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Lieber ein Parkhaus bauen

Kommentar Von Martina Bachmann
28.02.2018

Wenn Familien in Nördlingen nach einem neuen Zuhause suchen, werden sie zu Recht von ihren Bekannten bemitleidet.

Wenn Familien in Nördlingen nach einem neuen Zuhause suchen, werden sie zu Recht von ihren Bekannten bemitleidet. Mietwohnungen sind rar, günstige kaum zu finden. Selbst in Stadtteilen soll mancher Mieter schon mehr als acht Euro pro Quadratmeter bezahlen, in der Altstadt verlangen Vermieter durchaus zehn Euro. Wer bei diesen hohen monatlichen Kosten lieber in eine Immobilie investieren will, wird angesichts des überhitzten Marktes schnell mutlos. Und denkt über den Bau eines Eigenheims nach.

Doch in Nördlingen selbst hat die Stadt keinen einzigen Bauplatz im Angebot - und auf dem privaten Grundstücksmarkt werden teils hohe Preise pro Quadratmeter fällig. Was bleibt jungen Familien also? Sie müssen in den Stadtteilen oder gleich in anderen Rieser Gemeinden bauen. Doch das kann nicht das Ziel der Verantwortlichen sein. Statt Familien eine Perspektive - sprich bezahlbare Baugrundstücke - zu bieten, debattiert man in Nördlingen lieber darüber, das Döderlein-Gelände zu entwickeln.

Oberbürgermeister Hermann Faul hatte zuletzt angedeutet, dass dort der Quadratmeter bis zu 400 Euro kosten könnte. Nun mag das vielleicht in München ein Schnäppchen sein, in Nördlingen ist es ein stolzer Preis. Rechnet man noch die Tiefgarage dazu, die gebaut werden soll, kann man die Kosten für den Quadratmeter Wohnfläche an dieser Stelle erahnen. Junge Familien aus dem Ries werden sich das wohl eher nicht leisten können - weder als Käufer, noch als Mieter.

Die CSU hat den Bauplatzmangel zuletzt als Missstand bezeichnet, der mit deutlich mehr Nachdruck behoben werden müsse. Recht haben die Christsozialen. Nördlingen braucht dringend Bauplätze, die Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen bezahlen können. Und Nördlingen braucht nicht noch mehr hochpreisige Wohnungen, wie sie auf dem Döderlein-Gelände geplant sind.

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