amt die Unterbringungsbedingungen in den jeweiligen Stationen vor Ort überprüft. Kritikpunkte – zum Beispiel von Patienten – leiten sie dann an die zuständigen Einrichtungen weiter. Das Amt für öffentlich-rechtliche Unterbringung sei außerdem Ansprechpartner für verschiedene internationale sowie nationale Auschüsse und Stellen.

Für Gaudernack ist die neue Leitung eine spannende und aufregende Aufgabe. Sie hat vor dreieinhalb Jahren schon das Amt für Maßregelvollzug von der Pike aufgebaut. Nun gebe es aber noch mehr Beteiligte – zum Beispiel eine Vielzahl an Kliniken. Gerade sei die Fachaufsicht in der Aufbauphase. Momentan arbeiten neben Gaudernack drei Mitarbeiter für das Amt für öffentlich-rechtliche Unterbringung. Zwei weitere werden noch dazukommen.

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