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Aufregung im Schloss

03.05.2020

Maibaumdiebe beim Oettinger Fürsten

Der Oettinger Maibaum wurde gestohlen und wieder zurückgebracht - mit diesem "Geständnis".
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Der Oettinger Maibaum wurde gestohlen und wieder zurückgebracht - mit diesem "Geständnis".
Bild: Roland Wiedenmann

Plus Heuer erstmals aufgestellt, wurde das gute Stück in der Mainacht gestohlen, aber dann gegen Auslöse zurückgebracht. Die Diebe hätten lieber Bier statt Schampus.

Die vergangenen Wochen waren und sind für viele Bürger aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sehr anstrengend. Schulen und Kindergärten sind geschlossen, Veranstaltungen wurden abgesagt und auch Maibaumfeste durften nicht stattfinden. Das Fürstenhaus Oettingen-Spielberg hat, um die Spaziergänger in Oettingen in dieser schwierigen Zeit positiv zu stimmen, seinen in der Geschichte ersten Maibaum aufgestellt mit der Beschilderung: „Liebe Spaziergänger/innen, wir hoffen Sie mit diesem kleinen Maibaum in dieser schwierigen Zeit etwas aufmuntern zu können. Wir wünschen Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund! Fürstliche Verwaltung Oettingen“. Doch dann kam alles ganz anders.

Der fürstliche Waldarbeiter hat aus dem Wald eine Fichte organisiert, eine Mitarbeiterin einen Fichtenkranz gebunden. Baum und Kranz wurden mit gelben und roten Bändern, den Farben des Fürstenhauses, geschmückt. Forstwirtschaftsmeister Markus Kuch hat im Beisein der Erbprinzessin Cleopatra zu Oettingen-Spielberg sowie Roland Wiedenmann und Pia Müller von der fürstlichen Verwaltung den Baum im Schlosshof vom Oettinger Schloss am 30. April aufgestellt. Groß war die Freude, doch diese hat nicht lange angehalten, denn bereits am 1. Mai sind in den sozialen Medien Bilder aufgetaucht, dass der fürstliche Maibaum gestohlen wurde. Groß war die Aufregung. Doch wer traut sich, einen fürstlichen Maibaum stehlen? Noch dazu, wenn der Schlosshof nachts abgesperrt ist. Die Diebe müssen kräftig gewesen sein, denn der fünf bis sechs Meter lange Baum musste über einen rund zwei Meter hohen Zaun gehoben werden. Auf dem Schilde wurde dann die Bemerkung „Thank you“ hinterlassen. Groß war der Schreck im fürstlichen Hause.

Aber die Geschichte geht weiter. Da es ja durchaus Tradition ist, dass in der Mainacht Maibäume gestohlen werden und junge Burschen ihren Verehrerinnen Bäumchen stellen, wurde diese Tat unter dieser Tradition eingeordnet. Und da das fürstliche Haus den Maibaum zu gerne wieder zurück wollte, richtete es einen Appell an die Bevölkerung und vor allem an die Diebe, verbunden, wie es üblich ist, mit einer Auslöse: Die Gruppe, die den Maibaum zurückbringt, sollte nach der Corona-Pandemie eine deftige Brotzeit und dazu eine Exklusivführung „Schloss & Schampus“ erhalten.

Dieser Appell muss bei den Betroffenen tatsächlich angekommen sein. Der Maibaum wurde nicht nur zurückgebracht, der Dieb hat sich von seiner poetischen und kreativen Seite gezeigt. Der Baum wurde im Schlosshof aufgestellt, am Stamm ein hölzerner Fuchs und Hase angebracht, ein Stein mit einem gemalten Hahn hinterlegt und ein Gedicht am Baum angebracht. Das „Gras und Laub Team“ hat sich als Maibaumdiebe zu erkennen gegeben, verbunden mit dem freundlichen Hinweis, dass statt Schampus „ein kleines Fässlein Bier der größere Genuss“ wäre.

Der Kriminalroman „Maibaumklau beim Fürsten“ hat damit ein gutes Ende genommen. Die Fürstliche Verwaltung ist erfreut, dass der Baum wieder steht, für den Dieb gibt es deftige Brotzeit und eine Schlossführung und die Fußgänger der Wörnitzstadt können den Anblick vom schönen Schlosshof mit dem Maibaum genießen. (pm)

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