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18.03.2009

Konzert mit Preisverleihung

Balgheim (stef) - Hatten Sie schon einmal Herzklopfen bei klassischer Musik? Vielleicht weil Sie die Melodie an eine große Liebe erinnert? Oder an eine längst vergangene Zeit? Dann haben Sie wohl unter Umständen einem virtuosen Stück von Anton Reicha gelauscht, dessen Kompositionen zwischen Klassik und Romantik anzusiedeln sind und jenen gewissen Funken Emotionalität mit sich bringen. Reicha, der seine Ausbildung seinem Onkel, einst Kapellmeister der Wallersteiner Hofkapelle, zu verdanken hat, stand mit einem Quintett für Klarinette und Streichquartett auch auf dem Programm des traditionellen Frühjahrskonzertes in Balgheim. Und neben den konzertanten Darbietungen der eingeladenen Musiker aus der näheren Umgebung gab es noch ein anderes Highlight: Die Verleihung des Jugendförderpreises der Balgheimer Dorf-Stiftung, der in diesem Jahr an die 18 Musikschüler der Gemeinde ging.

In dieser Besetzung Premiere

Roman Strößner an der 1. Violine, Gerhard Martin (2. Violine), Friedrich Wüst (Viola), Simon Kreß (Violoncello) und Peter Eisenbarth (Klarinette) eröffneten mit dem Konzert Nr. 3 in B-Dur von Carl Stamitz. In einem harmonischen Zusammenspiel präsentierten sich die Musiker, die in dieser Ensemblekonstellation am Sonntag Premiere feierten. Immer wieder tut sich die Klarinette positiv hervor, wiederholt das Thema oder setzt federleicht intonierte Einwürfe. Auch im weiteren Verlauf des Konzertes zeigt sich in den fließenden Oktavsprüngen und zarten Übergängen die Virtuosität des Klarinettisten Eisenbarth, Leiter der Musikschule Wallerstein.

Mit dem Streichquartett op. 1, Nr. 1 von Joseph Haydn, lassen die vier Streicher einen fulminanten Klangteppich entstehen, der die Kirche St. Ägidius bis zur letzten gut besetzten Reihe ausfüllt. Aufgefallen ist dabei vor allem Strößner an der ersten Geige, der mit ganzem Körpereinsatz die fünf Teile des Werkes paraphrasierte und mit verschmitzten Blicken den ein oder anderen Satz bewertend betont.

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In einem Werk von Carl Maria von Weber gefällt vor allem das harmonische Zusammenspiel von Klarinette und Bratsche. Die teils frechen Melodien wechseln mit tragischen Passagen und werden von den Musikern in ihrer ganzen emotionalen Weite interpretiert.

"Viva la musica - es lebe die Musik", so begann Leonhard Dunstheimer, Ehrenpräsident des Genossenschaftsverbandes, seine Laudatio an die Preisträger. Er betonte in seiner Ansprache vor allem die Schlüsselqualifikationen, die eine musikalische Ausbildung mit sich bringt und betonte immer wieder: "Es war eine gute Entscheidung", den Preis dieses Mal an die Musikschüler zu vergeben. Dazu erzählte Dunstheimer Anekdoten von seiner eigenen Musikantenerfahrung. Er wisse, dass man sich annähern müsse, um ein harmonisches Ganzes zu werden.

In Reih' und Glied traten dann die jungen musikbegeisterten Schüler nach vorne und erhielten vom Vorsitzenden der Dorf-Stiftung, Karl-Heinz Schmidt, ihre Auszeichnung: Einen Gutschein für den Musikladen sowie einen Schoko-Osterhasen, mit dem sie um die Wette strahlten und abschließend den Tönen von Anton Reicha lauschen durften.

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