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Mehr Solidarität für die lokalen Geschäftsleute

David Holzapfel
Kommentar Von David Holzapfel
18.12.2020

Plus Einzelhändler müssen schließen, Drogerie Müller verkauft derweil ähnliche Waren auch im Lockdown. Dieses Verhalten ist unsolidarisch, meint David Holzapfel.

Eine Verordnung jagt die nächste, Maßnahmen, die heute gelten, können morgen überholt sein. Die Corona-Pandemie ist eine dynamische, wir alle sind also angehalten, flexibel zu bleiben bei ihrer Eindämmung. Im allgemeinen Durcheinander kommt es immer wieder zu Ungerechtigkeiten. So geschehen in Nördlingen. Während Einzelhändler hinter verschlossenen Türen um ihre berufliche Existenz bangen, verkauft die Drogeriemarkt-Kette Müller deren Waren auch im Lockdown weiter.

Die Problematik ist nicht neu, schon im Frühjahr, im ersten Lockdown, hatten sich die lokalen Blumen-, Fahrrad- und Elektrohändler darüber echauffiert, dass Supermärkte und Drogerien ungestört ihre Produkte als Aktionsware vertrieben hatten. Nun wird deutlich: Der Gesetzgeber hat nicht aus seinen Fehlern gelernt, hat es nicht geschafft, den Verordnungs-Dschungel zu lichten. Was es braucht, sind klare Ansagen an die Großhändler.

Müller dürfte den Umsatzverlust verschmerzen können

Das Verhalten des Drogerie-Großkonzerns um seinen Eigentümer Erwin Müller ist unsolidarisch. Zum einen den lokalen Einzelhändlern gegenüber, denen mit dem erneuten Lockdown das wichtige Weihnachtsgeschäft wegbricht. Müller, 88, Milliardär, dürfte den Umsatzverlust eher verschmerzen können.

Zum anderen ist das Verhalten des Unternehmens unfair denen gegenüber, die es auch in der Krise am Laufen halten: den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Lange Schlangen vor den Kassen und ein vorweihnachtlicher Kundenansturm sorgen dafür, dass sowohl Personal als auch Kunden einem zusätzlichen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Man muss sich fragen: Ist es das wert?

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