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Sind wir schon so weit, dass wir andere leiden lassen?

Kommentar Von Martina Bachmann
11.11.2021

Plus Eine Nördlingerin kann nicht operiert werden, weil auf der Intensivstation kaum noch Platz ist. Martina Bachmann fragt in ihrem Kommentar, wie weit wir als Gesellschaft mittlerweile sind?

Es gibt immer noch Menschen, die den Ernst der Lage nicht sehen oder nicht sehen wollen. Die glauben, das mit Corona, das sei doch nicht so schlimm – und überhaupt, es betreffe sie ja nicht. Weil sie selbst gesund sind und ein starkes Immunsystem haben. Und die argumentieren, dass sie deshalb nicht geimpft werden müssen. All denen sollte der Fall einer Nördlingerin geschildert werden:

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12.11.2021

Frau Bachmann, Sie haben mit diesem Kommentar völlig recht.
Leider gibt es immer noch Leute, die von unserer Bürgerpflicht, sich impfen zu lassen, ablenken. Das Impfen verringert sowohl die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken, wie insbesondere die Schwere einer eventuellen Covid-19- Erkrankung. Es reduziert insgesamt die Ansteckungszahlen und verlangsamt das Entstehen neuer Mutanten. Und es schützt, wie von Ihnen an diesem Beispiel gezeigt unser Krankenhaussystem.

Raimund Kamm

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12.11.2021

Mich fasziniert jeden Tag aufs neue, dass es immer mehr Leute gibt, die anscheinend deutlich klüger sind als alle Ärzte und Virologen. Aus meiner Sicht verdanken wird die aktuelle Situation vor allem den Ungeimpften und nicht Versäumnissen im Krankenhaussystem. Ob und was man in den letzten Jahren versäumt hat, kann man sicher diskutieren, aber es lässt sich nicht mehr ändern. Aber Impfen hätte sich inzwischen fast jeder lassen können. Das sollten auch diejenigen kapieren, die hier nur kluge Kommentare schreiben.

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12.11.2021

Dieses SW-Bild teile ich nicht: 70 % der Intensivbelegung mit Corona resultieren derzeit laut DIVI aus den Altersgruppen ab 50 Jahren, 50 % sind es in den Altersgruppen ab 60 Jahren. In den letzten 4 Wochen machen Impfdurchbrüche bei symptomatischen Fällen ab 60 Jahren mittlerweile 61 % aus, bei den Hospitalisierten dieser Altersgruppe sind es 45 % (ITS 36 %) - wer den RKI-Wochenbericht verfolgt, wird feststellen, dass diese Zahlen nach und nach steigen (weshalb die Impfeffektivität im Vergleich zu den Vorberichten jetzt reduziert wurde - was aber auch nicht überraschend war, wenn man die Verläufe anderer Länder vergleicht und sich die Studienlage anschaut).

Kann man den in der nächsten Zeit vielleicht bald 50 % oder mehr Impfdurchbrüchlern ab 60 Jahren auch einen Vorwurf machen, wenn sie, auch durch die positive Bewerbung dieses Produktes durch die Politik, glaubten, relativ gut geschützt zu sein und dann doch die Krankenhäuser belasten? Sicherlich nicht. Die Pandemie (be)trifft alle und die Schuldfrage nur anhand des SW-Bildes geimpft-ungeimpft zu machen, tritt die Realität nur im Ansatz - aber es macht natürlich das Denken einfacher...

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12.11.2021

Korrektur: Es sind sogar insgesamt 83 % über 50 Jahre, die mit/wegen Corona auf der ITS liegen (ich habe die über 80jährigen unterschlagen): https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/altersstruktur

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12.11.2021

Das die Intensivbetten durch Corona-Patienten belegt sind ist natürlich sehr ärgerlich, das bringt die Pandemie leider immer noch mit sich. Aber wir haben in den 2 Jahren der Pandemie das Hauptproblem in den Krankenhäusern nicht erkannt.
Täglich werden Intensivbetten abgebaut, Krankenhäuser werden geschlossen und das Personal wird auch nicht mehr. Warum wird Parallel zu den ganzen Corona-Maßnahmen an den Problemen nicht gedacht?
Die Einführung der Wehrpflicht oder eines Sozialdienstes wäre denkbar. Mehr staatliche Förderung für Intensivbetten und Krankenhäuser. Es gibt aufjedenfall viele Möglichkeiten hier zu arbeiten.
Das ganze sollte nicht allein auf Corona geschoben werden!

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12.11.2021

Kommen Sie doch bitte nicht mit den unangenehmen Fakten...

Sie haben natürlich vollkommen recht - Covid19 deckt im Wesentlichen viele Versäumnisse der letzten Jahre und Jahrzehnte auf, für die sich in der Vergangenheit viel zu wenige interessiert haben.

Wir haben seit 20 Jahren einen kontinuierlichen Rückgang der Krankenhausbetten (und im diesen Zuge Krankenhausschließungen). Im Jahr 2000 standen pro 100.000 Einwohner noch 685 Betten zur Verfügung, 2019 waren es nur noch knapp 580 (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/254969/umfrage/bettendichte-in-bayern/). Die Zahl der Intensivbetten (ca. 28-29 Betten pro 100.000 Einwohner) ist dagegen relativ konstant geblieben - sofern das die wirkliche Zahl darstellt und man die Zahl nicht schöngerechnet hat.

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12.11.2021

Geht's nur mir so, dass ich den Zusammenhang nicht verstehe? Muss man mit/nach einer Hüft-OP automatisch auf eine Intensivstation? Das ist doch Quatsch!

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12.11.2021

Vllt. nicht automatisch. Aber was passiert bei einer Komplikation, wenn kein Intensivbett frei ist? Außerdem handelt es sich hier ja nicht lediglich um den Austausch des Gelenks sondern um einen Bruch. Risiko erhöht?

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12.11.2021

Naja, viele OPs bergen ein gewisses Risiko, aber man hält doch nicht automatisch Intensivbetten für eventuelle Komplikationen bereit. Das würde - bei ca. 200.000 jährlichen Hüft-OPs in Deutschland (da sind wir im internationalen Vergleich zusammen mit den Schweizern Weltmeister; das entspricht übrigens einer Inzidenz von 300/100.000 Einwohner) keine Krankenhaussystem leisten können (und das würde auch keiner, egal ob Träger oder Steuerzahler bezahlen wollen.

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12.11.2021

@Maja S.

Das kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt im Jahr etwa 200.000 Hüft-OPs in Deutschland (wir sind da übrigens zusammen mit den Schweizern Weltmeister; das ist übrigens eine Inzidenz von 300 OPs pro 100.000 Einwohner). Risiken birgen ja viele OPs, selbst die Entbindung eines Kindes. Man wird nicht für jede OP eine Intensivbett freihalten. Das würde kein Krankenhaussystem stemmen bzw. bezahlen können/wollen. Insofern weiß ich immer noch nicht, was uns der Beitrag von Fr. Bachmann sagen möchte.

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