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Polizei

10.12.2018

Ist ein Hase Schuld an der Ziegen-Panik?

In diesen Stall in Auhausen verirrte sich der Hund.
Bild: Christina Betz

Laut dem Tierbesitzer stellt sich der Fall etwas anders dar, als ursprünglich von der Polizei berichtet.

Ein Hund ist am Freitagmorgen in Auhausen in ein Ziegengehege gelangt – daraufhin starben 16 Tiere. Das teilte die Polizei am vergangenen Freitag in einer Pressemitteilung mit (wir berichteten). Nun hat sich der Besitzer der Ziegen, Johannes Betz, an unsere Zeitung gewandt. Seine Vorwürfe: Die Polizei sei nicht vor Ort gewesen und der Polizeibericht entspreche nicht ganz den Tatsachen.

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Doch was war geschehen? Betz sah seine Tiere an diesem Morgen im Auslauf, was eher ungewöhnlich sei. „Da wusste ich, irgendetwas stimmt“, sagt er gegenüber den Rieser Nachrichten. Betz lief zum Ziegenstall und schaute nach, fand jedoch nichts. Dann warf er einen Blick in seinen Jungziegenstall und sah verstört wirkende Tiere in den Ecken. Zwischen den Ziegen saß ein Hund, der auf Betz ebenfalls einen irritierten Eindruck machte. Also hob er den Hund über das Gehege nach draußen und band ihn mit einer Leine an. Als er sich um seine Ziegen kümmern wollte, die langsam wieder aus ihrer Deckung hervorkamen, habe er 16 leblose Tiere gefunden. Die Ziegen hätten sich laut Betz aus Angst selbst in die Ecken gedrängt, die hinteren wurden dabei erdrückt.

Hund gehört Onkel des Geschädigten

Zu dem Zeitpunkt habe er noch nicht gewusst, wem der Hund gehört. Deshalb habe er die Polizei verständigt. „Ich wollte einen neutralen Zeugen“, sagt Betz. Er habe den Beamten den Vorfall geschildert, die wollten aber nicht sofort eine Streife rausschicken. Auf Nachfrage der RN sagt Nördlingens Polizeichef Walter Beck, dass sie den Fall als nicht dringend eingestuft hätten, da vom Hund keine akute Gefahr ausgegangen sein soll. Allerdings habe es außer Frage gestanden, dass eine Polizeistreife nach Auhausen fährt. „Die Brisanz wurde vom Tierhalter und meinen Kollegen unterschiedlich eingeschätzt“, sagt er. Dass die Polizei letztlich überhaupt nicht vorort gewesen sei, lag laut Beck daran, dass Johannes Betz den Hundehalter nach seinem Anruf bei der Polizei ausfindig machen konnte und die Angelegenheit mit ihm klärte. Denn der Hund habe dem Onkel des 36-jährigen Geschädigten gehört. Das bestätigt Betz gegenüber unserer Zeitung.

Ist ein Hase Schuld an der Ziegen-Panik?

Den Schaden bezifferte die Polizei in ihrer ersten Pressemitteilung mit insgesamt 300 Euro. Betz sagt, dass der sich aber auf insgesamt 9000 Euro beläuft. Die weitergeleitete Fehlinformation räumt die Nördlinger Polizei ein.

Vom Hund selbst gehe laut Beck keine Gefahr aus. Der habe sich nicht auffällig verhalten, sondern lediglich verirrt. Betz sagt, dass der Tierbesitzer am Donnerstag seinen Hund in der Nähe des Stalls Gassi geführt habe, als dieser sich wegen eines Feldhasen von der Leine losriss.

Wie die Rieser Nachrichten erfahren haben, gab es am Montag ein klärendes Gespräch zwischen Johannes Betz und der Polizei.

Lesen Sie hierzu auch die ursprüngliche Nachricht aus dem Polizeibericht: Hund zwängt sich in Stall: 16 Ziegen sterben in Auhausen

Ziegen sorgten bereits in der vergangenen Woche für Aufsehen in Ebermergen. Den Artikel dazu lesen Sie hier: Entlaufene Ziegen sollen jetzt abgeschossen werden

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