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Kinderbetreuung

26.03.2019

Krippenplätze in Nördlingen könnten knapp werden

Eltern können sich frei aussuchen, in welche Gemeinde sie ihre Kinder zur Betreuung geben. Auch Eltern aus Nördlingen bringen ihre Kinder in den umliegenden Orten unter. Dafür gibt es Zuschüsse von der Stadt.
Bild: Alexander Kaya

Plus In der Großen Kreisstadt herrscht noch Bedarf für die Unterbringung von Kleinkindern. Viele Eltern müssen sich nach Lösungen außerhalb der Stadt umsehen.

Fehlende Plätze in Kindertagesstätten sind ein Dauerthema. Zum Teil gibt es auch unkonventionelle Möglichkeiten, Betreuungsplätze für die Kleinsten zu finden. Nach aktuellem Stand gibt es in Nördlingen 623 Kita-Regelplätze für Kinder von drei Jahren bis zur Einschulung und 149 Krippenplätze für Unter-Dreijährige. Die Plätze verteilen sich auf 15 Einrichtungen mit Regelplätzen. Der Leiter des Liegenschaftsamtes, Karl Stempfle, betont, dass grundsätzlich ausreichend Plätze vorhanden seien; die Frage sei nur, wie viele Wunschplätze möglichst nah am Wohnort zugeteilt werden könnten.

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Die Zuteilung für den September erfolgt jeweils Ende Januar bei der Besprechung der Kita-Leitungen und -Träger. Nach diesem Termin geben die Leiter bekannt, wie viele Plätze frei werden, dann folgt die Warteliste mit Bewerbern. An dieser Stelle melden sich die Leiter, die gleiche Namen auf ihren Wartelisten stehen haben; oft tragen sich Eltern in zwei und noch mehr Listen ein. Dann werden nicht berücksichtigte Wartelisten-Namen auf die Einrichtungen verteilt, die noch freie Plätze haben. Dazu führen die Leiter mit allen Eltern Telefongespräche – jedes Jahr sind dies laut Stempfle rund 40. „Ist die Verteilung abgeschlossen, ist die Zahl der Beschwerden von unzufriedenen Eltern erfahrungsgemäß verschwindend gering“, so Karl Stempfle.

Eltern könnten laut Stempfle auch einen Kindergarten an der Wegstrecke zur Arbeit auswählen. Jeweils ein bis drei Nördlinger Kinder sind in Ederheim, Hohenaltheim, Deiningen, Alerheim, Schwörsheim und Wemding untergebracht. Für die Stadt mache es keinen Unterschied, wo die Kinder aus Kernbereich und Ortsteilen betreut werden, denn der Kostenschlüssel jedes einzelnen Platzes werde aus einem festen Basiswert und persönlichen Komponenten wie Alter, Behinderung, Migrationshintergrund oder Sprachkenntnissen erstellt. Gemäß dieses Schlüssels müssen Stadt und Freistaat Bayern dann jeweils den gleichen Betrag zur Finanzierung des Kita-Platzes aufbringen. Es gibt auch ein Beispiel, wo nicht nur vereinzelt Kinder außerhalb vom Kernstadtgebiet oder Einrichtungen in den Stadtteilen Baldingen, Löpsingen, Grosselfingen, Dürrenzimmern oder im Waldkindergarten bei der Alten Bürg untergebracht sind: Der Stadtteil Schmähingen hat eine besondere Lage – ein Stück von Nördlingen entfernt, dazwischen liegt Reimlingen. Seit Jahrzehnten bringen Schmähinger Eltern ihre Kinder nach Reimlingen, bekommen dafür einen Fahrkostenzuschuss von der Stadt Nördlingen. In den Kindertagesstätten St. Georg in Reimlingen sind heuer 32 Nördlinger Kinder untergebracht, 19 davon aus Schmähingen. Hier schlägt sich laut Stempfle besonders deutlich ein Trend nieder: „In der Kernstadt Nördlingen können Plätze zuweilen knapp werden, vor allem für Kinder unter drei Jahren.“ Man wisse, dass die Stadt grundsätzlich noch Bedarf habe, sagt Stempfle, er spricht von etwa 25 Krippenplätzen. Wie es aktuell aussehe, könne man noch nicht genau sagen. Da die Landgemeinden aber zum Teil ihre Kapazitäten ausgebaut hätten, sei da noch Platz.

Krippenplätze in Nördlingen könnten knapp werden

Reimlingen hat noch jede Menge Platz

So sind in Reimlingen derzeit 83 Kinder untergebracht, Platz wäre für mehr als 120. In den umliegenden Städten sind einige Kindertagesstätten ausgelastet. So musste in Oettingen noch kein Kind abgelehnt werden, sagt Nicole Wittich von der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen. Im katholischen Kindergarten gibt es derzeit 22 Plätze für Kinder unter drei Jahren, die auch alle belegt sind. Von den 22 Kindern kommen 16 direkt aus Oettingen.

Im evangelischen Kindergarten seien derzeit noch einige Plätze frei. 30 Kinder unter drei Jahren könnten dort betreut werden, 23 Plätze sind gebucht, vier Kinder kommen nicht aus Oettingen. Der Waldkindergarten ist mit sechs Plätzen ausgebucht, zwei Kinder sind aus Oettingen.

Grundsätzlich gelte laut Wittich aber: „Vorrangig werden Kinder aus Oettingen aufgenommen.“ Bei einer Bedarfsumfrage sei festgestellt worden, dass die Eltern weniger auf die Konfession als auf die Öffnungszeiten schauen würden. In Wallerstein sind nach aktuellem Stand 26 von 36 Plätzen belegt. Deiningens Bürgermeister Wilhelm Rehklau sagt, dass in der Gemeinde die Krippenplätze bereits besetzt seien, abgelehnt wurde bisher kein Kind. In den Krippengruppen würden einige Kinder aus Nördlingen, Harburg oder Alerheim kommen.

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