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Wetter

14.02.2020

In diesem Zustand sind die Wälder im Ries nach Sturm Sabine

Die Schäden in den Wäldern nach Sturmtief Sabine halten sich in Grenzen. Das sagt Peter Birkholz, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Nördlingen. Unser Bild entstand auf der Marienhöhe.
Bild: Mörzl

Plus Das Sturmtief hat im Landkreis eine Höchstgeschwindigkeit von 103 Kilometern pro Stunde erreicht. Einige Förster haben sich in den Wäldern bereits ein Bild gemacht.

Sturmtief Sabine hat den Alltag so mancher Familie Anfang der Woche durcheinander gewirbelt: Die Schulen blieben am Montag geschlossen. Dachziegel wurden von Gebäuden herabgeweht, ein Lastwagen kippte um und auch zahlreiche Bäume konnten dem Sturm nicht standhalten. Und in den Wäldern?

Laut Deutschem Wetterdienst erreichte Sabine im Landkreis eine Höchstgeschwindigkeit von 103 Kilometern pro Stunde und fällt damit in die Kategorie orkanartiger Sturm. Von einem Orkan (Windgeschwindigkeiten von über 118 Kilometern pro Stunde) kann im Donau-Ries-Kreis aber, anders als in Norddeutschland, nicht gesprochen werden.

Förster im Ries machen sich ein Bild von den Schäden nach Sabine

In den Wäldern waren einige Förster bereits unterwegs und haben sich ein Bild von den Sturmschäden gemacht. Der hält sich im Landkreis in Grenzen. Peter Birkholz, der Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Nördlingen, sagt, dass man mit Erleichterung wahrnehme, „dass relativ wenig passiert ist“. Derzeit geht er von „schätzungsweise 5000 Festmetern Schadholz“ im gesamten Landkreis aus, für den das Amt als Aufsichtsbehörde zuständig ist.

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Birkholz sagt, die einzelnen Windwürfe seien „sehr verteilt“ und es habe „keine großflächigen Schäden“ gegeben. Vor allem seien Fichten von „Einzelwürfen“ betroffen gewesen. Vereinzelt seien aber auch „Nester“, also mehrere zusammenstehende Bäume, umgeworfen worden. Lokal konzentrierten sich die Schäden am südlichen und östlichen Riesrand, „wo wir schwierige Standorte haben“, so Birkholz. Die Böden seien dort besonders tonhaltig, es handele sich um die sogenannte „bunte Breccie“, das Auswurfmaterial des Meteoriteneinschlags. Die Fichten wurzelten wegen des dichten Bodens dort nur sehr oberflächlich.

Video: Verena Mörzl

Birkholz rät Waldbesitzern, mit dem Aufarbeiten des Schadholzes „abzuwarten, bis die unruhige Wetterlage vorbei ist“. Es gebe aktuell immer noch Windstöße, Wintergewitter könnten noch kommen und die Böden seien noch zu nass für Waldarbeiten.

Im Stiftungswald der Stadt Nördlingen stellt auch Revierförster Horst Ferner fest: „Die Schäden sind unerheblich.“ Auf den insgesamt 1500 Hektar Wald zwischen Ederheim, Schweindorf und Utzmemmingen habe der Orkan 200 bis maximal 300 Festmeter Fichten umgeworfen. Mit dem Aufarbeiten beginnt er erst Ende März, „wenn die Sturmsaison vorbei ist“ und bevor der Käfer im Frühjahr komme.

Spaziergängern wird geraten, in den Wäldern im Ries vorsichtig zu sein

Über etwa 10.000 Hektar Wald im Bereich des Riesrandes verfügt das fürstliche Haus Oettingen-Wallerstein. Josef Grau, Mitarbeiter im Forstbetrieb, will den Schaden allerdings nicht beziffern. Er spricht von einer „sehr geringen und unbedeutenden Anzahl“ und von „einzelnen abgebrochenen rotfaulen Fichten“. Bei der Rotfäule handelt es sich um einen Pilzbefall, der über die Wurzeln in den Stamm hoch wandert. Die fürstlichen Wälder erstreckten sich von Fremdingen über Teile in Baden-Württemberg, Baldern, Bopfingen, das Härtsfeld, Hohenaltheim und Harburg, so Grau. Er rät Spaziergängern, vorsichtig zu sein, weil noch abgebrochene Äste in den Kronen hängen, die herabfallen könnten.

Stefan Wurst, Förster der Waldbesitzer Vereinigung Nordschwaben, hat ebenfalls festgestellt, dass vor allem vorgeschädigte „rotfaule“ und „labile“ Fichtenbestände betroffen seien – Bestände also, „wo schon der Käfer gewütet hat“. Da es viel geregnet habe, sei der Boden jetzt aufgeweicht, sodass die Bäume auch schon von leichteren Böen samt Wurzeln umgeworfen werden könnten. Die Waldbesitzervereinigung stehe allen Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite.

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