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Hitze

23.06.2017

Kleinigkeiten können verheerend sein

Statt Erde ist nur noch Asche übrig: Eine Zigarette hat an einem Baum neben seinem Anwesen einen Schwelbrand ausgelöst, vermutet Martin Stumpf.
Bild: M. Stumpf

Eine weggeworfene Zigarette verursacht in Nördlingen offenbar einen Schwelbrand. Auch Grillen ist gefährlich

Seit Tagen hat es seltsam gerochen. So, als hätte es in der Nachbarschaft gebrannt, erzählt Martin Stumpf. Seine Frau hat es zuerst bemerkt, während der Nördlinger verreist war. Woher der Geruch kam, konnte sich die Familie jedoch nicht erklären. „Wir dachten zunächst, das kommt vielleicht von den Baustellen nebenan. Vom Schleifen oder Sägen“, sagt Stumpf. Doch als der verbrannte Geruch auch nach vier Tagen noch nicht verschwunden war, machte er sich in der Umgebung seines Anwesens am Weinmarkt genauer auf die Suche.

Kein Rauch, kein Feuer – nichts, was auf einen Brand hinweisen würde. Doch als Stumpf an einem Birnbaum vorbeikam, der in einer Aussparung des Gehsteigs wächst, wurde er stutzig. „Normalerweise war das Loch immer mit Erde gefüllt, bis hoch zu den Pflastersteinen“, sagt der Nördlinger. Diesmal lag es deutlich tiefer. Als er mit der Hand in den Boden fuhr, habe er sofort eine ungewöhnliche Wärme verspürt. Unter der Oberfläche hatte sich ein Schwelbrand entwickelt. „Die torfige Erde war unter der Oberfläche komplett zu Asche zerfallen, es sah aus wie ein altes Lagerfeuer. Die Wurzeln des Baumes wurden komplett verkohlt“, berichtet Stumpf. Mithilfe eines Eimers habe er den Boden mit Wasser getränkt, um den Schwelbrand zu stoppen. Die Feuerwehr habe er nicht verständigt. Man könne von Glück sagen, dass das Fachwerk des Hauses am Weinmarkt erst einen Meter über der Erde beginne. „Ich will gar nicht wissen, was sonst passiert wäre.“ Schuld an dem Brand, da ist Stumpf sich sicher, ist ein glimmender Zigarettenstummel, der in der kleinen Grünfläche entsorgt wurde. Das passiere leider immer wieder an dieser Stelle.

Kreisbrandinspektor Thomas Fink warnt eindringlich davor, seine Zigaretten in der Natur zu entsorgen. „Das sollte man ja ohnehin nie tun, Aber bei dieser Trockenheit und Hitze kann das verheerend sein, besonders im Wald“, meint der Oettinger. Für die meisten Teile Schwabens gelten seit Anfang der Woche die höchsten Gefahrenstufen vier und fünf für Waldbrände. In Wäldern ist das Rauchen während der Sommermonate generell untersagt.

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Auch mit offenen Feuern sollte man momentan extrem vorsichtig sein, empfiehlt der Kreisbrandinspektor. Wer zuhause grillen möchte, solle am besten einen gesicherten Platz wählen. Dieser könne zum Beispiel mit Steinen befestigt werden und sollte weit weg von Hecken oder trockenen Büschen sein. Denn ein winziger Funke oder die bloße Hitzestrahlung eines Grills könne bei diesem Wetter ausreichen, um einen Brand zu erzeugen. „Man darf die Glut außerdem keine Sekunde aus dem Auge lassen“, sagt Fink. Nach dem Grillen sollten die glimmenden Kohlen entweder gut gelöscht oder in einem Feuerfesten Behälter gegeben werden. Von einer raschen Entsorgung auf dem Kompost rät der Experte ab.

Auf öffentlichen Flächen ist Grillen in Nördlingen ohnehin untersagt, daran erinnert Stadtsprecher Rudi Scherer. Das gelte momentan auch für die Grillstelle am Spielplatz Alte Buerg. Zusätzliche Kontrollen wegen der gefährlichen Witterung gebe es deshalb aber nicht, meint Scherer.

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