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Nördlingen

14.08.2020

Mariä Himmelfahrt: Feiertag mit Vorbehalt

Mit Plakaten wie diesem wirbt der Nördlinger Stadtmarketingverein dafür, dass die Geschäfte am Samstag geöffnet haben.
Bild: David Holzapfel

Plus Das Coronavirus macht auch vor katholischen Hochfesten nicht halt. Welche Auswirkungen es in diesem Jahr gibt.

71 Katholiken mehr, und die Bewohner Oettingens könnten sich einen zusätzlichen arbeitsfreien Tag in ihren Kalender eintragen. Die Rede ist vom 15. August, in diesem Jahr ein Samstag. An diesem Datum feiert die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt, also die besondere Aufnahme Marias in das Reich des Himmels. Gesetzlich verankert ist der Tag jedoch nicht in allen Kommunen des Landkreises. Ein Überblick.

Am 15. August ist der Landkreis Donau-Ries traditionell ein gespaltener. Denn laut bayerischem Feiertagsgesetz ist Mariä Himmelfahrt in einer Gemeinde nur dann ein Feiertag, wenn dort mehr katholische als evangelische Bewohner ihren Hauptsitz haben. In Oettingen etwa sind die Katholiken (2197) den Evangelen (2267) zahlenmäßig knapp unterlegen. Dort haben die Geschäfte am Samstag normal geöffnet. Dies ist auch in Nördlingen der Fall. Dort gibt es 8517 Protestanten und 6947 Katholiken. Im gesamten Landkreis gibt es außerdem noch 10 weitere Gemeinden ohne gesetzlichen Feiertag am 15. August.

Nördlingen hat offen: Präsenz zeigen, aber mit Sinn Hirn und Verstand

Indes können sich die Bewohner von 32 Landkreis-Kommunen an diesem Samstag über einen arbeitsfreien Tag freuen – sollten sie sich nicht eh schon im Wochenende befinden. Darunter fällt unter anderem die Stadt Donauwörth, wo die Katholiken (10833) gegenüber den Protestanten (3113) klar in der Überzahl sind.

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Um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen, muss sich also genau informieren, wer an diesem Wochenende einkaufen möchte. In Nördlingen wirbt der Stadtmarketingverein an Mariä Himmelfahrt traditionell mit dem Slogan „Nördlingen hat offen“. Die Pandemie macht jedoch auch vor christlichen Feiertagen nicht halt. Zwar hätten die Geschäfte geöffnet, sagt Susanne Vierkorn, Leiterin des Nördlinger Stadtmarketingvereins. Eine rote Bimmelbahn, die Besucher wie in den Vorjahren gemütlich durch die Altstadt chauffiert, wird es heuer allerdings nicht geben. „Wir wollen zeigen, dass wir da sind. Aber mit Sinn, Hirn und Verstand“, betont Vierkorn. Eine solche Attraktion, bei der Menschen dicht aneinandergedrängt sitzen und sich unterhalten, sei angesichts des Coronavirus nicht tragbar.

Gottesdienste im Freien und begrenzte Besucherzahlen

Mariä Himmelfahrt ist ein Hochfest der Katholischen Kirche. Typisch für diesen Feiertag ist laut des katholischen Stadtpfarrers Wolfgang Gebert aus Wemding der Brauch der Kräuterweihe. Der Wemdinger Frauenbund habe dazu tagelang Kräuter, Heilpflanzen und Blumen gesammelt. Diese würden anschließend zu Sträußen zusammengebunden und vor den Gottesdiensten am 15. August an die Gläubigen verkauft. „Der Brauch erinnert unter anderem daran, dass das Grab Marias von wundersamem Kräuterduft erfüllt war“, sagt der Pfarrer.

Wegen der Pandemie müssen heuer viele Gottesdienste im Freien stattfinden. Auch die Besucherzahl ist auf 200 begrenzt.

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