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Konzert

09.02.2015

Mal quakend, mal weich

Wolfgang Piesk, Hyunjun Kim, David Schumacher und Rainer Seidel zeigten als „Fagottissimo“, was im größten Holzblasinstrument steckt.
Bild: Christina Zuber

Fagottissimo zeigte in Nördlingen, was man aus dem Instrument herauskitzeln kann

Mit dem Fagott durch die Musikgeschichte und verschiedene Kontinente: Nicht nur musikalisch war der „Klassik im Ries“-Abend mit „Fagottissimo“ ein Genuss. Auch die spritzige Moderation von Rainer Seidel machte das Konzert unterhaltsam, ohne dabei an Niveau zu verlieren.

Zwar starteten die vier Fagottisten (Rainer Seidel, Wolfgang Piesk, Hyunjun Kim, David Schumacher) und Violonist Thomas Wolf mit Mozart in den Klassik-Abend. Der Rest des Programms spielte sich dann aber im 20. Jahrhundert ab. Und egal, ob Elgar, Gershwin oder dänische Stummfilm-Kompositionen – verwundert dachte man: welche Bandbreite an Klängen und Stimmungen aus diesen riesigen Instrumenten herausgekitzelt werden können: Es war eine Wucht! Kleine, feine Köstlichkeiten machten gute Laune. So zum Beispiel Fritz Kreislers „Schön Rosmarin“ und „Liebesfreud“ mit „Wiener Schmäh“ und eingängiger Melodie. Jacob Gades „Tango Jalousie“ kommt einem sehr bekannt vor, die tiefen Fagott-Töne beeindruckten das Publikum. Rainer Seidel erklärte, dass diese Melodie des dänischen Komponisten in vielen Filmen zur Untermalung verwendet wurde. Bei Paganinis „Moto Perpetuo“ spielte Thomas Wolf die Zuhörer mit der Violine schwindelig, die Fagotte untermalten zurückhaltend. Dann George Gershwin, ein Höhepunkt des Konzerts sicherlich. Mit „I got Rhythm“ und „Summertime“ spielte „Fagottissimo“ zwei Klassiker, mit „The Swinging Bassoons“ von Achim von Lorne gelang dem Quartett, im Stil der 1920er-Jahre Big-Band-Atmosphäre in die Schalterhalle der Raiffeisen-Volksbank Ries zu zaubern.

Das Fagott als längstes Holzblasinstrument mit den tiefsten Tönen zeigte sich mal quakend bei Leopold Mozarts „Frosch Parthia“, dann aber weich, lässig und sexy beim Tango von Pixinguinha aus Brasilien. Trotz aller Internationalität wollte die Gruppe ihre Münchner Herkunft nicht verleugnen.

Und so widmeten sie mit den Münchner Miniaturen von Karl Kolbinger dem ehemaligen Solofagottisten des BR-Rundfunkorchesters einige Minuten. Besonders die Interpretation des Wetterphänomens bei „Schon wieder Föhn“ erzeugte Lacher beim Publikum, wenn die Fagotte wie Sirenen Kopfschmerzen erzeugen.

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