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Landschaftspflege

31.05.2014

Langhaarige Graskonsumenten

Die Galloway-Rinder aus dem Kartäusertal.
Foto: hum

Beweidungsprojekte werten die Region auf

Jahrtausendelang war es normal, heute gilt es als exotisch – die Beweidung von Naturlandschaften. In der Alten Bürg findet derzeit eine zweitägige Konferenz zum Thema extensive Beweidung statt. Moderiert werden die Fachvorträge von Gerhard Grande, Untere Naturschutzbehörde, und Ulrich Eisenbarth, der zusammen mit seinem Bruder Stefan in Herkheim zottelige Galloway-Rinder züchtet, deren Graskonsum die Sense oder aufwendige Handarbeit in der Landschaftspflege ersetzen.

Bopfingens Forstamtdirektor Werner Vonhoff erklärte entgegen vieler Vorbehalte, die es noch gebe, dass Waldweiden Landschaft, Artenvielfalt und Erlebniswert erhöhen. Auf Wertholzweiden entstünden beispielsweise erstklassig Fleisch, Holz und Honig aus Kirschblüten. „Beweidungsguru“ Prof. Dr. Rainer Luick von der Hochschule Rottenburg forschte auf internationaler Basis zum Thema und versuchte, den europapolitischen Rahmen für extensive Beweidung zu stärken – „Leider mit wenig Erfolg“, musste er zugeben. Landwirtschafts-Budgets werden gedeckelt und müssen Gewinn einfahren – rentable Massentierhaltung wird eher gefördert als extensive Beweidung. Wenn Juristen beispielsweise das Wort „Grünland“ definieren, komme nach unvorstellbar komplizierten jahrelangen Debatten ein zweiseitiges Gedankenkonstrukt heraus – ein weiterer Beitrag, mit denen in der Naturschutz-Euphorie der 90er Jahre geborene Ideen völlig verwässert werden. „Deutschland ist der größte Bremser“, so der Professor, übrigens ein Erzfeind von Biogasanlagen. Hier weigere man sich vieles aus anderen EU-Ländern zu übernehmen; zum Beispiel müssten die umstrittenen Ohrmarken gar nicht sein, Technologien wie Transponder gingen auch.

Die Speerspitze der extensiven Bewirtschaftung im Ries sei die Heideallianz, so die Moderatoren. Biologin Karin Weiß stellte diese Union aus Naturschutzvereinen, Bund Naturschutz und Landratsamt vor, die Wachholderheiden am Riesrand und im Wörnitztal im Rahmen des Leader+-Projekts schützt, das eine Ausnahme in der restriktiven Europapolitik bildet. Einzelmaßnahmen im Bündel seien bislang sehr gut gelaufen; die vielen kleinen Flächen zu einem großräumigen Projekt auszubauen sei eine Herkulesaufgabe, die jetzt anstehe. (hum)

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