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Jüdische Erinnerungskultur für die Masse ist ein wichtiger Beitrag

Jüdische Erinnerungskultur für die Masse ist ein wichtiger Beitrag
Kommentar Von Verena Mörzl
25.01.2019

Veranstaltungen in Nördlingen und im Ries setzen Zeichen gegen Antisemitismus. Es gibt aber noch viel zu tun.

Die Besucherzahlen und die Beteiligung an den aktuellen Veranstaltungen des Evangelischen Bildungswerks lassen einen zunächst erkenntnisreichen und auch erfreulichen Schluss zu – in Nördlingen ist das Interesse an den Juden, dem jüdischen Glauben und den Gedenkveranstaltungen groß. Abseits dieser Veranstaltung engagieren sich Vereine wie der Freundeskreis der Synagoge in Hainsfarth aktiv um eine belebte Synagoge, um ein Denkmal für die Gesellschaft, das offen erlebt werden kann. Oder aber der Verein bringt Autoren wie Juna Grossmann nach Nördlingen, die gern gehört werden.

Ein gutes Zeichen gegen Antisemitismus

Ein gutes Zeichen gegen Antisemitismus, der in der Region zwar nicht stark öffentlich zur Geltung kommt, aber unterschwellig durchaus vorhanden ist. Schnippische Bemerkungen zur Vertreibung der Juden in Hainsfarth kamen beispielsweise bei der Bürgerversammlung in Hainsfarth 2018 aus einer Ecke, als es um Mikwe und ehemalige Synagoge ging. Private Anfeindungen der Gläubigen zählen ebenfalls dazu. Ein offenes Geheimnis.

Das Ries ist keine Insel der Glückseligen. Die Fülle an Veranstaltungen zeigt aber wohl, dass das Vermächtnis geschätzt und der stillen Antipathie eine klare Haltung entgegengesetzt wird. Das ist nicht nur aktuell der Fall, weil am 27. Januar des Holocausts und seiner Opfer gedacht wird. Das zeigen Publikationen über Juden in Nördlingen oder Wallerstein. Führungen und Veranstaltungen am Tag der jüdischen Kultur spiegeln das Interesse ebenfalls wider. Schulklassen interessieren sich für die Synagoge in Hainsfarth, aber noch nicht in der breiten Masse. Dabei sind gerade Kinder und Jugendliche wissbegierig.

Jüdische Erinnerungskultur für die Masse ist ein wichtiger Beitrag

Populärer Beitrag für die Erinnerungskultur

Das Evangelische Bildungswerk bringt mit der FC-Bayern-Ausstellung einen populären Beitrag in diese Erinnerungskultur ein, der dem einen oder anderen auch einen besseren Zugang zu dem Thema ermöglicht – dieser Jude war einer wie wir, ein Fußballer.

Das wiederkehrende Erinnernmüssen zeigt aber auch, dass es noch ein langer Weg ist, bis der jüdische Glauben ohne viel Aufwand seinen Platz im Ries findet. Immerhin wird er bereits begangen.

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