1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Mehr Zeit für Buben und Mädchen mit Handicap

Bildung

28.11.2015

Mehr Zeit für Buben und Mädchen mit Handicap

Architekt Anton Ziegelbauer (links) übergibt symbolisch den Schlüssel für die SVE Möttingen an (von rechts): Günter Schwendner (Geschäftsführer Lebenshilfe Donau-Ries), Gabriele Allgayer-Pfaff (Schulleiterin Hermann-Keßler-Schule) und Manfred Steger (stellvertretender Geschäftsführer Lebenshilfe Donau-Ries).

Die Schulvorbereitende Einrichtung an der Hermann-Keßler-Schule ist eröffnet. So funktioniert das Konzept

Die Eröffnung begann mit einer Überraschung. Mit roten, gelben und orangenen Schildern, auf denen jeweils die Buchstaben S V E standen, begrüßten die Kinder der Schülervorbereitenden Einrichtung (SVE) und der Hermann-Keßler-Schule die anwesenden Gäste, die zur Eröffnung gekommen waren. Mit der dazugehörigen musikalischen Unterstützung durch den umgetexteten Titel „YMCA“ von den Village People zu „SVE“ war ein gelungener Einstieg geschaffen.

Paul Kling, Vorsitzender der Lebenshilfe, begrüßte die anwesenden Gäste und beschrieb den gestrigen Tag als „Tag der Freude“, dass unter dem Dach der Lebenshilfe so etwas tolles gebaut wurde. Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler sprach von einer Einrichtung, die Vertrauen schafft. Da er für den Sozialetat zuständig sei, sei er der Einladung zur Eröffnung gerne gefolgt. Er wollte ja auch sehen, was mit dem Geld passiert sei. Landrat Stefan Rößle hat bisher mit den Begriff nur den Fußballverein seiner kleinen Nachbargemeinde verbunden.

Anschließend folgten Informationen zur SVE. Klaus-Peter Brünig von der Regierung von Schwaben stellte sich anfangs einige Fragen an den Neubau. Was ist wünschenswert, was ist notwendig und was ist wirtschaftlich sinnvoll und bezahlbar? Vor allem wolle man eine Inklusion erreichen, also einen uneingeschränkten Zugang zu Bildungseinrichtungen für Menschen mit Behinderung. Es bedeutet auch, dass alle Menschen selbstbestimmt und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, ihnen optimale Entwicklungsmöglichkeiten gegeben werden und die Vielfalt eine Bereicherung darstelle. „Das alles ist in der SVE gegeben“, sagt Brünig. Auch wenn er dem Thema Inklusion anfangs kritisch gegenüber stand, so sei er jetzt von der Funktionstüchtigkeit überzeugt. „Die SVE stellt keine Notlösung dar. Die Eltern entscheiden sich bewusst dafür“, sagt Brünig.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Momentan besuchen 17 Kinder die SVE in Möttingen. Darunter sind Kinder mit erheblicher Entwicklungsverzögerung, mit geistiger Behinderung oder mehrfacher Behinderung. Anfangs würden die Eltern ihre Kinder in einen Regelkindergarten bringen, dann jedoch feststellen, dass dieser nicht geeignet ist, sagt Gabriele Allgayer-Pfaff, Schulleiterin der Hermann-Keßler-Schule. Gerade im Kindergartenalter könnten durch gezielte Förderung Entwicklungsdefizite abgebaut werden.

Auf Grundlage sonderpädagogischer Diagnostik entwickelt das Fachpersonal individuelle Konzepte. In Kleingruppen spielen und lernen sechs bis acht Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt, angeleitet von zwei bis drei Fachkräften pro Gruppe. In der Gesamtgruppe oder in Einzelsituationen werden die Kinder im Bereich des Denkens, der Wahrnehmung, der Sprache und Kommunikation, der Bewegungsförderung, der Selbstständigkeit im Alltag und im Spielen im sozialen Miteinander unterstützt. „Die Basis für alles, ist eine gute Gemeinschaft“, sagte Allgayer-Pfaff.

Die Planung des Neubaus übernahm das Architekturbüro Moser und Ziegelbauer aus Nördlingen. Nach einem Jahr Planung und einem Jahr des Bauens, konnte alles erwartete umgesetzt werden. Anton Ziegelbauer bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit beim Bauherrn, der Lebenshilfe Donau-Ries, sowie bei den zuständigen Fachfirmen.

Pater Xaver von der katholischen Kirchengemeinde Harburg und Pfarrer Funk von der evangelischen Kirchengemeinde Möttingen, weihten das Gebäude in einer kleinen, feierlichen Zeremonie ein.

Das Schlusswort hatte Günter Schwendner, Geschäftsführer der Lebenshilfe, der die Gründe erläuterte, warum der Altbau abgerissen und der Neubau geschaffen wurde. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Den Kindern wurde eine wahre Wohlfühlatmosphäre geschaffen.

heutigen Samstag findet in der SVE Möttingen von 13 bis 18 Uhr ein Tag der offenen Tür statt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren