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Verkauf

14.06.2011

Ledertech in Bopfingen: Rettung in Sicht

Landesbank und Henkel machen Weg für türkischen Konzern frei

Bopfingen Der Weg für einen Verkauf des Bopfinger Traditionsbetriebs Ledertech an den türkischen Aytas-Konzern ist frei. Sowohl die Landesbank Baden-Württemberg, die eine Grundschuld auf das Ledertech-Gebäude und den Maschinenpark eingetragen hat, als auch der Henkel-Konzern, der ein Vorkaufsrecht auf das Grundstück besitzt, haben grünes Licht gegeben. Dadurch, dass die Landesbank offenbar vorerst auf einen Verkauf des Gebäudes verzichtet, ist eine wichtige Hürde aus dem Weg geräumt. „Ich freue mich, bald wieder arbeiten zu dürfen“, sagt Ledertech-Betriebsratsvorsitzender Sezayi Ilhan, der die Verkaufsverhandlungen eingefädelt hat (wir berichteten). Im Türkeiurlaub hatte Ilhan vor vier Jahren Kontakte zu dem Konzern geknüpft, der unter anderem Lederfaserstoffe für Hinterkappen und Innensohlen von Schuhen herstellt – also die Produkte, für die Ledertech bis zur Insolvenz im Frühjahr die Lederfaserstoffe produzierte.

Die Rettung kommt unverhofft. Der Betrieb bei Ledertech ist längst stillgelegt, die Lager sind leer, nur zehn der ehemals 50 Mitarbeiter haben anderswo einen Job gefunden. Die übrigen sind arbeitslos. Insolvenzverwalter Michael Pluta und sein Mitarbeiter für Bopfingen, Reinhard Wünsch, hatten auch erwogen, die Gebäude und Maschinen zu verkaufen. Nun aber gibt es wieder Hoffnung für die ehemaligen Beschäftigten. „Ohne die Hilfe der Stadt Bopfingen wäre der Druck auf die Landesbank nicht so groß gewesen“, sagt Ilhan und fügt hinzu: „Ich bin Bürgermeister Dr. Gunter Bühler dankbar.“ „Wir haben mehrmals intensiv mit der Landesbank telefoniert“, sagt Andreas Rief, der bei der Stadt Bopfingen für die Wirtschaftsförderung zuständig ist. Offenbar ist es gelungen, die Bank zu überzeugen, sich auf das Verkaufsangebot einzulassen und auf die Veräußerung von Vermögenswerten vorerst zu verzichten. Laut Ilhan hat der Standortleiter der Henkel AG in Bopfingen, Dr. Michael Rudolph, zugesagt, das Vorkaufsrecht nicht wahrzunehmen, wenn der Betrieb bei Ledertech wieder anläuft. Die Ledertech-Räume gehören zum gleichen Gebäudekomplex wie die Henkel-Fabrik, aus der Ledertech 2002 ausgegründet wurde.

Bürgermeister Bühler ist froh, dass zwei wichtige Hürden auf dem Weg zur Rettung von Ledertech genommen sind. „Der Insolvenzverwalter ist jetzt gefordert, im Sinne der Arbeitsplätze sehr zeitnah eine Lösung mit Gläubigern und Kaufinteressenten hinzubekommen.“

Genau das hat Insolvenzverwalter Michael Pluta im Sinn, der über einen Sprecher mitteilen lässt: „Jetzt gilt es, einen unterschriftsreifen Kaufvertrag auszuarbeiten.“ Dass Sezayi Ilhan als Vermittler bei diesen Verhandlungen eine wichtige Rolle spielen dürfte, ist klar. Er ist bereit dafür und weiß: „Die entscheidende Phase kommt jetzt erst.“

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