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Projekt

24.04.2019

Kirche erstrahlt in neuem Glanz

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Die Renovierungsarbeiten der Kirche in Hoppingen sind abgeschlossen. Die Maßnahmen waren notwendig, weil bei einem Gutachten über Sicherheit und Tragfähigkeit des Dachstuhls erhebliche Mängel festgestellt wurden.
Bild: Muff

Die Renovierung des Gotteshauses in Hoppingen, das mit Rissen durchsetzt war, ist nun abgeschlossen. Mit Beginn der Bautätigkeit kamen noch weitere Schäden zum Vorschein.

Vor Kurzem ist die Renovierung der katholischen Pfarrkirche in Hoppingen abgeschlossen worden. Von der Kirchenverwaltung wurde 2013 beschlossen, die Kirche umfassend zu renovieren, wozu man auch die Zustimmung des bischöflichen Bauamtes erhielt.

Bei einem Gutachten über Sicherheit und Tragfähigkeit des Dachstuhls wurden erhebliche Mängel festgestellt, die dringend zu beheben waren. Die ganze Kirche war durchsetzt mit Rissen. Der Chorbogen zeigte einen tiefen Sprung von der Decke bis unten. Auch die Tragfähigkeit des Dachstuhls war nicht mehr gegeben.

Nach Überprüfung der bischöflichen Finanzkasse über die entstehenden Kosten war die Finanzierung gesichert und der Bau ab 2017 freigegeben. Mit Beginn der Bautätigkeit kamen noch größere Schäden zum Vorschein als angenommen. Einige der Dachbalken waren bereits abgefault, sodass ein Teil des Dachgewichts auf dem darunter liegenden Kreuzgewölbe auflag. Dadurch war auch der tiefe Sprung am Chorbogen entstanden.

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Von einer Spezialfirma wurden um das gesamte Langhaus Löcher in das Mauerwerk gebohrt und mit Hochdruck flüssiger Beton eingepresst. Dadurch wird für lange Zeit die Stabilität der Kirche gewährleistet. Auch die elektrischen Anlagen entsprachen nicht mehr den Vorschriften und wurden vollständig erneuert, ebenso die Heizung. Auf Anregung des Amtes für Denkmalschutz mussten auch die unter Denkmalschutz stehenden Seitenaltäre und Kreuzwegtafeln aus dem Jahr 1755 dringend restauriert werden. Ebenso wurden Deckengemälde, Stuckarbeiten und Seitenwände von einem Kirchenrestaurator in mühseliger Kleinarbeit gereinigt.

Es ist erstaunlich, wie strahlend und leuchtend die Farben der gereinigten Bilder zum Vorschein kamen. Auch die Gotische Madonna aus dem Jahr 1490 wurde wieder an der Frontseite über dem Altar angebracht, wo sie beim Betreten der Kirche sofort in Auge fällt. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten kann man sagen, dass sich der finanzielle Aufwand gelohnt hat und die Hoppinger Kirche nunmehr wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Die Kirche entstand einst aus einer Kapelle romanischen Ursprungs. Der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt. Allerdings muss es bereits kurz nach der ersten Jahr- tausendwende nach Christus eine Kirche in Hoppingen gegeben haben, denn in der historischen Topografie Harburgs ist zu lesen: Parallel mit Errichtung der Burg Harburg 1150 wurde eine eigene Pfarrei gegründet, die den Ortsteil der königlichen Grundherrschaft Hoppingen und die sich bildende Talsiedlung Harburg umfasst. Es ist also anzunehmen, dass zu diesem Zeitpunkt schon eine Kirche oder Kapelle in Hoppingen stand.

Der erste urkundliche Nachweis stammt aus dem Jahr 1385: Der Ritter Berthold von Hoppingen stiftete der Kapelle eine Kaplanei und ewige Messen. Später wird an die Kapelle ein Langbau angebaut und sie dient fortan als Chorraum der erweiterten Kirche. Über Jahrhunderte war die Kirche dem Hl. Leonhard geweiht.

Zur Zeit des 30-jährigen Krieges wird berichtet, die in Hoppingen stehende, der Heiligen Jungfrau Maria geweihte Kapelle ist der Bauweise nach romanischen Ursprungs und mit Fresken bemalt. Nach Ende des 30-jährigen Krieges von 1618 bis 1848 war sie in einem so stark zerstörten Zustand, dass keine gottesdienstlichen Handlungen mehr durchgeführt werden konnten. Die Empore war herausgerissen, Altäre und Bänke von Soldaten zerschlagen und verbrannt. Durch große Opfer und den Fleiß der verbliebenen Bevölkerung wurde sie soweit wieder hergerichtet, dass 1652 der erste Gottesdienst durch Pater Blasius vom Kloster Deggingen (Mönchsdeggingen) gehalten werden konnte. Trotz aller Reparaturen war die Kirche aber noch immer in einem schlechten Zustand.

1669 bereitete man einen Umbau vor, den auch Graf Albrecht von Oettingen bereit war, zu unterstützen. 1673 wurden Altäre, Dachstuhl, Treppe, Empore, Kanzel und Decke neu gebaut. Im Jahr 1729 gab es dann wieder eine neue Bauzeit: die Bretterdecke wurde durch eine schöne Gips-Stuckdecke durch Maurermeister Georg Eberhardt ersetzt und der Kirchenmaler Hans Zink aus Neresheim fertigte schöne Deckengemälde mit Motiven des Hl. Leonhard als Kirchenpatron und Nothelfer an. Der Chorbogen wurde ausgebrochen und das Langhaus mit dem Chorraum in schönen Einklang gebracht.

Im Sommer 1850 wurde bei einem Gewittersturm das Kuppeldach des Turms mitsamt der Helmstange mit dem Bild des Heiligen Leonhard herunter gerissen. Statt der Kuppelbedachung wurde nach harten Auseinandersetzungen mit den Behörden aus Kostengründen ein Spitzdach gebaut. Nach Fertigstellung im Jahr 1851 war der Turm dann um 16 Fuß höher als vorher.

Am 8. April 1961 wurde beschlossen, die Kirche vollständig zu renovieren. Dabei wurde der schöne alte Barock-Altar abgebaut und vernichtet. Der Kirchenmaler Franz Schormüller aus Fremdingen begann mit der Freilegung der alten Fresken im Chorraum. Nach Abschluss der Renovierung wurde die seit Jahrhunderten dem Heiligen Leonhard geweihte Kirche in Mutterschaft Mariens umbenannt. Vor sechs Jahren wurde eine weitere Sanierung begonnen, die nun ihren Abschluss fand.

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