1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Kollege Daam hat das Ries umrundet

Tag Sieben

12.08.2011

Kollege Daam hat das Ries umrundet

Copy of DSC07131.tif
4 Bilder
Eine großartige Aussicht genießen Christine Hornung und ich auf dem Ipf.

Auf den letzten Kilometern zählt nur noch das Ankommen. Dann ist die Freude groß. Und Sven sagt Danke

Nördlingen Gestern Mittag ist unser RN-Kollege Sven Daam von seiner Wanderung rund ums Ries zurückgekommen. Eine Woche lang war er täglich auf dem Weg, lernte das schöne Land und seine freundlichen Leute kennen. Und jeden Abend wurde ihm von Leserinnen und Lesern der Rieser Nachrichten ein Schlafplatz zur Verfügung gestellt. Nun ist die Aktion abgeschlossen und Sven wird sich erst mal richtig ausruhen. Zuvor hat er freilich noch für uns die Erlebnisse seiner letzten Wanderstunden aufgeschrieben:

Einfach unfassbar. Was ich Donnerstagabend erfahren habe, konnte ich im ersten Moment gar nicht glauben. Aber es ist wahr. Ich bin zu weit gelaufen! Meine Gastmama Christine Hornung legt mir den Beweis vor: Eine Karte zeigt, Bopfingen liegt bereits außerhalb des Kraterrandes. Nun gut. Dann zähle ich das eben als Fleißarbeit.

Ich möchte so früh wie möglich aufbrechen. Meine allerletzte Etappe hinter mich bringen. Um halb acht gehe ich nach einem anständigen Frühstück los. Gegen Mittag müsste ich dann mein Ziel, Nördlingen, erreichen. Auf ins letzte Gefecht. Lediglich 15 Kilometer umfasst mein Tagespensum heute.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ein allerletzter Umweg

Doch allzu leicht möchte ich es mir dann auch nicht machen. Ein kleiner Umweg ist noch drin. Noch einmal möchte ich in die Rieser Wälder eintauchen, die ich in der vergangenen Woche so lieb gewonnen habe. Also gehe ich von Flochberg nicht den direkten Weg. An der Straße ist es auch nicht so schön. Stattdessen mache ich mich auf in Richtung Süden, die Flochberger Halde empor. Noch einmal geht es steil bergauf. Noch einmal zieht es kräftig in meinen Waden.

Im Schatten der Bäume geht es bis zur Röhrbachsiedlung. Dann ist Schluss mit Wald. Die letzten Kilometer von Utzmemmingen über Nähermemmingen bis nach „Nerle“ marschiere ich auf einem asphaltierten Radweg. Nicht so schön, aber anders geht es eben nicht. Und schließlich möchte ich ja nun auch ankommen.

Nur noch ein paar Minuten

Immer sehnlicher drängt sich der Wunsch hervor. Mit jedem Schritt, den ich mache, kommt mir der Daniel ein Stück entgegen. Nur noch ein paar Minuten. Nur noch ein bisschen durchhalten, die pochenden Füße einfach ignorieren. In meinem Kopf dreht sich inzwischen alles nur noch darum anzukommen. Auch der einsetzende Regen ist mir völlig gleich. Der hält mich jetzt nicht mehr auf.

Und auf einmal ist es soweit. Ich laufe am Ortsschild vorbei und auf die Stadtmauer zu. Nach fünf Minuten komme ich zum Berger Tor. Meine Kollegen empfangen mich. Ein großes Hallo. Ich freue mich. Ganz ehrlich. Natürlich auch über mein Radler, dass ich schon vor Tagen telefonisch bestellt habe.

Doch noch ist alles etwas unecht. Ist es wirklich vorbei? Alles rum? Morgen früh kein Fußmarsch? Wahrscheinlich ist es so, wie man immer sagt, und mein Gehirn braucht einfach ein paar Tage, um das Erlebte zu verdauen.

Was ich noch unbedingt loswerden muss, ist eine dieser schmalzigen Danksagungen. Aber meine ist ernst gemeint. Ich verspreche es. Ich möchte mich – jetzt wo es vorbei ist – bei allen Menschen bedanken, denen ich auf meinem Weg begegnet bin, die mir Glück und Mut zum Durchhalten zusprachen. Sie gaben mir das Gefühl, an meinen Erlebnissen und Strapazen wirklich Anteil zu nehmen. Und natürlich danke ich allen Leuten, die mich aufgenommen haben, ihr Zuhause für mich öffneten und mich herzlich in ihrer Mitte willkommen hießen. Danke dafür.

Noch ein kleiner Epilog

Epilog: Viele namhafte Autoren schließen ihre Geschichten mit einem Zitat. Verständlich. Wenn jemand schon die richtigen Worte gefunden hat, borgt man sich diese und rühmt sich ein wenig in ihrem Glanz. Ich möchte es hier anders machen. Ich möchte einer großen Persönlichkeit widersprechen. Bilbo Beutlin sagte über das Wandern: „... und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ Ich weiß es. Nach Hause. Auf mein Sofa. Und da bewegen sie sich auch nicht mehr so schnell weg. Sven Daam

Bei uns im Internet: Bilder und Videos von der Wanderung rund ums Ries: www.rieser-nachrichten.de

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_5801.tif
Verkehr in Oettingen

Plus Oettingen: Wenn Verkehrslärm den Schlaf raubt

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket