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Heimat

19.06.2019

Kriegervereine beweisen Einfallsreichtum

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2 Bilder
Mitglieder des Soldaten- und Kameradschaftsvereins beim Festumzug in Schwörsheim anlässlich des 100-jährigen Bestehens.
Bild: Jan-Luc Treumann

Plus Wie den Riesern der Spagat zwischen Kriegsgräbern, Frieden, Facebook und Riesenkicker gelingt.

Schwierige Zeiten erfordern den Mut, neue Wege zu beschreiten. Im Ries (und in anderen Regionen Deutschlands) sterben die Mitglieder der Krieger-, Soldaten-, Reservistenvereine, wie übergeordnete Verbände seit Jahren klagen. Nachwuchs zu finden, gestaltet sich den Mitgliedern zufolge natürlich schwierig. Die Wehrpflicht wurde abgeschafft und man muss es sagen: Das Image der Traditionsvereine schafft es nicht, mit modernen Clubs mitzuhalten.

Was man aber auch sagen muss: Egal ob ein Krieger- und Soldatenverein oder der Zusammenschluss von Reservisten: Die Vereins-Verantwortlichen überlassen sich nicht einfach ihrem Schicksal. Und im Landkreis stehen diese besonderen Vereine bayernweit gesehen noch besonders gut da.

Die Vereine im Ries lockern ihr Korsett, haben zum Teil ihren Namen geändert oder sind gerade dabei, die Satzung zu erneuern. In Schwörsheim wurde beispielsweise aus dem Soldaten- und Kriegerverein der Soldaten- und Kameradschaftsverein. In Maihingen gibt es nun einen Heimat- Soldaten- und Veteranenverein. Es geht immer noch um die traditionellen Werte und der Verein kümmert sich nach wie vor um ehemalige Soldaten, deren Hinterbliebene oder die Gräberfürsorge. Aber: Der Verein öffnet sich hinsichtlich Frauen und jüngeren Personen, die keine Berührungspunkte zur Wehr oder zum Krieg hatten. Auch dieser Personenkreis hat ein Interesse daran, den Frieden zu stärken und die Schätze der Heimat zu bewahren. Wie rührig das passieren kann, zeigt sich derzeit bei den vielen Jubiläen im Ries. In Schwörsheim arbeiten Jung und Alt zusammen. Kameradschaftsverein und Feuerwehr. Und auch wenn die Basis jeweils eine unterschiedliche ist, so geht es beiden Vereinen im Kern um dasselbe: Freundschaft, Miteinander und ein intaktes Dorfleben. Die Werbetrommel für das Fest zu rühren, geht eben besonders gut im Internet über Facebook („Schweschi feiert“) oder mit einem verlockenden XXL-Kicker-Turnier (Fessenheim).

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Schwörsheimer öffnen sich für Jüngere

Christoph Maier ist 28 Jahre alt, Vorsitzender der Feuerwehr und Mitglied im Soldaten- und Kameradschaftsverein Schwörsheim. „Jeder, der Kameradschaft pflegt, kann beitreten“, sagt Maier. Oft stehe der Gedanke im Vordergrund, dass man gemeinsam etwas bewegen könne. Es sei im Ort gut angekommen, dass der Verein sich den Jüngeren öffnen wolle, um weiter zu bestehen. Und auch die Werte des Vereins seien grundsätzlich nicht aus der Zeit gefallen: „Wir müssen froh sein, dass wir seit 70 Jahren Frieden in Deutschland haben.“

Der Kreisverband Donau-Ries des BKV zählt mit 5700 Mitgliedern zum stärksten Kreisverband in Bayern. Doch das bedeutet nicht, dass es allen, die 2019 das 100-Jahr-Jubiläum feiern, gut geht. In Wörnitz-ostheim wird am Wochenende gefeiert. Das ganze Dorf hilft mit, weil der Verein nur mehr 14 Mitglieder zählt.

Auch in Herblingen feierten die Bewohner dieses Jahr Hundertjähriges des Krieger-, Soldaten- und Veteranenvereins. Kassier Uwe Kirchenbaur sagt, dass das Vereinsleben eines Ortes von den Eltern abhängt. „Sind die Eltern aktiv, so folgen die Kinder normal auch.“

Im Landkreis scheint sich also eine neue Generation zu etablieren, denen die Heimat wichtiger ist, als in die große Stadt zu ziehen. Und somit halten sich auch die Traditionen, egal ob Feuerwehr, Heimat- oder Fußballverein. Letztere feiern dieses Jahr ebenfalls ein besonderes Fest, wie der Text unten zeigt.

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