1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Lösung im „B25-Brezel-Streit“ in Sicht

Dreispuriger Ausbau B25

24.09.2019

Lösung im „B25-Brezel-Streit“ in Sicht

Die Abzweigung nach Reimlingen zwischen Nördlingen und Möttingen. (Archivfoto)
Bild: Dieter Mack

Vor Gericht deutet sich eine Einigung im Streit zwischen einem Landwirt und dem Staatlichen Bauamt Augsburg an. Es gibt jedoch ein Szenario, das den Disput nicht beenden würde.

In der rechtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Nördlinger Landwirt Georg Schabert und dem Freistaat Bayern als Vertreter des Staatlichen Bauamtes Augsburg deutet sich im Zusammenhang mit dem ersten Bauabschnitt des geplanten dreispurigen Ausbaus der B25 zwischen Nördlingen und Möttingen (wir berichteten) möglicherweise eine gütliche Einigung an.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Dreispuriger Ausbau der B25 zwischen Nördlingen und Möttingen

Das Straßenbauamt stellte gestern während der Verhandlung des Falls vor dem 8. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes in München unter Vorsitz von Richterin Claudia Frieser dem Landwirt zeitnah ein Tauschgrundstück in Aussicht. Dieses soll von der Bonität dem entsprechen, was er nach den derzeitigen Planungen durch den Bau einer Überführung als Anbindung des Reimlinger Heuweges an die B25 mit der vieldiskutierten „Brezel-Lösung“ in seinem jetzigen Zuschnitt verlieren würde. Schabert und sein Rechtsbeistand Ludwig Seitz (Kanzlei Labbe und Partner aus München) zeigen sich gegenüber dem Vorschlag aufgeschlossen.

Das Gericht gab dem Staatlichen Bauamt bis zum 15. November Zeit, sich mit Georg Schabert zu verständigen. Sollte es zu keiner Einigung zwischen den beiden Parteien kommen, wird Richterin Frieser einen unabhängigen Gutachter beauftragen zu prüfen, ob Schabert durch den Verlust oder zumindest durch Veränderungen des Zuschnitts seines knapp sechs Hektar großen Ackers in seiner Existenz bedroht wäre, was er als Hauptargument für seine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Schwaben zum Bauabschnitt I vorbringt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Rund dreieinhalb Stunden tauschten die beiden Parteien gestern ihre Argumente aus, die mitunter sehr ins Detail gingen. Die Schabert-Seite hielt dem Staatlichen Bauamt unter anderem vor, mögliche Alternativen zur „Brezel“ nicht genügend untersucht zu haben, damit der Landwirt seine Fläche in der bisherigen Form bewirtschaften könne. Durch die Aufteilung des Ackers in zwei Hälften könnte dieser nicht mehr wirtschaftlich bearbeitet werden, erklärte der landwirtschaftliche Sachverständige der Kanzlei Labbe, Karl Oberhauser. Völlig ungeklärt seien zudem die Zufahrten.

Oberlandesanwalt Marcus Niese, der das Staatliche Bauamt vertrat, sagte, der Betrieb Schabert stehe wirtschaftlich so gesund da, dass er eine Aufteilung des Grundstücks mit einer möglicherweise etwas eingeschränkten Bewirtschaftung durchaus verkraften könne.

Zum Vorwurf, das Straßenbauamt habe keine Alternativplanungen zum B25-Ausbau ernsthaft erwogen, führte Baudirektor Stefan Scheckinger aus, seine Behörde habe dies sehr wohl getan. Allerdings hätte sich keine davon als praxistauglich erwiesen. Von daher sei beim ersten Abschnitt die Brezel-Lösung aus Sicht der Straßenbauverwaltung die am besten geeignetste.

Gegenüber den Rieser Nachrichten erklärte Scheckinger unmittelbar nach der Verhandlung, er hoffe, dass der angestrebte Grundstückserwerb seiner Behörde und ein späterer Tausch mit Schabert zustande komme und die Angelegenheit einvernehmlich gelöst werden könne. Zur Frage, warum das Bauamt erst jetzt Tauschland anbiete, meinte der Baudirektor: „Diese Möglichkeit hat sich erst vor Kurzem ergeben.“

Georg Schabert sagte den RN, er wolle das Angebot des Straßenbauamtes prüfen und dann entscheiden, ob für ihn das Grundstück in Frage komme. Sollte dies nicht der Fall sein, werde der Rechtsstreit weitergehen. „Ich bin jedenfalls sehr gespannt.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren