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Ehrentag

27.06.2018

Leonhard Dunstheimer wird heute 70

Leonhard Dunstheimer hat sich in der Region über alle Maße engagiert. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag.
Bild: Christina Zuber

Was den ehemaligen Bank-Direktor und Präsident des Bayerischen Genossenschaftsverbandes im Ruhestand umtreibt und wofür der Reimlinger dankbar ist.

Als Leonhard Dunstheimer im Grundschulalter war, wurde ein Nachbarsbub von dessen Mutter „eingesperrt“. Eingesperrt zu sein – das musste schrecklich sein. In den 1950er Jahren wurde die Autorität der Nachbarin nicht angezweifelt. Die Strafe hatte sicherlich einen guten Grund. Aber der junge Leonhard fand einen Weg, wie er dem kleinen Freund helfen konnte. „Ich bin kurzerhand über die Absperrung geklettert, sodass er das ‚eingesperrt sein’ nicht allein ertragen musste“, erzählt Leonhard Dunstheimer. Zusammen haben die Buben die Strafe abgesessen.

Als Erwachsener hat Leonhard Dunstheimer begonnen, sich für junge Strafgefangene zu engagieren. Als er mit 60 Jahren fast alle Ehrenämter aufgab, hat der Reimlinger ganz bewusst mit seiner Ehefrau Viktoria die „Stiftung Hoffnung“ gegründet, die die Hilfe für junge Strafgefangene zum Stiftungszweck hat. Auch heute nimmt dieses Engagement einen gewichtigen Raum in Dunstheimers Leben ein.

Dabei zweifelt er nicht die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit der Verurteilungen und Freiheitsstrafen an. „Aber danach ist man mit der Gesellschaft wieder quitt“, sagt er über seine Motivation und gibt damit den Betroffenen für die Zeit nach der Verbüßung ihrer Strafe Mut. Gerade jungen Menschen zu helfen, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen und ein geordnetes, eigenständiges Leben führen zu können, sei ein Gebot der Humanität und der christlichen Nächstenliebe. Oft seien junge Menschen aus schwierigen familiären Verhältnissen auf die schiefe Bahn geraten. Umso dankbarer ist er, dass er selbst gute Startbedingungen hatte und ein stabiles Elternhaus. „Da bin ich sehr demütig“, sagt Dunstheimer, der heute auf 70 Lebensjahre zurückblicken kann.

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Geboren wurde er am 27. Juni 1948 in Holzheim. Dort ist er mit vier Geschwistern aufgewachsen. Das Vorbild der Eltern hat seinen Lebensweg geprägt: Sich einbringen, wo man Dinge verändern kann. Menschen begeistern und auf dem Weg mitnehmen. Und Dinge zu Ende bringen, die man angefangen hat. 1971 kam Leonhard Dunstheimer als Geschäftsführer zur Raiffeisenbank Nördlingen, ab 1976 war er Vorstandsvorsitzender. Bis zu seinem Ruhestand vor zehn Jahren wuchs die Bank von einer Bilanzsumme von sieben Millionen D-Mark auf 685 Millionen Euro im Jahr 2007. Unter Dunstheimers Führung entstand die Raiffeisen-Volksbank Ries in ihrer heutigen Größe aus ursprünglich mehr als 60 eigenständigen Raiffeisenkassen, darunter der Raiffeisenbank Oettingen, Wallerstein, Möttingen und Oberes Kesseltal und der Volksbank Nördlingen. In der AGRO Donau-Ries wurde das Warengeschäft ab 1994 gebündelt, ein Modell „Marke Dunstheimer“, das Schule machte. „Es macht Freude zu sehen, wie erfolgreich meine Nachfolger dieses Werk bis heute fortgeführt haben“, sagt Dunstheimer sichtlich zufrieden. Über den Riesrand hinaus wurde man auf die visionären Ideen aufmerksam. Im Genossenschaftsverband Bayern übernahm Dunstheimer immer mehr Verantwortung: Er leitete von 1985 bis 2001 den Kreisverband Donau-Ries, war von 2001 bis 2008 Präsident im Bezirksverband Schwaben, dessen Ehrenpräsident er heute ist, und 2005 bis 2008 Präsident des Landesverbandes Bayern. Gemeinderat, Kirchenpfleger, Rotary, Scharlachrennen, Rosetti-Gesellschaft: Die Liste seiner Rieser Ehrenämter ist lang. Die allermeisten Ämter gab er 2008 ab, als er in den Ruhestand ging. Dunstheimer, der im Deutschen Orden bundesweit das Amt des stellvertretenden Deutschherrenmeisters innehatte, wurde mit der Raiffeisen/Schulze-Delitzsch-Medaille in Gold ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung der deutschen Genossenschaftsorganisation. 2008 erhielt er die Staats-Medaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft, 2009 den Bayerischen Verdienstorden und 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Mit Herzblut engagiert er sich im Ruhestand vor allem für die Harburg. In der Kulturstiftung Harburg ist er seit 2012 stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Gemeinsam mit Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein, Friedrich Hertle, dem Stiftungsrat und den mehr als 30 Voll- und Teilzeitbeschäftigten der Burg hat er die Stiftung auf ein solides Fundament gestellt. Der geübte Blick des Bankers, die Kontakte zu Behörden und möglichen Sponsoren aus einem erfolgreichen Berufsleben waren hilfreich. Er sei dankbar, dass man so viele Mitstreiter für die Harburg gewinnen konnte und die Zukunft „dieses Diamanten in der Region“ durch die Kulturstiftung gesichert ist.

Auf der Harburg wird er seinen Geburtstag heute feiern. Mit dabei sind seine Ehefrau Viktoria, seine Kinder Gerhard und Desirée mit ihren Familien – die Enkelkinder sind 4, 6, 7 und 12 Jahre alt – sowie Weggefährten und Freunde.

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