Musik

12.12.2017

Jazz mit Samba-Rhythmen

Der Kammerchor Oettingen gab zusammen mit „RiesJazz“ und der Solistin Conny Pfau ein Konzert in der St. Jakobskirche. Er erfreute seine Zuhörer als Jazzchor.
Bild: Benedikt Wagner

Der Kammerchor Oettingen singt in der St. Jakobskirche eine Jazzmesse. Unterstützt wird er von Conny Pfau und dem Ensemble „RiesJazz“

Der Kammerchor Oettingen hat in der St. Jakobskirche erneut als Jazzchor seine Zuhörer erfreut. Nach dem Weihnachtsoratorium im vergangenen Jahr nahm der Chor mit der Jazzmesse „The Latin Jazz Mass“ von Martin Völlinger wiederum diese Herausforderung an. Hatte doch der Chor unter der professionellen Leitung von Heidrun Michel-Janu bereits 2015 gezeigt, dass er auch dieses Genre „draufhat“. Musikalisch zur Seite stand dem Oettinger Chor das Ensemble „RiesJazz“ mit Thomas Höpfner (Drums) Marcus Prügel (Piano), und Bernd Fischer (Sax), sowie Arndt Pischke (Bass). Als Vokalsolistin konnte Conny Pfau gewonnen werden, die bereits im vergangenen Konzert mit ihrer jazzigen Alt-Stimme perfekt zum Stück passte.

Sie eröffnete das Konzert mit „The Rose“ von Bette Middler, bot dann das weltbekannte „What a Wonderful World“ von Louis Armstrong dar. Danach spielte „RiesJazz“ „One-Note-Samba“ von Antonio Carlos Jobim und „Morning Dance“ von Spyro Gyra. Hier zeigten die Musiker die ganze Bandbreite ihres Könnens, das auch durch die gute Akustik der Kirche und dem von Tonmeister Franz-Josef Wagner perfekt abgestimmten Sound voll zur Geltung kam.

Nun betrat der Kammerchor unter Leitung von Heidrun Michel-Janu das Podest. Die Sänger bestritten den Hauptteil des Abends mit „The Latin Jazz Mass“ Die satztechnisch und musikalisch ausgesprochen vielfältige Messe ist geprägt von Empfindungen wie Freude, Zuversicht, Hoffnung und Glück, begeistert nicht nur durch ihre detaillierte Ausdeutung der Texte, sondern auch durch ihre Kombination unterschiedlichster Rhythmen und Stile – von Salsa, Samba, Bossa Nova, Rumba, Tango, Gospel bis zu Pop-Ballade und Funk.

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Alle Choristen, schwarz gekleidet mit gelben und orangen Schals bzw. Krawatten– perfekt abgestimmt mit den Farben des Partiturcovers. Mit dem „Kyrie“ im Salsa-Rhythmus zeigten die Sänger schnell, dass sie auch im Jazzmetier mehr als zu Hause sind. Perfekt abgestimmtes Timing und wunderschön interpretierte Phrasen zeugten von einer intensiven Probenarbeit. Die rund 40 Männer und Frauen des Kammerchores stimmten anschließend das „Gloria“ an, gefolgt von „Psalm und Halleluja“. Auch meisterte der Chor das rhythmisch ausgesprochen anspruchsvolle „Laudato si, mi Signore“, das im Wechsel mit der Solistin Conny Pfau dargeboten wurde. Übrigens das einzige Stück, bei dem der Komponist Italienisch verwendete, während alle anderen Teile in englischer Sprache abgefasst waren.

Immer wieder zeigte sich, dass sich der Chor fast eine dreiviertel Stunde lang voll und ganz auf ein starkes, professionelles Fundament der Formation „RiesJazz“ verlassen konnte. Nach dem „We proclaim your death“, in dem vor allem die Solistin den tragenden Part hatte, sang der Chor das „Our Father“, welches vom Komponisten als „Pop Ballad“ arrangiert wurde. Hier konnte man die Inbrunst, mit der der Chor dieses Stück darbot, förmlich spüren. Nach dem „Agnus Dei“, „Lord I am not worthy“ und „I looked up“ folgten nun die Ballade „Peace, I give to you“.

Zwei Zugaben nach langem Beifall

Den Abschluss bildete das „Lied der Freude über Gott“ – „Sing the song of joy to our God“ bei dem die Sänger ihr stimmliches Volumen und ihre Ausdrucksstärke unter Beweis stellen konnten. Die fast 300 Gäste dankten allen Beteiligten für den gelungenen Konzertabend mit anhaltendem Beifall, sodass dem Kammerchor gar nichts anderes übrig blieb, als zwei Zugaben noch einmal zum Besten zu geben. (pm)

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