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Hintergrund

12.11.2019

Matti Müller mischt in Oettingen wieder mit

Matti Müller spricht am Wochenende in der Goldenen Gans über Kommunalpolitik im Allgemeinen und will auch Spezielles aus Oettingen nicht ausklammern. Bürger sollen anschließend in offener Runde diskutieren dürfen.
Bild: Heike Jahnz (Archivfoto)

Plus Ludwig Däubler hat zur Kommunalwahl 2020 eine Veranstaltung „ohne Parteihintergrund“ organisiert. Der frühere Bürgermeister Oettingens referiert. Ist das alles?

Er ist ein ewiger Poltergeist, die Opposition in Person. Ludwig Däubler, einziger Stadtrat der Aktiven Bürgerliste, hat am kommenden Samstag eine Veranstaltung zur Kommunalwahl 2020 initiiert, in der über die Zukunft Oettingens referiert und diskutiert werden soll. Als Experte spricht der 52-jährige Matti Müller, früherer SPD-Bürgermeister von Oettingen. Die Einladung ist in aller Munde. Nicht nur, weil Däubler und Müller in dessen Amtszeit leidenschaftlich stritten und – milde ausgedrückt – nicht unbedingt das beste Verhältnis pflegten. Die SPD ist verärgert und spricht sogar offen von einem Affront.

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Müller war zwischen 2008 und 2014 Bürgermeister der Fürstenstadt. Darüber hinaus trat er 2002 und 2008 in Diedorf und Meitingen an. 2016 kandidierte er für das Bürgermeisteramt in Stadtbergen, 2018 in Lauingen.

Auf einem grünen Flyer mit zitronengelben Dreiecken, der im Internet für die Veranstaltung werben soll, steht in weißer Schrift: „Oettingen braucht eine Vision 2040, um aktuelle städtische Entwicklungen in einem Gesamtkonzept zu verwirklichen. Singuläre Einzelmaßnahmen führen zu keinem umfassenden Ergebnis.“ Außerdem führen die Initiatoren Ludwig Däubler und German Fall auf: „Nachhaltigkeit, ökologische Ausrichtung und Einbindung der Bürgerschaft sollten die Grundpfeiler einer zukünftigen Oettinger Kommunalpolitik sein.“ In Versalien ist der Referent aufgeführt: „MATTI MÜLLER“. Unten links auf dem Flyer stehen neben den Organisatoren zwölf weitere Namen.

Matti Müller mischt in Oettingen wieder mit

Ein kommunalpolitischer Vortrag oder die Vorzeichen einer Kandidatur?

Ist eine Diskussion über die Zukunft Oettingens tatsächlich alles, was die Veranstaltung bezwecken soll? Ein kommunalpolitischer Vortrag über die Chancen und Risiken oder vielleicht doch die Vorzeichen einer Kandidatur?

SPD-Fraktionsvorsitzender Robin Bhattacharyya sieht in der Veranstaltung einen Affront eines Genossen gegen dessen Parteimitglieder. Der Jurist wiederholt im Gespräch mit unserer Zeitung mehrmals, dass der Oettinger Ortsverein voll hinter dem Kandidaten Thomas Heydecker stehe. „Ich verstehe das nicht so recht, warum Matti Müller ohne Rücksprache mit den Sozialdemokraten sich von anderen zu einer Versammlung einladen lässt“, meint Robin Bhattacharyya.

Ludwig Däubler teilt unserer Redaktion mit, dass die Idee für den Vortrag aus dem Umfeld der Aktiven Bürgerliste kam. Es habe den Wunsch nach einer Veranstaltung ohne Parteihintergrund gegeben. „Da auch abseits der großen Parteien einige Frauen und Männer für den Stadtrat kandidieren wollen, war es naheliegend, zu dieser Veranstaltung einen zugkräftigen Redner zu gewinnen, welchem die hiesigen Verhältnisse nicht fremd sind“, schreibt Däubler in einer E-Mail.

Keine Lösungsvorschläge für Oettingen

Matti Müller berät inzwischen Lehrer beim Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband in München bei Rechtsfragen. Er habe Däubler zugesagt, als er ihn bezüglich des Vortrags über Kommunalpolitik fragte. Er werde jedoch keine Lösungsvorschläge für Oettingen vorbringen. Außerdem betont Müller: „Es geht nur um den Vortrag, es gibt keine Hintergedanken.“ Gerüchte, Müller wolle erneut für das Bürgermeisteramt in Oettingen kandidieren, gibt es seit diesem Sommer. Dazu sagt der 52-Jährige: „Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Müller nach seiner Amtsperiode mitmischt. Im März 2017 war er mit Vertretern der SPD und Reinhold Strobl, Mitglied des Bayerischen Landesdenkmalrats, wegen möglicher Ideen für die Restaurierung des denkmalgeschützten Steinmeyer-Areals und des Orgelbaumuseums in Oettingen. Damals wie heute ein Seitenhieb Richtung Rathaus? Müller dementiert das. „Ich will niemandem in die Parade fahren“, sagt er. „Weder einem amtierender Bürgermeister, noch einem Kandidaten.“ Er habe jedoch nach wie vor Interesse an Oettingen. Zu den Streitigkeiten mit Stadtrat Däubler während seiner Amtszeit meint der Jurist: „Ich habe ihn immer geschätzt. Er ist ein Querdenker.“

Der Vortrag „Oettingens Zukunft – Chancen und Risiken“ findet am kommenden Samstag, 16. November, um 20 Uhr im Kinosaal der Goldenen Gans statt. Im Internet wird die grüne Veranstaltungseinladung fleißig geteilt. Der Lauinger Stadtrat Martin Knecht (SPD) fragt bei Facebook: „Ok, Matti, wirst Du da nochmals aktiv?“ Müllers Antwort: „Wenn meine Expertise gefragt ist, werde ich sofort aktiv. Manchmal hilft das auch, habe ich mir sagen lassen. Viele Grüße nach Lauingen!“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Verena Mörzl: Ein Zukunftsplan ist längst überfällig

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