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Bildung

22.02.2020

Jonas Hertle macht sich fit für die digitale Welt

Jonas Hertles Begeisterung für die Programmierung automatisierter Abläufe deckt sich hervorragend mit den bevorstehenden beruflichen Anforderungen.
Bild: Hummel

Plus Der 22-Jährige belegt an der Technikerschule in Nördlingen das Fach „Digitale Transformation“. Für Schüler auf dem Sprung ins Berufsleben hat er einige Ratschläge.

Das Fach „Digitale Transformation“ war ein Pilotprojekt an der Technikerschule im Nördlinger Berufsschulzentrum – jetzt ist es bayernweit Lehrfach(wir berichteten). Jonas Hertle aus Baldingen belegt das Fach in seinem zweiten Schuljahr an der Technikerschule – zuvor hat er nach seinem Abschluss an der Realschule Maria Stern bei der Oettinger Firma Lessmann eine Ausbildung zum Mechatroniker absolviert und dort direkt in der Maschineninstandhaltung gearbeitet. Das neue Schulfach, in dem es in erster Linie um die intensive Vernetzung technischer Komponenten geht, sieht er als ideale Erweiterung seiner beruflichen Erfahrung: „Als Mechatroniker lernte ich bereits die Automatisierungs-Schiene kennen; jetzt wird mir das Hintergrundwissen dazu vermittelt.“

Wie kann man größere Datenmengen nutzen?

Ein derartiges Wissen nutze künftig in jedem technischen Beruf, meint der 22-Jährige. Im Unterfach Netzwerktechnik lernt er die Grundlagen, immer größere Datenmengen für immer komplexere Entscheidungsfindungen zu nutzen. Neuronale Netzwerke wiederum sind Grundlage für das Fach „Künstliche Intelligenz“. Ein Beispiel: Man wertet Sensorendaten von Maschinen aus, die Vibrationen oder akustische Signale aufzeichnen. Anhand eines veränderten Vibrationsmusters erkennt dann beispielsweise eine Fräsmaschine rechtzeitig einen Defekt, der abgestellt werden kann, bevor die Maschine ausfällt.

Das Fach „Digitaler Zwilling“ bezeichnet die rein virtuelle Abbildung einer CAD-Anlage. So lassen sich Steuerungsvorgänge mit deutlich weniger Prototypen programmieren. Beispielsweise kann dann sichergestellt werden, dass sich Roboter bei einer Fertigung nicht gegenseitig in die Quere kommen. „Man findet Dinge heraus, die man vorher nicht gesehen hat, und spart massig Zeit bei der Inbetriebnahme“, sagt Hertle.

Jonas Hertle macht sich fit für die digitale Welt

Mit neuen Ideen und aktuellem Know-how in die Industrie

Digitale Transformation erfülle eine der großen Grundaufgaben der Schule, Techniker mit neuen Ideen und aktuellem Know-how in die Industrie hinaus zu schicken. Der Stoff ist sehr nah an Hertles Idealvorstellung, später automatisierte Maschinenanlagen zu programmieren: „Ich hatte schon immer handwerkliches Talent, habe auch durchaus überlegt, Maurer zu werden.“ Aber er erkannte, dass vieles, was heute noch per Hand gemacht wird, vielleicht bald von Robotern und Maschinen übernommen wird. Also verlegte er sich auf den zukunftsfähigen Bereich, der ganz sicher dem Menschen überlassen bleibt, eben der virtuellen Steuerung.

Für Schüler an der Schwelle zum Berufsleben hat er reale Ratschläge: „Praxis ist ein großer Sprung ins Leben.“ Das bedeute zunächst, dass man sich beizeiten von abstrakten Lehrstoffen lösen soll. Er empfiehlt, möglichst viele Praktika zu machen: „So stößt man am besten auf seine Talente.“ Mit praktischen Berufen sei man heute flexibel, könne darauf aufbauen, Praxis mit Studium verbinden und beispielsweise den Bachelor an der Fachhochschule machen. Jonas Hertle ist sehr froh, in unserer Region die richtige Struktur dafür vorzufinden, also Technikerschule oder Technologiecentrum West (TCW) mit der Möglichkeit eines dualen Studiums an der Augsburger Hochschule: „So bleiben die Leute in der Region.“

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