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Rieser Frauentag

23.02.2015

Kunst stellt viele Fragen

Petra Dahlemann (rechts) forderte die Teilnehmerinnen beim Rieser Frauentag dazu auf, sich ihre eignen Gedanken über die Kunst zu machen. Viel Interpretationsspielraum ergab sich bei genauerer Betrachtung eines Thürheimer-Bildes: Maria von Magdala vor dem leeren Grab Jesu.
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Petra Dahlemann (rechts) forderte die Teilnehmerinnen beim Rieser Frauentag dazu auf, sich ihre eignen Gedanken über die Kunst zu machen. Viel Interpretationsspielraum ergab sich bei genauerer Betrachtung eines Thürheimer-Bildes: Maria von Magdala vor dem leeren Grab Jesu.

 Die Kunstvermittlerin Petra Dahlemann war nicht nach Nördlingen gekommen, um Antworten zu liefern

Von Gabriele Neumeyer

Nördlingen „Bilder des Glaubens – Glaube in Bildern“ – unter diesem Titel stand der gut besuchte Rieser Frauentag der drei evangelischen Dekanate Nördlingen, Oettingen und Donauwörth im evangelischen Gemeindehaus in Nördlingen. Das zentrale Referat hielt die Kunstvermittlerin Petra Dahlemann aus Grainau. Getragen von ihrer eigenen Begeisterung versuchte die Germanistin und Theaterwissenschaftlerin, ihren Zuhörerinnen in einem sehr lebendigen und interessanten Bildvortrag einen Zugang zu zeitgenössischer Kunst zu eröffnen.

„Wir verwenden Bilder, wenn uns Worte fehlen für Erlebnisse und Ereignisse“, begrüßte Margaret Hänger vom Vorbereitungsteam des Frauentags. Bilder regten das eigene Nachdenken an, könnten aber auch Fantasie binden und festlegen, sagte sie.

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Neugierig auf die Sache mit den Bildern sei er, verriet der Donauwörther Dekan Johannes Heidegger in seinem Grußwort.

Die verschiedenen Bilder Gottes in der Bibel und den Menschen als Gottes Abbild stellte Christa Müller in einer Andacht in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. „Dieses Bild Gottes begegnet uns in jedem Gegenüber und bei jedem Blick in den Spiegel“, rief sie zu mehr Nächstenliebe auf. Außerdem riet sie – entsprechend des aktuellen Mottos der Fastenaktion der evangelischen Kirche „Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen“ – zu mehr Zufriedenheit mit dem eigenen Körper.

Ihre eigenen Gedanken zum Thema hatte sich auch Margarete Weng vom Vorbereitungsteam des Rieser Frauentags gemacht. „Früher war es die größte Aufgabe der Künstler, dem einfachen Volk die biblischen Geschichten verständlich zu machen“, meinte sie und würdigte den erst kürzlich verstorbenen Künstler Siger Köder als „Prediger in Bildern“.

Ganz weit entfernt von diesem Kunstbegriff war jedoch die Referentin. „Kunst ist nicht dazu da, Fragen zu beantworten, sondern Fragen zu stellen“, sagte Petra Dahlemann: „Und in der zeitgenössischen Kunst sind die Fragen am größten.“ In der autonomen Kunst greife der Künstler nicht mehr auf tradierte Bildsprache zurück, sondern entwickele seine eigene Bildsprache, erklärte sie. Dahlemann sprach vom „Abbildungsproblem“ und zeigte viele Beispiele persönlicher Bildsprache über monochrome Bilder und Farbfeldbilder bis hin zu Licht- und Videokunst, und Installationen.

Als Beispiel für zeitgenössische Kunst im Kirchenraum gab sie ihren Zuhörerinnen eine Auftragsarbeit des Künstlers Horst Thürheimer und leitete sie an, sich intensiv mit diesem Bild zu beschäftigen.

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