Newsticker

Pflicht-Corona-Tests: Einreisende aus Risikogebieten müssen sich ab Samstag testen lassen
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Kindergarten-Öffnungen: Spielen im Schichtbetrieb

Nördlingen

25.05.2020

Kindergarten-Öffnungen: Spielen im Schichtbetrieb

In normalen Zeiten wuseln und toben im katholischen Kindergarten St. Georg in Reimlingen bis zu 100 Kinder herum. Gerade aber gelten hier – wie überall sonst – strenge Corona-Maßnahmen. Erst ab dem 1. Juli sollen die Kindertagesstätten wieder im Regelbetrieb geöffnet werden.

Plus Nach monatelanger Pause werden die Kindergärten im Landkreis nun schrittweise wieder geöffnet. So reagieren Rieser Erzieher, Eltern und Kinder auf die Lockerungen.

Das Datum steht: Bis zum 1. Juli sollen wieder alle Kinder zurück in die Kindergärten und Krippen gehen können. Dieses Ziel nannte Ministerpräsident Markus Söder ( CSU) am vergangenen Freitag in seiner Rede auf dem CSU-Parteitag. Für nicht wenige dürfte die Nachricht ein Lichtblick sein. „Die Eltern sind total erleichtert. Es ist eine Wohltat“, sagt Karl Stempfle, Leiter des Liegenschaftsamtes Nördlingen und damit zuständig für Schulen und Kindergärten.

Wegen der Corona-Pandemie darf seit dem 16. März ein Großteil der Rieser Kinder keine Kindergärten mehr besuchen. Die Folge: Einige Eltern gerieten und geraten noch immer an ihre Belastungsgrenze. Wer zum Beispiel nicht in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, muss sich – neben Job und Haushalt – selbst um die Betreuung seines Nachwuchses kümmern. Auch für Kinder eine belastende Situation: Sie können ihre Freunde nicht sehen, Sozialkontakte liegen brach. Bis jetzt.

Größere Lockerungen am Montag

Nun soll auch in den Rieser Kindertageseinrichtungen wieder schrittweise Normalität einkehren. Am gestrigen Montag kam es zur bis dato größten Lockerung der vergangenen Wochen: Vorschulkinder und deren Geschwister durften wieder zurück in den Kindergarten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

In der katholischen Kindertagesstätte Sankt Franziskus in Oettingen sind damit wieder drei Viertel der Kinder in Betreuung. „Sie sind einfach nur glücklich, dass sie wieder kommen dürfen“, sagt Leiterin Ingrid Ganzenmüller. Dabei habe sie eigentlich mit einer anderen Reaktion gerechnet: „Ich habe vermutet, dass die Kinder nach der langen Zeit daheim sehr schüchtern sind und Kontaktschwierigkeiten haben.“

Spielen im Schichtbetrieb

Bei aller Freude verlangt die schrittweise Öffnung den Kindern auch Kompromissbereitschaft ab. „Die tolle Selbstständigkeit, die unsere Kinder früher hatten, muss gerade beschränkt werden“, sagt Ganzenmüller. Wo vor der Corona-Zeit ganz alleine auf die Toilette gegangen wurde, müsse sich jetzt eine Erzieherin an der Türe vergewissern, dass die Kinder alle Hygiene-Regeln beachten. „Das ist schon stressig“, sagt die Leiterin. Auch würden für die Erzieherinnen sehr viele Desinfektions- und Putzarbeiten hinzukommen.

Anderer Ort, ähnliche Situation: Melanie Endmeier ist Leiterin des Kindergartens St. Georg in Reimlingen. Insgesamt rund 100 Kinder von unter einem Jahr bis zum Vorschulalter werden hier betreut. Die Erzieherin gibt Einblicke in den neuen Alltag mit strengen Hygienemaßnahmen: „Jede Stunde klingelt ein Wecker, dann müssen die Kinder ihre Hände waschen.“ Im Speisesaal stehen die Tische jetzt weit auseinander, die Erzieherinnen tragen Masken, Eltern dürfen den Kindergarten nur bis zu einer Plexiglasscheibe am Eingang betreten. Die insgesamt sechs Kindergruppen sind streng getrennt, im Außenbereich der Einrichtungen gilt jetzt spielen im Schichtbetrieb.

"Versuchen, Maßnahmen spielerisch zu erklären"

Ist es schwer, kleinen Kindern die Wichtigkeit von Hygiene- und Abstandsregeln zu erklären? „Wir versuchen, die Maßnahmen spielerisch zu erklären“, sagt Endmeier. Zum Beispiel mit Bilderbüchern und Liedern. „Die Kinder halten sich auch gut daran.“

Wenn alles nach Plan läuft und die Kitas ab dem 1. Juli wieder für alle Kinder öffnen werden, dann seien die Einrichtungen vorbereitet, sagt Stempfle von der Stadt Nördlingen. „Unser Personal ist im Stand-by-Modus.“ Es sei gewährleistet, dass am Stichtag alle Erzieher einsatzbereit seien.

Der weitere Fahrplan der Staatsregierung sieht vor, dass nach den Pfingstferien am 15. Juni jene Kinder zurück in die Kindergärten dürfen, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden. Gleiches gilt für Kinder, die vor dem Übergang in den Kindergarten stehen.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren