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Oettingen

28.07.2020

Kunst und Kulinarik statt Jakobi-Kirchweih in Oettingen

Moritz Gruber und Pamela Rachel musizieren beim Picknick im Museumshof, im Hintergrund lauscht Dr. Herbert Wilhelm.
Bild: Peter Urban

Plus In Oettingen umschifft man die Corona-Krise mit cleveren Events. Picknick im Museumshof und die Wirtshaus-Kirchweih locken viele Besucher nach Oettingen.

Corona hin oder her: In Oettingen hat man sich am vergangenen Wochenende nicht länger von den verständlichen (und wichtigen) Einschränkungen der Pandemie den Spaß am Genießen nehmen lassen. Zunächst bat der Heimatverein am Samstagabend zum „Picknick im Museumshof“, da das beliebte Museumsfest abgesagt werden musste.

Es fand ein idyllisches Fest auf sorgfältig mit Abstand platzierten Decken statt, das Essen und Trinken sollten die Gäste selbst mitbringen. Es war ein voller Erfolg, das Gelände war „ausverkauft“, überall im Garten lauschten die Gäste, gemütlich sitzend oder gar lang ausgestreckt, den Klängen des „Duo Spazzino“, bestehend aus Pamela Rachel (Violine) und Moritz Gruber (Gitarre).

Sowohl konzertante Stücke von Purcell über Paganini (Cantabile) bis Jacques Obert (Zwischenspiel) brachten die beiden zu Gehör, aber auch reine Unterhaltungsmusik von den Beatles (Yesterday) bis hin zu den „Fields of Gold“ von Sting.

Die Besucher haben ihre eigenen Speisen mit nach Oettingen gebracht

Und so etwas wie ein goldenes Genussfeld hatten die Besucher auch ausgelegt: von den verschiedensten Häppchen, Würstchen über Gemüsesticks bis zu Fleisch- und anderen Küchlein nebst Bier, Wein und sprudelnden Getränken war alles zu sehen. Ein lässiger Essens-Duft lag über dem Gelände, den die beiden Musiker für die Ohren aufs Feinste ergänzten.

Obwohl es ausdrücklich erlaubt war, schon während der Stücke „zu schmatzen und zu schwatzen“, lag eine andächtige Stille über der Szenerie, die Gäste genossen die wunderschöne Atmosphäre in vollen Zügen. Und sogar ein reger Tauschhandel war zu beobachten, so wurden Köstlichkeiten quer über die Decken getauscht und wohlwollend beurteilt.

In der Pause referierte Dr. Petra Ostenrieder in einem launigen Abriss über die aktuelle Ausstellung (Blick in den Sommer 1945), der allerdings schnell klar machte, wie „überschaubar“ die aktuellen Einschränkungen gegenüber denen von vor 75 Jahren sind. Die Veranstaltung kam bestens an und eine Fortsetzung wurde während der Zugaben deutlich eingefordert.

Ob es zu einer Fortsetzung der parallel laufenden Oettinger Wirtshaus-Kirchweih kommen wird, mag man sich trotz des Erfolges nicht wünschen, denn die – wenn auch zahlreichen und originellen Angebote der Oettinger Gastronomie – können die traditionelle Kirchweih natürlich nicht ganz ersetzen.

Die Wirtshaus-Kirchweih in Oettingen bot ein breites Angebot

Aber auch hier hat man aus der Not eine kulinarische Tugend gemacht, die Kirchweih-Spezialitäten wurden in nahezu allen Gaststätten der Stadt hervorragend angenommen und im Rahmen der Möglichkeiten konnte man sich von Freitag- bis Montagabend bestens versorgen: ob Schlachtschüssel-Essen, Kirchweih-Küchle und -Brezen, Schäufele, Haxen, Hähnchen, Spare-Rips, Jakobi- oder Bier-Burger gab es (fast) alles, was das eingeschränkte Kirchweih-Gemüt begehrte.

Die zahlreichen Gäste waren vollauf zufrieden und genossen wenigstens ein kleines Stück Kirchweih. Vor allem auch, weil das Wetter mitspielte und so die Gäste auch mit gebotenem Abstand relativ zahlreich platziert werden konnten. Ein genussreiches, entspanntes Wochenende, das aber trotzdem in dieser Form – das hofften viele der Besucher – um Himmels willen trotzdem nicht zur Regel werden sollte.

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