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Nördlingen

16.09.2016

Kaum Asylbewerber in der Unterkunft

Die beiden Asylunterkünfte in der Nürnberger Straße in Nördlingen standen wochenlang leer. Derzeit kommen erheblich weniger Flüchtlinge in der Region an als noch vor einigen Monaten.
Bild: Bernd schied

Mittlerweile kommen kaum noch Flüchtlinge im Landkreis Donau-Ries an. Die neue Herberge in Nördlingen wird daher kaum genutzt. Mietverträge laufen aus.

Wochenlang standen die beiden Asylunterkünfte mit der auffallend gelben Farbe in der Nürnberger Straße in Nördlingen leer. Manche Zeitgenossen argwöhnten schon, dass sie doch mittlerweile überflüssig wie ein Kropf seien, wo doch kaum noch Asylbewerber im Landkreis ankämen. Der Asylkoordinator am Landratsamt Donau-Ries, Achim Frank, bestätigt nach einem monatelangen Ansturm derzeit erheblich weniger Ankünfte von Flüchtlingen mit der Folge, dass der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten von Tag zu Tag sinke.

Dennoch müssten diese weiter vom Kreis unterhalten werden. In die beiden Hallen gegenüber dem TCW würden jetzt eine syrische Familie und Ende der Woche eine Reihe von Einzelpersonen aus Eritrea und Afghanistan für eine gewisse Zeit unterkommen.

Laut Achim Frank ist dieser Personenkreis bereits seit Längerem im Landkreis. Von der syrischen Familie wisse er, dass sämtliche Familienmitglieder in Maßnahmen seien, was in erster Linie die Teilnahme an Integrationskursen bedeute, in denen ihnen unter anderem Deutsch beigebracht werde.

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Auf die Unterhaltskosten angesprochen, verweist Frank auf den bestehenden Mietvertrag mit dem Eigentürmer, dem Mörslinger Unternehmer Josef Albert Schmid. Die monatliche Miete müsse bezahlt werden, egal ob die beiden Hallen voll, halb- oder ganz leer seien. Aber wer könne schon Vorhersagen für die nahe Zukunft machen, meint der Asylkoordinator im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es ist überhaupt nicht abzusehen, ob und wann sich die Zahl der Ankommenden wieder erhöht. Sollte dies der Fall sein, könnten Unterkünfte sehr schnell wieder benötigt werden.“

Dennoch: Vor dem Hintergrund der sinkenden Zahl an Flüchtlingen sei der Landkreis beim Betrieb der Unterkünfte zur Wirtschaftlichkeit verpflichtet. Soll heißen: „Das Landratsamt wird mehrere auslaufende Mietverträge von Unterkünften nicht verlängern.“ Auch die Möglichkeit, die Miete bei noch laufenden Verträgen zu senken und dadurch Kosten zu sparen, wird Frank zufolge geprüft.

Erleichtert werde der Umgang mit der gesamten Asylproblematik inzwischen dadurch, dass im Landkreis alle mit dem Thema beschäftigten Kollegen gut aufeinander eingespielt seien und eine gewisse Routine entwickelt hätten, was die ganze Sache erheblich vereinfache. Sollten die Zahlen der Asylbewerber wieder nach oben gehen, sei die Verwaltung dafür gut gerüstet, ist sich Achim Frank sicher.

Eine wichtige Funktion bei der Unterbringung der Migranten nehmen vor allem die sogenannten Quartiersmanager ein, von denen es derzeit sieben im Landkreis gibt. Eine davon ist Uta Kretzschmar, die sich beispielsweise um die künftigen Bewohner der beiden Hallen in Nördlingen kümmert. Sie hilft nicht nur beim Umzug, sondern steht den Flüchtlingen auch bei Integrationskursen oder Praktikas zur Seite.

Geleitet wird das qualifizierte Team im Landratsamt in Donauwörth von Ahmad Hamid. Er und seine Mitarbeiter decken auch eine ganze Reihe von Sprachen ab. Arabisch, afghanisch, französisch, portugiesisch, russisch – nahezu in allen Heimatsprachen der Asylanten könnten die Kollegen kommunizieren, sagt er. Dies erleichtere den Umgang erheblich.

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