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Coronavirus

17.03.2020

In den Notaufnahmen der Donau-Ries-Kliniken wird es eng

Immer mehr Menschen melden sich in den Notaufnahmen der Kliniken des gKU, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Unser Bild zeigt das Stiftungskrankenhaus Nördlingen.
Bild: David Holzapfel

Plus Immer mehr Menschen kommen in die Kliniken, um sich testen zu lassen. Doch das macht bislang nur ein Hausbesuchsdienst. Was ein Mediziner jetzt im Landkreis fordert.

Bis jetzt läuft der Betrieb in den drei Kliniken des Landkreises Donau-Ries weitgehend normal. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU), Jürgen Busse, auf Anfrage unserer Zeitung. Einschränkungen gebe es allerdings inzwischen bei den Besuchszeiten. Ab sofort könnten Besuche nur noch täglich zwischen 15 und 18 Uhr erfolgen. An den Eingängen der Kliniken werden Besucher befragt, ob sie Erkältungssymptome aufweisen oder sich in Corona-Risikogebieten aufgehalten hatten.

Zu den Intensivkapazitäten, die benötigt würden, wenn schwere Fälle des Virus behandelt werden müssten, erklärte Busse, dass es derzeit im Stiftungskrankenhaus Nördlingen sechs Intensivbetten mit Beatmungsgeräten und sechs sogenannte „Intermediate-Care-Betten“ gebe, die der Kurzzeitüberwachung dienten, allerdings über keine Beatmungsmöglichkeit verfügten.

Coronavirus: Wie viele Intensivbetten gibt es?

In der Donau-Ries-Klinik Donauwörth seien sieben Intensivplätze mit Beatmungsgeräten vorhanden. Bei weiteren vier Plätzen handle es sich um Intermediate-Care-Betten ohne Beatmungsgerät. Im Oettinger Krankenhaus gebe es vier Intensivbetten mit der entsprechenden Ausstattung. Laut Busse sollen noch drei dazukommen. Weiter sagte er: „Wir würden gerne aus den Intermediate-Care-Plätzen Intensivbetten machen, wenn wir dafür die Beatmungsgeräte hätten.“ Bei der Regierung von Schwaben habe das gKU diese Situation bereits gemeldet. Von dort aus würden die Bestellungen für die Geräte erfolgen. „Leider geht das nicht von heute auf morgen. Somit können wir nicht davon ausgehen, dass wir in unseren Krankenhäusern zeitnah zusätzliche Beatmungsgeräte bekommen.“

In den Notaufnahmen der Donau-Ries-Kliniken wird es eng

Glücklicherweise gebe es derzeit keine Kapazitätsengpässe, weil es keine Corona-Patienten gebe, die in den Kliniken intensiv behandelt werden müssten. „Das kann sich jedoch spontan ändern“, gab der gKU-Vorstand zu bedenken. Auf die Frage, ob Patienten mit einer Corona-Infektion derzeit in den drei Kreiskliniken behandelt würden, gab Busse keine Auskunft. Recherchen unserer Zeitung zufolge haben die Häuser in Oettingen und Nördlingen derzeit keine Corona-Patienten. Anders in Donauwörth: Dort gebe es derzeit eine geringe Anzahl, die isoliert untergebracht sei.

Situation in den Notaufnahmen zunehmend problematisch

Zunehmend problematisch werde die Situation in den Notaufnahmen, betonte Busse. Dort meldeten sich immer mehr Menschen, um Abstriche machen zu lassen, weil sie bei der Telefonnummer 116117 bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) stundenlang nicht durchkämen. „Wenn das so weitergeht und die Zahlen ansteigen, bricht dort alles zusammen.“ Wie berichtet, sind Tests derzeit nur durch den von der KVB eingerichteten Hausbesuchsdienst nach vorheriger Anmeldung über die 116117 möglich.

Seit Montag – dem Tag, als in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen wurde – denkt die KVB daran, wegen des stetig wachsenden Bedarfs an Tests, die von ihr bisher abgelehnten „Drive-Through-Stationen“ (Durchfahrtstationen) nun doch einzurichten, wie es sie bereits im Ostalbkreis gibt und wo Bürger mit ihrem eigenen Auto vorfahren. In einem Schreiben an ihre Mitglieder sucht die KVB für solche Stationen Ärzte, die bereit seien, vor Ort Testabstriche zu nehmen. Per Fax sollten diese ihre Bereitschaft mitteilen.

Der Nördlinger Internist Dr. Winfrid Grunert fordert nachdrücklich solche Stationen, wie er gestern auf Anfrage unserer Zeitung sagte. Dies wäre eine effektive Möglichkeit, dem zunehmenden Bedürfnis der Menschen nach Tests nachzukommen. „Für Nördlingen könnte ich mir hierfür gut die Kaiserwiese vorstellen“, so Grunert. Mit dieser Forderung spreche er für eine Vielzahl seiner Kollegen, so der Mediziner weiter.

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