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Verkehr

26.02.2015

Kreuzung, kein Kreisel

Seit Dienstag wird in der Oskar-Mayer-Straße gebaut. Ob an der Schnittstelle zur Augsburger Straße ein Kreisel entstehen soll oder nicht, darüber diskutierte am Dienstagabend der Bauausschuss des Nördlinger Stadtrates.
Bild: William Harrison

Die Mitglieder des Bauausschusses des Nördlinger Stadtrates debattieren kontrovers über die Schnittstelle vor dem Reimlinger Tor. Von Zahlen, Vorwürfen und keinem Beschluss

Es war Punkt vier, bei dem die Lautstärke am Dienstagabend im Sitzungsraum des Nördlinger Rathauses anstieg. „Kreisverkehr Bürgermeister-Reiger-Straße/Augsburger Straße – Sachstandsbericht und Beschlussfassung“ stand da auf der Tagesordnung des Bauausschusses des Stadrates. Ein Thema, bei dem so mancher seine Stimme erhob. Und am Ende stimmten die Räte gleich dreimal ab.

Doch der Reihe nach: Seit Dienstag ist die Oskar-Mayer-Straße zwischen Herlinstraße und Augsburger Straße eine Baustelle. Vorbereitende Maßnahmen für den Bau der Schnittstelle Augsburger Straße/Bürgermeister-Reiger-Straße sind der Grund. Doch kurz zuvor brodelte es hinter den Kulissen: Einige Anwohner fordern an dieser Stelle einen Kreisverkehr. Der war im März 2014 auch Thema im Bauausschuss. Doch Staatliches Bauamt und die Polizei kamen zu der Einschätzung, dass eine Kreuzung sicherer sei. Einen Beschluss fasste der Ausschuss damals nicht (wir berichteten). Besonders vonseiten der PWG gab es jetzt auch dafür Kritik.

Allerdings, so führte Stadtbaumeister Hans-Georg Sigl am Dienstag aus, habe man mehrmals im Gremium zu dieser Kreuzung Beschlüsse gefasst. So seien etwa im Juli 2014 die Straßenbauarbeiten vergeben worden. CSU-Fraktionsvorsitzende Dorothea Gaudernack sagte, die Sicherheit der Fußgänger – vor allem der Kinder – habe an dieser Stelle oberste Priorität. Sie forderte eine Blitzerampel für die Linksabbieger von der Augsburger in die Oskar-Mayer-Straße. Gaudernack kritisierte die Kommunikation der Stadt, offensichtlich habe man den Anwohnern nicht klar genug vermittelt, dass man einen Kreisverkehr ablehne.

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Oberbürgermeister Hermann Faul sagte, er habe den Bürgern die Stadtratsentscheidung vielleicht „zu wohlwollend“ rübergebracht. Er ging auf ein Schreiben des Staatlichen Bauamts ein. Darin heiße es, dass der Stadtrat den Kreisverkehr aufgrund der zu erwartenden Kosten ablehne. Das sei jedoch falsch, so Faul, es sei immer um die Verkehrssicherheit gegangen. „Wir hätten alle gerne einen Kreisverkehr gehabt“ – wenn nicht die Experten dagegen gewesen wären. Thomas Mittring, Fraktionsvorsitzender der Stadtteilliste, meinte, der Ursprung der Debatte sei doch, dass die Lastwagen, die von der Oskar-Mayer-Straße kommen, künftig nicht mehr nach rechts abbiegen dürften – sondern durch die Bürgermeister-Reiger-Straße fahren würden. Seine Fraktion unterstütze die Ampel.

Johannes Ziegelmeir (PWG) übte harsche Kritik: Ordnungsamtsleiter Jürgen Landgraf habe falsche Zahlen an das Staatliche Bauamt weitergegeben, so sein Vorwurf. „Dann ist doch auch deren Stellungnahme nichts wert.“ Zudem sagte er, eine Studie habe bewiesen, dass ein Kreisverkehr für Fußgänger sicherer sei. Denn bei einer grünen Ampel fahre man doch bedenkenlos los. „Das stelle ich ganz klar in Abrede“, konterte Faul.

Auch Wolfgang Goschenhofer, Fraktionsvorsitzender Grüne/Frauenliste, ärgerte sich. Man habe bereits vier Beschlüsse zu diesem Thema – ohne Gegenstimmen der PWG. „Sie haben ein Jahr Zeit gehabt, das Thema ins Gremium einzubringen.“ Und er verstehe auch nicht, warum man in dieser Sitzung einen Beschluss brauche: „In der Gesamtbetrachtung gibt es nur eine Lösung.“ Ziegelmeir entgegnete, er habe eben jetzt erst gemerkt, dass die Zahlen falsch seien: „Wir sagen nicht, dass man jetzt zwingend einen Kreisverkehr bauen muss.“ Ordnungsamtsleiter Landgraf verteidigte sich. Er erklärte, welche aus seiner Sicht korrekten Zahlen er benützt habe und wo diese in einem Gutachten zu finden seien.

Erich Geike von der SPD sagte: „Ich erkenne keinen Punkt, warum man das nochmals diskutieren muss.“ Auf die Stellungnahmen der Behörden müsse man sich doch verlassen können. Ein weiterer Beschluss sei nicht nötig. Mittring wollte schließlich wissen, wie viel mehr die Stadt jetzt für einen Kreisverkehr zahlen müsste. „Rund 100000 Euro“, antwortete Sigel. Thomas Knie (CSU) fand die Debatte an diesem Tag „schade“. Schließlich habe man versucht, das Beste aus der Kreuzung zu machen.

Dann wurde abgestimmt. Das sorgte für Verwirrung. Doch nach drei verschiedenen Handzeichen der Stadträte stand fest: Es gibt keinen Beschluss und es bleibt bei einer Kreuzung. "Kommentar Seite 25

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