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Hintergrund

22.03.2019

Kommt der Wohnpark Neue Mitte in Nördlingen?

Dort, wo jetzt noch die Lagerhallen von Strenesse stehen, will Siegfried Schneid den Wohnpark Neue Mitte errichten. Noch handelt es sich aber um ein Gewerbe- und kein Wohngebiet.
Bild: Dieter Mack

Plus Ein Unternehmen aus Mertingen will die Strenesse-Lagerhallen abreißen und Wohnraum bauen. Doch es gibt ein Problem. Welche Rolle das Hallenbad dabei spielt

Für Diskussionsstoff hat ein Artikel der Rieser Nachrichten kürzlich in einer Sitzung des Nördlinger Bauausschusses gesorgt. Wie unsere Zeitung aus gut unterrichteten Quellen erfahren hat, ging es hinter verschlossenen Türen um den Bericht Strenesse-Areal in Nördlingen wird zu Wohnviertel. Darin hatte Siegfried Schneid vom Mertinger Unternehmen „Wohnpark Neue Mitte“ angekündigt, dass die Lagerhallen von Strenesse abgerissen werden sollen – um Platz für Wohnraum zu schaffen. Gar „erbost“ sollen sich Vertreter der Stadtverwaltung über diesen Bericht geäußert haben, berichten mehrere Quellen.

Und auch die Räte seien von Schneids Aussagen überrascht gewesen. Denn: Noch ist das Strenesse-Gelände ein Gewerbe- und kein Wohngebiet. Das bestätigt Stadtplaner Philipp Wettemann auf Nachfrage unserer Zeitung. Und Oberbürgermeister Hermann Faul sagt, man könne noch nicht zu 100 Prozent garantieren, dass der Wohnpark Neue Mitte realisiert werden kann. Aber: „Wir sind bemüht.“ Schließlich brauche man Wohnungen.

Der Lärmschutz spielt eine Rolle

Hintergrund der ganzen Debatte ist die Lage der geplanten Mehrfamilien-, Reihen- und Einfamilienhäuser zwischen Gewerbe und Hallenbad. Zwar gibt es bereits jetzt in dieser Ecke Nördlingens Wohnbau. Doch wenn man den Bebauungsplan ändert und ein Gewerbe- zu einem Wohngebiet macht, spielt der Lärmschutz eine Rolle. Wettemann spricht von einem möglichen „Lärmkonflikt“ zwischen Wohnen und Gewerbe, den es zu vermeiden gelte.

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Die Schreinerei Ziegelmeier ist einer der Nachbarn des möglichen Wohnparks Neue Mitte. In vierter Generation führt Gunter Ziegelmeier die Schreinerei zusammen mit seiner Frau, seit 1966 befindet sich der Betrieb in der Schäufelinstraße. „Ich mache mir schon Gedanken“, sagt Gunter Ziegelmeier. Wer wird da neben ihm einziehen, könnte es Ärger geben? Auch ein Schrotthändler ist offenbar in der Schäufelinstraße angesiedelt.

Schon seit 2017 gibt es Gespräche

Auf der anderen Seite des geplanten Wohnparks Neue Mitte befinden sich das Theodor-Heuss-Gymnasium, der Sportplatz und das Hallenbad. Bekanntlich wartet die Stadt Nördlingen derzeit auf eine Nachricht aus Berlin, hatte sie sich doch für eine Förderung beworben, mit der das Hallenbad am Standort in der Gerhart-Hauptmann-Straße erweitert werden könnte. Nur: Ein Hallenbad mit Sauna und langen Öffnungszeiten samt großem Parkplatz könnte sich unter Umständen nicht mit dem Lärmschutz für Wohnbebauung vertragen. „Wir müssen schauen, dass geklärt wird, dass wir uns bei der Hallenbaderweiterung nicht einschränken“, sagt Stadtplaner Wettemann.

Oder bei den Öffnungszeiten der Sauna, ein Beispiel, das Oberbürgermeister Hermann Faul im Gespräch mit den Rieser Nachrichten nennt. Das Abfahren von Autos auf dem Parkplatz macht Lärm. Die Öffnungszeiten von Bad und Sauna könnten sich so am Lärmschutz für das neue Wohngebiet orientieren müssen. Jedoch, so Faul: Lärmschutz könne man auch anders erreichen. Zum Beispiel mit Lärmschutzfenstern, mit einem Wall wie im Baugebiet am Nähermemminger Weg. Es gebe eine weitere Gesprächsrunde mit Siegfried Schneid, sagt Wettemann.

Der Termin sei übernächste Woche, sagt Schneid gegenüber unserer Zeitung. Schon seit 2017 führe man Gespräche mit der Stadtverwaltung – also bevor das Gelände überhaupt gekauft worden sei: „Was wir da machen wollen, ist schon ewig bekannt bei der Stadt.“ Und zwar rund 50 Wohnungen und sechs bis sieben Reihen- und Doppelhäuser im ersten Bauabschnitt errichten, beginnend von der Schäufelinstraße, von der THG-Seite aus. Im RN-Interview hatte Schneid zu Beginn des Jahres gesagt, dass mit dem Bau im Herbst begonnen werden solle. An den Starttermin glaubt er immer noch und sagt: „Jeder jammert über fehlenden Wohnraum und keiner will sich bewegen.“

Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema: Sache des Stadtrates

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