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Nördlingen

19.01.2021

Messerstecherei: Staatsanwaltschaft sieht keine Anhaltspunkte für Tötungsdelikt

In einem Nördlinger Stadtteil gab es am vergangenen Wochenende eine Messerstecherei.

Plus Bei einer Auseinandersetzung in einer Gemeinschaftsunterkunft wird ein Mann in einem Nördlinger Stadtteil schwer verletzt. Das Opfer wird von der Polizei erst am nächsten Tag in Schwäbisch Hall ausfindig gemacht.

Eine mutmaßliche Messerstecherei am vergangenen Wochenende in einem Nördlinger Ortsteil bereitet der Polizei Kopfzerbrechen. Das Problem: Das Auffinden des Opfers erst gut einen halben Tag nach der Tat sowie weitere merkwürdige Umstände erschweren die Ermittlungsarbeit. Hinzu kommt, dass die Beteiligten verschiedenen Nationalitäten angehören, sodass für die Vernehmungen stets Dolmetscher benötigt werden. Nach mehr als zwei Tagen intensiver Recherchen sagt Nördlingens Polizeichef Walter Beck: „Der genaue Tatablauf und vor allem das Motiv müssen im Detail erst noch ermittelt werden.“

Tatsache ist, dass bei dem Vorfall am Samstagabend gegen 22 Uhr eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern einer Gemeinschaftsunterkunft eskalierte. Wie die Polizei vor Ort erfuhr, wurde ein 34-jähriger Arbeiter mit einem Messer attackiert. Allerdings konnte laut Polizeibericht die verletzte Person zu diesem Zeitpunkt vor Ort nicht angetroffen werden. Da keine genaueren Angaben über die Verletzungen des Mannes bekannt waren, wurde nach diesem zunächst gefahndet.

Messerstecherei in Nördlinger Stadtteil: Zwei Polizeihunde im Einsatz

Bei den Suchmaßnahmen waren unter anderem zwei Diensthunde im Einsatz. Der Verletzte wurde nach umfangreichen Recherchen schließlich am Sonntagmittag in Schwäbisch Hall in einer Privatwohnung von der Polizei angetroffen. Der Mann hatte bei der Auseinandersetzung leichtere Stich- und Schnittverletzungen im Bereich des Oberkörpers und eine Platzwunde am Kopf erlitten, die nicht lebensgefährlich waren, aber eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus Schwäbisch Hall erforderlich machten.

Die beiden mutmaßlichen Täter im Alter von 35 Jahren und 40 Jahren wurden am Sonntagvormittag in ihrer Wohnung festgenommen. Bei der Festnahme stellten die Polizisten außerdem noch Betäubungsmittel in der Unterkunft des 35-Jährigen sicher, das an verschiedenen Orten versteckt war. Hintergründe der Auseinandersetzung sind Gegenstand der noch laufenden Ermittlungen. Die beiden Tatverdächtigen wurden am Montagnachmittag auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Augsburg dem Haftrichter vorgeführt, der gegen die beiden Männer Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der gefährlichen Körperverletzung erließ. Juristisch denkbar wäre auch ein versuchtes Tötungsdelikt gewesen, für das die Staatsanwaltschaft aber derzeit keine Anhaltspunkte sieht. Vor allem die Art und Schwere der Stich- und Schnittverletzungen würden auf keinen Tötungsvorsatz hinweisen, erklärt Matthias Nickolai, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg, auf die Nachfrage unserer Zeitung.

Alle Beteiligten konnten bislang zur detaillierten Aufklärung des Tathergangs nur wenig beitragen, vor allem nicht die Bewohner der Unterkunft, die Zeugen des Vorfalls gewesen sein könnten. „Die meisten wollen nichts mitbekommen haben“, sagt Walter Beck mit dem hörbaren Unterton, dass diese Aussagen möglicherweise nicht der Wahrheit entsprechen. (mit pm)

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