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Nördlingen

14.06.2018

„Lückenschluss“ in der Altstadt?

Ein neues Haus könnte in der Nördlinger Altstadt direkt am Marktplatz gebaut werden. Dort könnte eine Verkaufsfläche von mehr als 600 Quadratmetern entstehen.

In Nördlingen könnte sich das Bild am Marktplatz verändern: Es gibt die Idee, ein neues Haus zu errichten. So könnte eine große Verkaufsfläche geschaffen werden.

Wie steht es um Nördlingens Handel? Was wollen die Geschäftsleute? Und was wünschen sich die Kunden? Diese Fragen hat Manfred Heider im vergangenen Jahr beantwortet – im sogenannten Einzelhandelskonzept. Im Juni 2017 stellte er seine Ergebnisse dem Nördlinger Stadtrat vor und sagte damals: „Uns fehlt in der Innenstadt ein zugkräftiges Filialunternehmen.“ Nun ist es nicht so, dass sich die Nördlinger in der Vergangenheit nicht bemüht hätten, ein solches Unternehmen für die Altstadt zu begeistern. Doch immer wieder scheiterte eine Eröffnung auch daran, dass die angebotenen Verkaufsflächen zu klein waren, heißt es vonseiten der Stadt. Das könnte sich jetzt ändern.

Architekt Reiner Schlientz stellte den Mitgliedern des Bauausschusses am Dienstagabend ein mögliches neues Großprojekt vor. Es betrifft eine markante Stelle in der Altstadt – den Marktplatz. Konkret geht es um die beiden Häuser rechts von der ehemaligen Drogerie-Müller-Filiale, die derzeit einen gemeinsamen Besitzer haben. Schlientz präsentierte die Idee eines „Lückenschlusses“: Anstelle des Anbaus, in dem derzeit die Bar von Valentino Giaracuni untergebracht ist, und der dazu gehörigen Terrasse, könnte ein neues, vierstöckiges Haus mit einem steilen Satteldach gebaut werden. Im hinteren Teil ist zudem ein einstöckiger Anbau mit einem Flachdach vorgesehen, rund 100 Quadratmeter groß. Der soll einer Animation zufolge vom Daniel aus kaum zu sehen sein. Insgesamt könnten mehr als 600 Quadratmeter Fläche für den Handel geschaffen werden, so Schlientz. Interessenten gebe es bereits. Im Gespräch mit den RN sagte der Architekt, dass das Geschäft 2020 eröffnen könnte, sollte alles glatt laufen. Welches Unternehmen Interesse hat, wollte er nicht verraten. Zudem sollen sechs neue Wohneinheiten am Marktplatz entstehen.

In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag ging es lediglich um einen sogenannten Vorbescheid – also nicht um eine abschließende Baugenehmigung. Stattdessen sollten die Räte Stellung zum Flachdach und den möglicherweise benötigten Stellplätzen nehmen. Eigentlich müssten für den Bau 23 Parkplätze vorhanden sein, rechnete Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel vor. Doch die wollen die Verantwortlichen des Projektes ablösen.

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Diese Möglichkeit stellte der Bauausschuss einstimmig in Aussicht. Die Räte betonten in der Debatte, welche Optionen sich mit diesem Projekt böte. CSU-Fraktionsvorsitzender Jörg Schwarzer meinte, man habe die Chance auf einen „großen Wurf“. Thomas Mittring, Fraktionsvorsitzender der Stadtteilliste, sagte, das sei der Treffer, nachdem man seit Jahren suche. Allerdings stellte er infrage, ob man das dritte Obergeschoss unbedingt ausbauen müsse. Johannes Ziegelmeir (PWG) meinte, dass ein gewichtiges öffentliches Interesse an dieser Stelle ausreiche, um die Ablöse zu genehmigen. Von einer „echten Chance in der Altstadt“ sprach Rudi Koukol (Grüne/Frauenliste). Erich Geike (SPD) erinnerte daran, dass die Ablöse kein Instrument zur Geldbeschaffung sei, dass man in der Altstadt auch Parkraum schaffen müsse. Im Ausschuss entbrannte eine kurze Parkdebatte, in der Alexander Deffner (PWG) ironisch meinte: Er werde in Zukunft immer für eine Ablöse stimmen, schließlich gebe es nach Ansicht anderer Fraktionen kein Parkproblem in der Altstadt.

Als es schließlich um das Flachdach ging, votierten die Christsozialen dagegen – auch mit Blick auf die Debatte um den Anbau an die Grundschule Mitte. Schwarzer und Markus Hager wollten zudem wissen, ob Stadtheimatpfleger Dr. Wilfried Sponsel bei diesem Thema eingebunden sei. Sigel verwies darauf, dass es noch nicht einmal einen Fassadenvorschlag gebe. Oberbürgermeister Hermann Faul sicherte schließlich zu, man werde mit Sponsel sprechen.

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