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Natur

11.09.2018

Landkreis: Pilze sind derzeit Mangelware

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Seltener Fund: Nahe Rögling gibt es prächtige Steinpilze.
Bild: Heilingbrunner

Wegen der langen Trockenheit ist in den Wäldern in der Region kaum ein Pilz zu finden. Wie ein Experte die Situation bewertet.

Die Hitze der vergangenen Wochen hat der Natur einiges abverlangt. Es gibt jedoch nicht nur offensichtliche Spuren – man denke nur an die Buchen, die bereits ihre Blätter abwerfen –, sondern auch die unsichtbaren. Denn die Pilze fehlen im Wald. „Als ich kürzlich geschaut habe, habe ich nichts gefunden“, sagt Pilzsachverständiger Martin Heilingbrunner.

Der von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) geprüfte Pilzkenner erklärt: „Momentan sieht es eher schlecht aus, da sich das Pilzgeflecht durch die lang anhaltende Hitze von der Oberfläche zurückgezogen hat.“ Somit sei es derzeit nicht überraschend, dass keine Fungi, so die systematische Bezeichnung der Pilze in der Biologie, zu finden seien.

Eigentlich sollte jetzt im Herbst die Hauptsaison der Pilze beginnen, denn im Herbst bis November seien die beliebtesten und bekanntesten Pilze für gewöhnlich zu finden. Aber auch in den vergangenen Wochen wären im Normalfall Pilze zu erwarten gewesen, denn aufgrund der zahlreichen Arten gibt es beinahe ganzjährig, Februar und März ausgeschlossen, solche zu finden. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen.

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Dabei liege das hauptsächlich an der Dürre, da das Pilzgeflecht Feuchtigkeit im Boden bräuchte, um zu fruchten. Diese Früchte seien dann die Pilze, die Laien als solche betiteln. „Ist der Boden für das Pilzgeflecht, auch Myzel genannt, zu trocken, so wird das Wachstum an der Oberfläche gehemmt“, erklärt Heilingbrunner. Dies betreffe alle Pilzarten. Jene, die hauptsächlich im Sommer hätten wachsen sollen, könnten aber auch noch im Oktober gedeihen. „Ein kompletter Ausfall ist aber auch möglich“, so der Pilzbeauftragte. Er bezieht sich dabei auf den gesamten Landkreis.

Der derzeitige Ausfall betreffe hauptsächlich die bodenbewohnenden Pilze, deren Wachstum gehemmt ist und bei denen von „erheblichem Schaden“ gesprochen werden könne. Die holzbewohnenden Pilze, die nicht in gleichem Maße von der Feuchtigkeit abhängig sind, seien weniger geschädigt. Solche Arten seien in der Gegend jedoch eher selten zu finden, weshalb diese Tatsache kaum zu einer größeren Menge an auffindbaren Pilzen beitrage. Dabei gibt es jedoch Ausnahmen.

Die sogenannte Krause Glucke, ein nadelholzbewohnender Pilz, fruchtet Heilingbrunner zufolge derzeit üppig. Allein von der Größe her könne ein Exemplar dieses Pilzes den Korb vollmachen. Die Krause Glucke bezieht ihre Feuchtigkeit aus noch lebenden Kiefern, daher ist sie weniger von der Niederschlagsmenge abhängig.

Trotz der Trockenheit im Sommer sei bei den derzeitigen Wetterverhältnissen noch nicht alles verloren, so Heilingbrunner. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeige: „Es kommt sehr wohl vor, dass im September gar keine Pilze zu finden sind, später dann aber sehr viele wachsen.“ Aus diesem Grund sei der Pilzsachverständige im Hinblick auf die aktuelle Niederschlagssituation eher zuversichtlich.

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