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20.03.2009

Krampfadern sind nicht nur optisch ein Problem

Nördlingen (spen) - "Krampfadern haben nichts mit Krämpfen zu tun" - vielmehr stamme diese Bezeichnung aus dem mittelalterlichen Namen "Krummadern", wie man die sich schlängelnden Venen damals genannt habe. Mit diesem kleinen Ausflug in die Begriffsgeschichte eines Volksleidens des 21. Jahrhunderts begannen die Nördlinger Chirurgen Drs. Jürgen Enderle, Igor Kaprov und Harald Krutzsch am Nördlinger Stiftungskrankenhaus ihren Vortrag über das "Volksleiden Krampfadern - neue Behandlungsmethoden und ästhetische Chirurgie" -, der wiederum sehr gut besucht war.

45 Prozent sind betroffen

Rund 45 Prozent der Bevölkerung würden mehr oder weniger an einer "Erweiterung der Beinvenen", sprich an Krampfadern leiden, erklärten die Ärzte. In Deutschland würden 32 Millionen Menschen von leichten Venenbeschwerden betroffen sein und jeder achte Erwachsene leide hier an einer bereits fortgeschrittenen chronischen Venenerkrankung.

Krampfadern, betonten die drei Mediziner, seien nicht nur ein optisches Problem: Sie seien in der Regel mit verschiedenen Beschwerden wie schweren Beinen, Jucken oder Kribbeln verbunden und würden in weiterer Folge zu Venenentzündungen, Unterschenkelgeschwüren oder schlimmstenfalls zur Thrombose führen, verbunden mit der Gefahr einer Lungenembolie.

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Zentrale Bedeutung

Generell sei es ratsam, das Bindegewebe durch zum Beispiel Gymnastik oder Massagen zu stärken. Natürlich sei regelmäßige Bewegung wichtig bei Krampfadern. Nach wie vor eine zentrale Bedeutung komme der Kompressionstherapie zu - also den Stützstrümpfen. Bei sehr kleinen Venen könne zudem eine Verödung ausreichend sein. In schwerwiegenderen Fällen sei die operative Entfernung der Krampfadern jedoch nicht zu umgehen. Hier gelte generell: "Die Operationsmethoden werden immer schonender." Entsprechend würden jährlich 220 000 Operationen in der Krampfaderchirurgie durchgeführt.

Als eine Methode, die die Symptome lindere, kaum oder gar keine Narben hinterlasse und die obendrein ambulant durchgeführt werden könne, stellten die Ärzte die Radiowellenchirurgie vor. "Patienten, die mit dieser Methode behandelt werden, können innerhalb von einem bis zwei Tagen ihre normalen Aktivitäten wieder aufnehmen."

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