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05.07.2010

Jetzt rauchen die Köpfe in der Kneipe

Nördlingen/Donauwörth Insgesamt 99 117 Landkreisbürger waren gestern aufgerufen, beim Volksentscheid zum Rauchverbot ihre Stimme abzugeben. Das Endergebnis im Landkreis Donau-Ries fiel deutlich aus und entsprach dem bayernweiten Trend: 57,5 Prozent votierten für den Gesetzentwurf des Volksbegehrens, 42,5 Prozent stimmten für die Beibehaltung der geltenden Regelung. Die Beteiligung am Volksentscheid lag nach dem vorläufigen Endergebnis bei 37,7 Prozent.

Von Bernd Schied und Carl Völkl

Die größe Zustimmung für ein striktes Rauchverbot gab es in der Kreisstadt Donauwörth mit 66,4 Prozent, gefolgt von der Gemeinde Möttingen mit 64,1 Prozent. Reimlingen meldete 62,9 Prozent. In der Großen Kreisstadt Nördlingen hatten 58,1 Prozent mit "Ja" gestimmt.

Die meisten Befürworter für die geltende Regelung, also einem gelockerten Rauchverbot, sitzen in der Südriesgemeinde und CSU-Hochburg Forheim. Dort halten 60,2 Prozent nichts von einer Verschärfung des Nichtraucherschutzes, gefolgt von Wolferstadt mit 56 Prozent. Recht eng ging es in der Marktgemeinde Wallerstein zu. Das Ergebnis hier: 50,1 Prozent "Nein", 49,9 Prozent "Ja".

Jetzt rauchen die Köpfe in der Kneipe

In einer ersten Stellungnahme gegenüber den Rieser Nachrichten sagte der Sprecher der Ries-Gastronomie, Jürgen Mammel, gestern abend, er begrüße den Ausgang des Volksentscheids: "Speisen und rauchen passen nicht zusammen."

Zustimmung und Ablehnung

Natürlich habe jetzt die Kneipe um die Ecke ein Problem, aber: "In der Regel gehen die Leute wegen der Atmosphäre, wegen dem Wirt, der Bedienung, der Bekannten und Freunde dorthin. Wenn sie jetzt, nur weil sie in der Kneipe nicht mehr rauchen dürfen, ihre Stammkneipe meiden, dann hat schon vorher etwas nicht gestimmt. Wirt und Gast müssen nämlich harmonisieren", betonte der Chef vom "Hotel am Ring".

Blankes Entsetzen herrscht dagegen bei Gerhard Burger vom Irish Pub in Nördlingen: "Das Ergebnis ist eine absolute Katastrophe für mich." Der Wirt sieht sich in seiner Existenz bedroht, weil er eine Kneipe betreibe, in der eben getrunken und geraucht werde.

Georg Schmid schweigt

Der "Vater" des absoluten Rauchverbots, wie es die CSU ursprünglich beschlossen hatte, der Fraktionschef der Christsozialen im Landtag, Georg Schmid, sagte bereits am Freitag, er werde sich "keinesfalls" zum Ausgang des Volksentscheids äußern: "Ich hab sogar ein Interview mit dem ZDF ausgeschlagen." Insider vermuten, Schmid wolle im Nachhinein öffentlich keinen Triumph auskosten, um nicht seinen Parteichef Horst Seehofer zu reizen. Die CSU ist nämlich bekanntlich eine Gegnerin des Volksbegehrens gewesen. Nachdem die Wahlbeteiligung in den Kommunen am Vormittag eher gering war, zog sie nach 14 Uhr bis zum späten Nachmittag spürbar an. Carmen Lechner vom Ordnungsamt in Nördlingen sprach von rund 20 Prozent der Stimmberechtigten bis 16 Uhr. Die Marktgemeinde Wallerstein meldete ebenfalls rund 20 Prozent. In Oettingen waren es am späten Nachmittag knapp 30 Prozent, während Wemding 25 Prozent registrierte.

Run am Spätnachmittag

Im Vergleich zu den genannten Kommunen waren die Deininger noch fleißigere Urnengänger. Bürgermeister Karlheinz Stippler zeigte sich überrascht von 32 Prozent. "Damit habe ich nicht gerechnet", meinte er gegenüber den RN.

Offenbar gab es kurz vor Schließung der Wahllokale nochmals einen "Run" auf die Urnen. Wie berichtet, waren bis jetzt in kleinen Kneipen mit weniger als 75 Quadratmetern Fläche, in Nebenräumen von Gaststätten, in Diskotheken und Festzelten die Raucher willkommen.

Ab 1. August, dem Tag, an dem die neue Regelung in Kraft tritt, ist es nun vorbei mit der gelockerten Handhabung, die der Bayerische Landtag mit der Mehrheit der Koalitionsregierung aus CSU und FDP Mitte vergangenen Jahren in Kraft gesetzt hatte. "Ergebnistabelle Seite 32

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