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Nördlingen

11.04.2020

Luisa Geiselsöder im Interview zum Angels-Abschied: „Werde immer gern zurück nach Nördlingen kommen“

Luisa Geiselsöder hat sich in Nördlingen von einer talentierten Jugendspielerin zu einem Top-Star in der 1. Bundesliga und zur A-Nationalspielerin entwickelt.
Bild: Martin Fürleger

Plus Luisa Geiselsöder hat sich in Nördlingen von einer Jugendspielerin zum Bundesliga-Star entwickelt. Kommende Saison spielt sie für einen Topclub in Frankreich.

Du hast dich nun also entschlossen, das Ries zu verlassen und nach Frankreich zu gehen. Was bleibt bei dir, wenn du an die 5 Jahre in Nördlingen zurückdenkst?

Luisa Geiselsöder: Nördlingen war für mich meine zweite Familie, mein zweites zuhause. Ich werde immer mit einem sehr positiven, familiären Gefüh daran zurückdenken. Hier habe ich die Entwicklung von einer Jugendspielerin zum Profi durchlaufen.

Gibt es besondere Highlights, die dir ganz besonders im Gedächtnis geblieben sind?

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Geiselsöder: Als ich mit 16 zum ersten Mal in der 1.Liga aufgelaufen bin, dann das beste Spiel, das ich jemals gespielt habe, letzte Saison gegen Freiburg, so eine Leistung hatte ich von mir selber nicht erwartet. Und dann natürlich mein erstes A-Länderspiel, ausgerechnet in Nördlingen, wo ich gegen Nordmazedonien auch gleich Minuten bekommen habe und punkten konnte.

Welchen Rat würdest du einer (jungen deutschen) Spielerin geben, die sich mit dem Gedanken trägt, ein „Angel“ zu werden?

Geiselsöder: Ich würde ihr erzählen, dass hier in Nördlingen eine optimale Möglichkeit ist, sich als junge Spielerin auf 1.Liga-Niveau zu bringen. Dies betrifft die gute, menschliche Betreuung, die Zusammenstellung des Teams und natürlich den Coach. Und hier würde ich jeder raten, immer 100 Prozent zu geben, an sich zu glauben, Geduld zu haben und sich im Training die Spielminuten zu verdienen. Außerdem würde ich noch erwähnen, dass man sich auf die tollen Fans bei den Heimspielen freuen kann, denn die sind phantastisch.

Welche Ziele steckst du dir für die nächsten zwei Jahre auf Vereinsebene? auf nationaler Ebene?

Geiselsöder: Ich möchte gern zu einer Stammspielerin auf Eurocup-Ebene werden, eben eine komplette Profi-Spielerin, die selbstständig und ohne Familie um sich rum ihren Weg geht. Ich möchte gern noch athletischer werden und schlau spielen. In der Nationalmannschaft würde ich mich gern neben unserem Topstar Marie Gülich, die ja auf meiner Position spielt, etablieren.

Welche Schlagzeile würdest du gern über dich lesen im Jahr 2024?

Geiselsöder: Geiselsöder führt Natio zu Olympia nach Paris.

Worauf freust du dich jetzt besonders?

Geiselsöder: Ich freue mich auf die Herausforderung, jenseits meiner Komfortzone: neues Land, neuer Coach, neue Mitspielerinnen, höheres Niveau, vor dem ich durchaus ein wenig „Muffe“ hab.

Wovor hast du besonderen Respekt?

Geiselsöder: Wie gesagt, ein wenig Muffe hab ich vor wirkliche Fünfen, sehr körperlich spielende, massive Spielerinnen auf der Position 5. Aber so eine will ich ja selber mal werden.

Du wurdest ja sogar für den WNBA-Draft angemeldet. Welche Chancen siehst du da?

Geiselsöder: Jeder träumt von dem Mythos WNBA, die Lust ist da, aber im Moment ist eh alles unklar, ob es überhaupt eine WNBA-Saison gibt. Ich habe auch keine Auslandserfahrungund, war nicht am College, zwei große Nachteile gegenüber anderen Bewerbern. Aber zusammen mit Emma Meesemann bei den Washington Mystics aufzulaufen. Das wäre schon ein echter Traum.

Werden wir dich irgendwann einmal wieder in der Hermann-Keßler-Halle sehen?

Geiselsöder: Das weiß ich jetzt nicht. Was ich weiß ist, ich werde immer wieder gern nach Nördlingen zurückkommen, vielleciht am Ende meiner Basketball-Karriere.

Du hast in den letzten fünf Jahren mit vielen herausragenden Spielerinnen zusammengespielt. Wenn du auswählen könntest, wer wäre neben dir in deiner „Favorite Five“?

Geiselsöder: Leslie Vorpahl, Magaly Meynadier, Sami Hill und Danielle McCray. Oh, das ist ja die Startformation der letzten Saison! Naja, das war ja auch ne Super Truppe. Schade, dass wir nicht zu Ende spielen konnten.

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