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Nördlingen

28.08.2019

Insolvenzverfahren: Strenesse entlässt 42 Mitarbeiter

Nun ist es offiziell: 42 Strenesse-Mitarbeiter müssen gehen.
Bild: Szilvia Izso

Plus Der Nördlinger Modehändler Strenesse kündigt einen Job-Abbau an. Zunächst sollen 42 Menschen gehen. Was der Geschäftsführer dazu sagt. 

Es sind bittere Tage für Strenesse. Wieder steckt das Nördlinger Modeunternehmen in einem Insolvenzverfahren, wieder geht es um die Zukunft vieler Mitarbeiter. Am vergangenen Dienstag gab es für sie eine Versammlung; dieses Mal teilte ihnen die Geschäftsführung mit, wie viele von ihnen zunächst in einer Transfergesellschaft beschäftigt werden – und dann doch einen neuen Job suchen müssen.

42 Mitarbeiter treffe es in Nördlingen und München, sagte Geschäftsführer Dr. Hubert Ampferl am Mittwoch unserer Redaktion. Mancher sei von dieser Nachricht schockiert gewesen, berichtet einer, der bei der Versammlung dabei war, und seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Doch irgendwie sei es vor allem traurig, dass von einer Weltfirma, die in den besten Jahren hohe Millionenbeträge erwirtschaftet habe, am Ende so wenig übrig bleibe.

Insolvenzverfahren: Strenesse lagert die Logistik aus

Ampferl sagt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die gesamte Textilherstellung in Deutschland im Umbruch sei. Er spricht von einem Transformationsprozess, die Produktentwicklung müsse schneller, flexibler und kostenvariabler werden. Die Strenesse New GmbH habe deshalb beispielsweise die Logistik outgesourct. Das bedeutet: Das Modeunternehmen hat keine eigene Logistik mehr, sondern setzt auf einen Dienstleister. Und der wird nur für den Aufwand bezahlt, für den man ihn benötigt.

Insolvenzverfahren: Strenesse entlässt 42 Mitarbeiter

Umsätze und Kosten hätten sich zuletzt besser entwickelt, als geplant, sagt Ampferl. Doch die Sommerkollektion 2020 ist bei den Händlern offensichtlich nicht so gut angekommen, wie erwünscht. Ampferl formuliert es so: „Das hat nicht unsere Erwartungen erfüllt.“ Unabhängig davon seien „betriebliche Anpassungen“ unausweichlich gewesen.

Anhand der Bestellungen für die Sommerkollektion können die Strenesse-Verantwortlichen nun allerdings auch sehen, welchen Umsatz sie 2020 ungefähr erwarten können – und wie viele Mitarbeiter sie brauchen. Ampferl will an dem Unternehmen weiter festhalten: „Wir sind es der verbleibenden Belegschaft schuldig, alles dafür zu tun, um die Umsätze zu stabillisieren.“ Die Mode von Strenesse habe zudem eine große Anhängerschaft.

Strenesse-Mitarbeiter kommen in eine Transfergesellschaft

Die 42 Männer und Frauen stehen nicht sofort auf der Straße. Sie werden zunächst für einige Monate in einer Transfergesellschaft weiterbeschäftigt. Einen „weichen Übergang“ nennt das Kilian Krumm von der IG Metall: „Das ist schon positiv.“ Doch er ärgert sich auch über die Schweizer Gesellschafter von Strenesse, die H2P AG, die kein weiteres Geld für diese Gesellschaft zur Verfügung gestellt habe. Was danach aus den Menschen wird? Krumm verweist auf Varta, das Unternehmen will am Standort Nördlingen investieren und ausbauen. Wer jedoch eine modespezifische Ausbildung habe, für den werde es schwer, in diesem Bereich in der Region eine neue Stelle zu finden, sagt Krumm. Auch die großen Textilunternehmen in München hätten derzeit Probleme und würden eher Beschäftigte aus- als einstellen.

Strenesse will in den nächsten Monaten auch Shops und Outlets schließen. Weitere Kündigungen scheinen unausweichlich.

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