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Kultur in Oettingen

19.11.2019

Kabarett im alten Oettinger Kinosaal: Im Nahkampf mit dem Publikum

Moritz Gruber (links) und Silvan Hertle sitzen im Kinosaal der Goldenen Gans in Oettingen.
Foto: Peter Urban

Plus Moritz Gruber betreibt mit Silvan Hertle im Kinosaal der Goldenen Gans das Projekt Kinokabarett. So wollen die Männer das alte Oettinger Kino weiter mit Leben füllen.

Wer im alten Kino in Oettingen auftritt, der geht als Künstler schutzlos in den „Nahkampf mit dem Publikum“. Das sagt Moritz Gruber aus voller Überzeugung: „Das war bei mir so, das war bei Tits & Jazz so und das war bei Maxi Schafroth so.“ Alle Künstler, die bisher in seinem Projekt Kinokabarett, das er zusammen mit Silvan Hertle in der Goldenen Gans in Oettingen betreibt, aufgetreten sind, bestätigen die These. „Du bist so unmittelbar in Kontakt mit den Leuten, du spürst jede ihrer Reaktionen, das ist Adrenalin pur.“ Wie kam es zur Idee Kinokabarett?

Kleinkunst in der Goldenen Gans in Oettingen

Diesen Kick, dieses echte Erleben von Kunst, die man eigenartigerweise dann Kleinkunst nennt, möchte Moritz Gruber über das jetzige erste Startprogramm hinaus weiterentwickeln. Der Oettinger ist studierter Gitarrist, fing schon im Alter von zwölf Jahren autodidaktisch mit dem Gitarrenspiel an, begann zuerst ein Lehramtsstudium mit dem Unterrichtsfach Musik, um sich dann doch nach dem ersten Staatsexamen ganz der Gitarre zuzuwenden, unter anderem als Stipendiat bei „Yehudi Menuhin Live Music Now“ in Augsburg. Mit seiner Prüfungsarbeit für den Master in Musikvermittlung und Konzertpädagogik fing alles an in Oettingen. Vor aller Augen, bei einer öffentlichen Veranstaltung und mit einem Stück, das Moritz Gruber selbst konzipiert, geschrieben und inszeniert hat: „Neues aus meiner alten Schublade oder wie die Welt Georg Kreissler verpasste.“ Der damalige Erfolg hat ihn weiter bestärkt in der Annahme, dass auch in einer kleinen Stadt wie Oettingen eine Kleinkunstbühne bestehen kann.

Maxi Schafroth im Kinokabarett in der Goldenen Gans in Oettingen. Der Allgäuer wurde begleitet von Gitarrist Markus Schalk.
Foto: Toni Kutscherauer

In Silvan Hertle hat Gruber den passenden Partner gefunden, ohne ihn zu suchen: Die beiden kennen sich schon seit der Jugend, sie haben beim TSV Oettingen zusammen Fußball gespielt. Weil Gruber aber deutlich besser mit der Gitarre als mit dem Ball umgehen kann, hat er die im Vergleich zum Fußballprofi ungleich „brotlosere“ Kunst bzw. Karriere des Konzertpianisten eingeschlagen. Und die will er auch weiter verfolgen, er „will nur spielen“, in verschiedenen Formationen und verschiedenen Genres.

Nebenbei gibt er auch Gitarrenunterricht und verfolgt sein Ziel, das Kinokabarett zu etablieren. Das herrlich „abgerockte“ und außergewöhnliche Ambiente des alten Kinos ist bestens dafür geeignet, für Kleinkunst aller Art, für Jazzkonzerte und alles „was nicht so viel Platz braucht, denn hinter der Leinwand ist nichts mehr“, die eigentliche Bühne ist wirklich sehr schmal. Trotzdem ist zum laufenden Programm (am Freitag zum Beispiel „Christoph Theussl’s Welthitz“) auch Kindertheater geplant.

Oettinger Kinokabarett: Hertle und Gruber hoffen auf Unterstützung

Man wolle im Hause Hertle/Gruber offen bleiben für Vieles, aber auf jeden Fall das begonnene Projekt weiter entwickeln: „Wir sind moderne Gaukler, wir haben kein Geld, aber wir halten mit unserer kleinen Kunst die Zeit an und wollen unser Publikum glücklich machen.“ Ein bemerkenswerter Vorsatz, der alle Unterstützung verdient hätte. Silvan Hertle und Moritz Gruber sind Optimisten, sie sind zuversichtlich, dass sich irgendwann vielleicht Sponsoren melden (oder gar die Stadt Unterstützung zusichert) und gehen derweil in Vorleistung mit einem Programm, das finanziell mit sehr heißer Nadel gestrickt ist und gerade deshalb ein dankbares Publikum verdient hätte. Das Programm ist jederzeit einzusehen unter www.kinokabarett.de.

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